Lebensversicherungen – eine gute Anlage für die Zukunft?

Eine Absicherung für den Fall der Fälle ist den Deutschen wichtig. Immerhin verfügen knapp 80 Millionen Bundesbürger über 91 Millionen Lebensversicherungsverträge.

Eine Lebensversicherung ist jedoch nicht immer eine lukrative Geldanlage. Viele Versicherungsnehmer mussten in den letzten Jahren feststellen, dass sich die Policen nicht wie gewünscht entwickelt haben. Insbesondere bei fondsgebundenen Lebensversicherungen, bei denen der Sparanteil der Einlage in Aktien angelegt wird, mussten Versicherte Verluste einbüßen.

Oft erhalten die Betroffenen bei der vorzeitigen Kündigung oder dem Verkauf der Police weniger, als sie über die Jahre eingezahlt haben. Doch woran liegt das?

Ein großer Teil des eingebrachten Kapitals fließt in die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten, die vom Versicherer auf ihre Kunden umgelegt werden. Die folgende Grafik veranschaulicht den Anteil der Einlage, der auf die Abschluss- und Verwaltungskosten entfällt. Die Zahlen für das Beispiel stammen aus einem uns bekannten Vertrag. Für nahezu die Hälfte seiner Einlage in Höhe von rund 64.000 € erhält der Versicherungsnehmer dieses Versicherungsvertrages keine Gegenleistung.


Widerspruch gegen die Lebensversicherung führt zu hohen Rückforderungsansprüchen

Eine lukrative Alternative zur Kündigung oder Verkauf der Police ist der Widerspruch gegen die Lebensversicherung. Statt den Vertrag mit Wirkung von jetzt in die Zukunft aufzulösen, wirkt der Widerspruch rückwirkend bis zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses.

Die Widerspruchsmöglichkeit besteht für alle Versicherungsnehmer, die ihre Police zwischen dem 29.07.1994 und dem 31.12.2007 abgeschlossen haben und fehlerhaft über das ihnen zustehende Widerspruchsrecht belehrt worden sind. Infolge der fehlerhaften Widerspruchsbelehrung hat die Widerspruchsfrist nie zu laufen begonnen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die betroffenen Verbraucher noch Jahre nach Vertragsschluss von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen können.Diese Möglichkeit besteht selbst dann, wenn der Vertrag bereits gekündigt und ein Rückkaufswert ausgezahlt wurde.

Die Erklärung des Widerspruchs hat zur Folge, dass der Vertrag so behandelt wird, als sei er nie geschlossen worden. Der Versicherer hat deshalb die Beiträge, inklusive den kostenintenstiven Abschluss- und Verwaltungskosten, rechtsgrundlos erlangt und muss diese an seinen Kunden zurückzahlen. Zusätzlich muss er die Versicherungsbeiträge verzinsen, da er mit dem Kapital des Kunden Gewinne erwirtschaften konnte. Der sog. Nutzungsersatz macht oftmals den größten Rückforderungsposten aus.

Anzurechnen ist lediglich der faktisch genossene Versicherungsschutz, sowie ein bereits ausgezahlter Rückkaufswert im Rahmen einer etwaigen Kündigung.

Die Berechnung des Rückforderungssaldos lässt sich im Handumdrehen mit unserem praktischen Rückforderungsrechner durchführen.