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Befriedigung eines Gläubigers

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Befriedigung eines Gläubigers

Wenn Sie sich in einer Schuldensituation befinden oder gegebenenfalls von einem Insolvenzverfahren Gebrauch machen möchten, kommt häufig der Begriff der „Gläubigerbefriedigung“ auf. Doch was genau bedeutet die „Befriedigung eines Gläubigers“ für Sie als Schuldner oder Schuldnerin. Im Zusammenhang mit Ihren Schulden versteht man unter der Befriedigung Ihrer Gläubiger, dass Sie als Schuldner oder Schuldnerin Ihre Schulden an diesen Gläubiger bezahlen. Hinter dem Zweck der Gläubigerbefriedigung ist die Wiederherstellung des „Friedens“, sprich des Rechts zwischen den beiden Parteien des Schuldners / der Schuldnerin und dem Gläubiger, zu verstehen.

Im Rahmen eines Insolvenzverfahrens spielt die „Gläubigerbefriedigung“ ebenfalls eine entscheidende Rolle. Eines der Hauptziele des Insolvenzverfahrens ist nämlich in der gleichmäßigen Befriedigung aller Ihrer Gläubiger anzusehen. Dies wird durch die Verwertung des der Insolvenz unterfallenden Vermögens des Schuldners herbeigeführt.

Im Insolvenzverfahren herrscht der Grundsatz, dass alle Gläubiger gleichbehandelt werden sollen. Dieser Grundsatz hat allerdings auch Ausnahmen. Denn im Verfahren selbst werden die einzelnen Gläubiger, die befriedigt werden sollen, in verschiedene Ränge aufgeteilt.

Zum einen gibt es die Gläubiger mit den sogenannten „Aussonderungsrechten“. Diese Gläubiger sind Eigentümer gewisser Sachen, die sich im Besitz des Schuldners befinden. Diese Sachen können dann im Rahmen des Insolvenzverfahrens herausverlangt werden.

Des Weiteren bestehen Gläubiger mit den sogenannten „Absonderungsrechten“. Diese Gläubiger erhalten eine bevorzugte Befriedigung gegenüber den anderen Gläubigern.

Neben diesen Gläubigern werden auch die sogenannten „Massegläubiger“ befriedigt. Als Massegläubiger sind insbesondere das Gericht und der Insolvenzverwalter anzusehen. Ihr Vermögen, welches nach der Aus- und Absonderung noch verbleibt, bildet anschließend die Insolvenzmasse. Die Insolvenzmasse ist das Vermögen, welches im Rahmen Ihrer Insolvenz verwertet wird und der Gläubigerbefriedigung dienlich ist. Aus diesem Vermögen werden dann die Masseverbindlichkeiten der Massegläubiger befriedigt. Typische Masseverbindlichkeiten sind Gerichtskosten, die Vergütung des Insolvenzverwalters und von dem Insolvenzverwalter selbst begründete Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit Ihrem Insolvenzverfahren stehen.

Zu guter Letzt werden die sogenannten „Insolvenzgläubiger“ an Ihrer Insolvenzmasse beteiligt und befriedigt. Die Insolvenzgläubiger sind all diejenigen Gläubiger, die Ihre rechtmäßigen Forderungen, die diese gegen Sie innehaben, zur Insolvenztabelle angemeldet haben. Zur Befriedigung der Insolvenzgläubiger wird die sogenannte „Insolvenzquote“ berechnet und herangezogen. Diese Quote bringt eine prozentuale und anteilige Befriedigung der Insolvenzgläubiger an der Insolvenzmasse mit sich. In der Praxis bedeutet dies für viele Insolvenzgläubiger allerdings, dass diese sich mit einem sehr geringen Prozentsatz der ursprünglichen Forderung gegen Sie zufriedengeben müssen.

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