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Abweisung mangels Masse

Bekannt aus:

Die Abweisung mangels Masse und der damit einhergehende Abweisungsbeschluss

Ein Insolvenzverfahren kann durchaus auch durch das zuständige Insolvenzgericht abgelehnt werden. Ein Grund hierfür kann die sogenannte „Abweisung mangels Masse“ sein. Der Rechtsbegriff der Abweisung mangels Masse ist im § 26 der Insolvenzordnung (InsO) geregelt.

Die Abweisung mangels Masse bedeutet, dass es erst gar nicht zu einem Insolvenzverfahren über Ihr Vermögen kommt. Das Gericht trifft eine solche Entscheidung, wenn das verfügbare Vermögen des Schuldners / oder der Schuldnerin voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des angestrebten Insolvenzverfahrens zu begleichen. Unter die Kosten des angestrebten Insolvenzverfahrens fallen beispielsweise die Gerichtskosten, die Kosten des Gläubigerausschusses und die Gebühren des Insolvenzverwalters.

Doch wie genau kann es zu einer Abweisung mangels Masse kommen?

Wenn Sie als Schuldner oder Schuldnerin einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über Ihr Vermögen stellen, überprüft das zuständige Gericht eingehend, ob Ihr verfügbares Vermögen, sprich die Insolvenzmasse, die Kosten des Insolvenzverfahrens deckt. Diese Überprüfung wird meistens im Rahmen eines Gutachtens durchgeführt. Hierzu bestimmt das Insolvenzgericht in aller Regel einen vorläufigen Insolvenzverwalter, der dieses Gutachten dann erstellt. Ergibt das Ergebnis des Gutachtens, dass Ihre Insolvenzmasse nicht zur Kostendeckung des Insolvenzverfahrens ausreicht, kann das zuständige Gericht Ihren Antrag auf Verfahrenseröffnung abweisen.

Der Abweisungsbeschluss – so erfahren Sie von der Abweisung mangels Masse!

Kommt das Insolvenzgericht zu der oben erörterten Feststellung und weist Ihren Antrag auf Verfahrenseröffnung mangels Masse ab, so ergeht der sogenannte „Abweisungsbeschluss“. Dieser Abweisungsbeschluss geht Ihnen als Schuldner oder Schuldnerin zu. Die Kosten, die dem Gericht im Zusammenhang mit der Erstellung des Abweisungsbeschlusses einhergehen, haben Sie als Schuldner oder Schuldnerin zu tragen.

Der Abweisungsbeschluss entfacht sodann die Wirkung, dass Ihre Gläubiger nun wieder versuchen können die gegen Sie tatsächlich bestehenden Forderungen im Rahmen von Maßnahmen der Zwangsvollstreckung einzutreiben.

Welche Möglichkeiten bestehen trotz fehlender Insolvenzmasse das Insolvenzverfahren einzuleiten?

Bei dem Insolvenzverfahren über das Vermögen natürlicher Personen besteht eine Alternative zur Einleitung eines Insolvenzverfahrens, selbst wenn das Vermögen des Schuldners die Kosten des Verfahrens zunächst nicht deckt. Diese Alternative stellt die „Stundung der Verfahrenskosten“ dar. Die Stundung der Verfahrenskosten wird mittels Antrag bei dem zuständigen Insolvenzgericht erreicht und verhilft in aller Regel auch mittellosen Schuldnern und Schuldnerinnen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit dem Ziel der Restschuldbefreiung.

Des Weiteren kommt es grundsätzlich auch nicht zu einer Abweisung mangels Masse, wenn ein gewisser Vorschuss der Verfahrenskosten geleistet werden kann.

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