Anschaffungen in der Insolvenz

Anschaffungen im Insolvenzverfahren sollten Sie grundsätzlich nur nach dem Eintritt der Wohlverhaltensperiode tätigen – ansonsten drohen Insolvenzbeschlag und Verwertung. In der Wohlverhaltensperiode können Sie hingegen Geld ansparen oder Zuwendungen Dritter erhalten.

Nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet wird, unterliegt Ihr gesamtes Vermögen dem sogenannten Insolvenzbeschlag. Damit wird die Vermögensbefugnis auf den Insolvenzverwalter/Treuhänder übertragen und dem Schuldner die Verfügung über sein zur Insolvenzmasse gehörendes Vermögen verboten.

Vom Insolvenzbeschlag gibt es einige wichtige Ausnahmen:

  1. Ausgenommen sind zunächst pfändungsfreie Gegenstände (§ 36 Abs. 1 InsO, §§ 811 ff. ZPO)
  2. Ausgenommen sind vom Treuhänder/Insolvenzverwalter freigegebene Gegenstände – Dies geschieht, wenn Nachteile zu Lasten der Masse entstehen könnten, z. B. durch Belastungen eines ansonsten nicht werthaltigen Grundstückes usw.
  3. Ausgenommen sind schließlich alle Neuanschaffungen, die in der Wohlverhaltensperiode getätigt werden. Dies ist der Fall, weil zu diesem Zeitpunkt das Verfahren gem. § 200 InsO aufgehoben ist. Für Sie heißt das: Sobald die Wohlverhaltensperiode eintritt, können Sie etwas ansparen oder Zuwendungen erhalten. Passen Sie jedoch bei Erbschaften auf! Diese sind zur Hälfte abzuführen, weshalb u. U. eine rechtzeitige Ausschlagung empfehlenswert ist.