Wenn Sie sich als Schuldner oder Schuldnerin für die Einleitung und Durchführung eines Insolvenzverfahrens über Ihr Vermögen entscheiden, gibt es im Rahmen dessen unterschiedliche Gläubigerpositionen, die es zu bedienen gilt. Eine dieser Gläubigerpositionen ist die der sogenannten „Massegläubiger“.

Als Massegläubiger sind solche Gläubiger anzusehen, die während Ihres laufenden Insolvenzverfahrens gegenüber den Insolvenzgläubigern privilegiert behandelt werden.

Massegläubiger anhand der Masseverbindlichkeiten erkennbar

Die Massegläubiger sind insbesondere an der Forderungsart, die sie gegen Sie innehaben, zu bestimmen. Die Forderungen Ihrer Massegläubiger werden aus Ihrer Sicht nämlich als Masseverbindlichkeiten angesehen beziehungsweise bezeichnet. Nach der Aus- und Absonderung bildet das noch verbleibende Vermögen die Insolvenzmasse. Die Insolvenzmasse ist das Vermögen, welches im Rahmen Ihrer Insolvenz verwertet wird und der Gläubigerbefriedigung dienlich ist. Aus diesem Vermögen werden dann die Masseverbindlichkeiten der Massegläubiger bevorzugt vor den Verbindlichkeiten der Insolvenzgläubiger befriedigt.

Unter die Masseverbindlichkeiten fallen vor allem die eigentlichen Kosten des Insolvenzverfahrens selbst, alle Verbindlichkeiten, die Ihr Insolvenzverwalter in Bezug zu Ihrem Insolvenzverfahren eingeht und Verbindlichkeiten die Ihr vorläufiger Insolvenzverwalter begründet hat. Das können auch Verbindlichkeiten sein, die aus Verträgen resultieren, die Ihr Insolvenzverwalter aufrechterhalten hat.

Als Massegläubiger sind somit insbesondere das zuständige Insolvenzgericht, der vorläufige Insolvenzverwalter und der endgültige Insolvenzverwalter anzusehen. Typische Masseverbindlichkeiten sind anfallende Gerichtskosten und die Vergütung Ihres Insolvenzverwalters.

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