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P-Konto und Pfändungstabelle

Bekannt aus:

Was ist der Unterschied?

Häufig wundern sich unsere Mandanten, dass deren Bank ihnen im Rahmen einer Pfändung einen höheren Betrag abbucht, als nach der Pfändungstabelle eigentlich angebracht wäre. 

Warum dies der Fall ist und wie Sie diesen Vorgang verhindern können, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Pfändungstabelle schützt das pfändungsfreie Einkommen fast lückenlos
  • Ihr Schutz ist höher. Allerdings ist der Schuldner gezwungen, bei Pfändungen Anträge zu stellen, um den Anspruch auf höheren Schutz geltend zu machen
  • Das P-Konto hingegen schützt das pfändungsfreie Einkommen anhand grober Grenzen
  • Sein Schutz ist niedriger. Er tritt jedoch automatisch ein – jedoch nur in Höhe der Grundfreibetrags
  • Lassen Sie sich daher für Ihr P-Konto bei uns eine Bescheinigung nach § 850k ausstellen

Schuldenanalyse vom Fachanwalt

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Pfändungstabelle vs. P-Konto

Zunächst einmal ist der Unterschied zwischen der Pfändungstabelle und dem P-Konto zu beachten.

1. Pfändungstabelle

Die Pfändungstabelle (hier zu finden) zeigt Ihnen ganz konkret an, wie hoch Ihr pfändbarer Betrag ist. Relevant sind dafür folgende Angaben:

  • Ihr Nettoeinkommen

Zunächst relevant ist die Höhe Ihres Nettoeinkommens. Dabei gilt: Je mehr Sie verdienen, desto stärker steigen sowohl der pfändbare, als auch der unpfändbare Betrag. Der Gesetzgeber wollte damit klarstellen, dass sich Leistung auch in einem Insolvenzverfahren lohnen soll. 

  • Ihre Unterhaltspflichten

Darüber hinaus relevant ist die Anzahl Ihrer Unterhaltspflichten. In erster Linie sind damit Kinder sowie die/der Ehegattin/Ehegatte gemeint. Viele Mandanten sind unsicher, ob Kinder aufgrund ihres Alters oder der Ausbildungsform als Unterhaltspflichten zählen und ob beispielsweise Ehegatten den Pfändungsfreibetrag erhöhen. Gerne gehen wir darauf in einem kostenlosen Erstberatungsgespräch mit Ihnen ein.

  • Überstunden, Weihnachtsgeld und ähnliche Sonderzahlungen
Taschenrechner & Geld

Anhand der Pfändungstabelle lässt sich nachschauen, wie hoch der pfändbare Betrag ausfällt.

Natürlich kann nicht jeder genau bemessen, wie hoch das Nettoeinkommen am Ende ist. Oftmals schwankt das monatliche Gehalt. Verschiedene Zahlungen, besonders für

  • Überstunden 
  • Urlaubs- oder Weihnachtsgelder oder 
  • Spesen 

verunsichern viele Menschen beim Blick auf die Pfändungstabelle. Die gute Nachricht ist: Zu einem großen Teil sind Zulagen pfändungssicher. Genaueres hat der Gesetzgeber in § 850 a ZPO erläutert. Gerne erörtern wir auch diese Umstände mit Ihnen in einem kostenlosen Erstberatungsgespräch.

2. P-Konto

Beim P-Konto gibt es zwei Grundsituationen:

  • Vor Ausstellung und Einreichen der Bescheinigung nach 850k ZPO
  • Nach Ausstellung und Einreichen der Bescheinigung nach § 850k ZPO

Vor Ausstellung und Einreichen der Bescheinigung nach 850k ZPO:

Im Gegensatz zur Pfändungstabelle wenden Banken vor der Ausstellung der Bescheinigung nach § 850k ZPO beim P-Konto sogenannte starre Pfändungsgrenzen an. Das bedeutet, dass die Bank hinsichtlich der Beurteilung des pfändbaren Betrages gar nicht ermittelt, wie viel Sie konkret verdienen. 

Die Bank prüft auch nicht, ob Sie Kinder haben oder ob im letzten Monat unpfändbare Mehrarbeit geleistet wurde. Daher wird lediglich der sogenannte unpfändbare Grundbetrag auf dem Konto belassen (Stand 2019: 1.179,99 €). 

Nach Ausstellung und Einreichen der Bescheinigung § 850k ZPO

Wir stellen Ihnen eine Bescheinigung nach § 850k ZPO aus, welche Sie sodann bei Ihrer Bank einreichen können. Dadurch werden insbesondere Ihre Unterhaltspflichten und/oder das Kindergeld auf Ihrem P-Konto berücksichtigt. Dies führt je nach Anzahl bestehender Unterhaltspflichten in der Regel zu einem weitaus höheren geschützten Betrag

Tipp vom Fachanwalt: Auch bei Eheleuten können Unterhaltspflichten bestehen, wenn dabei auf einer oder auf beiden Seiten kein Einkommen oder nur ein geringes Einkommen erzielt wird. 

Ebenso wissen viele nicht, dass auch gegenüber volljährigen Kindern häufig noch eine Unterhaltspflicht besteht.

Dabei ist nicht relevant, ob tatsächlich Unterhalt “gezahlt“ wird, sondern nur ob eine Unterhaltspflicht besteht. 

3. Praktische Beispiele:

Berücksichtigung des Arbeitseinkommens:

Frau Müller verdient regelmäßig 2400,- € netto im Monat und hat keine Kinder. Eröffnet sie nun ein P-Konto bei Ihrer Bank, würde Sie schon bald feststellen, dass der geschützte Betrag auf Ihrem Konto lediglich 1.179,99 € aufweist (sog. unpfändbarer Grundbetrag). Gepfändet werden können demnach also ca. 1220,- €. 

Nach der Pfändungstabelle sähe die Situation jedoch anders aus: Frau Müller würde bei Berücksichtigung Ihres Nettoeinkommens etwa 1545,- € zustehen, da lediglich 854,99 € bei Ihr pfändbar werden. Ein Unterschied von fast 400,- €.

Durch entsprechende Anträge beim zuständigen Vollstreckungsgericht würde dies erst berücksichtigt werden. Diese Anträge stellen wir Ihnen gerne aus.

Berücksichtigung von Unterhaltspflichten (Bescheinigung nach 850k ZPO):

Frau Müller verdient 2400,- € netto im Monat, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Ehegatte ist nicht berufstätig und kümmert sich um den Haushalt. Eröffnet Sie ein P-Konto ohne weiteres Tätigwerden, so wird auf diesem lediglich der Grundbetrag von 1.179,99 € (Stand 2019) geschützt. 

Erst durch die Einreichung der Bescheinigung nach 850k ZPO wird bei Ihrer Bank nachgewiesen, dass Sie Ihren Kindern und auch Ihrem Ehegatten gegenüber zum Unterhalt verpflichtet ist. Nach Anrechnung der drei Unterhaltspflichten sind sodann auf Ihrem P-Konto 2120,- € geschützt. Ihr stehen durch das Einreichen der 850k-Bescheinigung monatlich also rund 940,- € mehr zur Verfügung.

Wie lässt sich das verhindern?

Wie Sie sehen, kann das Einreichen von spezifischen Anträgen und Bescheinigungen einen großen finanziellen Unterschied machen. Ohne ein Tätigwerden ist der geschützte Betrag meist viel zu gering. Dieser Zustand ist selbstverständlich nicht hinnehmbar. Insbesondere in einer schwierigen finanziellen Lage zählt jeder Euro. Das Gute ist: Dieser Zustand muss nicht hingenommen werden!

Wir als bundesweit tätige Spezialisten im Insolvenzrecht können unseren Mandanten die richtigen Anträge ausstellen und konkret darlegen, bei welcher Stelle diese Anträge eingehen müssen, sodass Sie den Ihnen zustehenden Betrag auch tatsächlich behalten dürfen. 

Setzen Sie sich dazu gerne mit uns in Verbindung!

Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema “P-Konto und Pfändungstabelle”? Wir beantworten sie hier kostenlos!

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