Bei einer Kontopfändung gilt es, schnellstmöglich mit Ihrer Bank zu sprechen und Ihr Konto in ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Sie sollten schnell handeln, weil nach einer Kontopfändung ohne einen Pfändungsschutz innerhalb von zwei Wochen die Auskehr des gesamten Pfändungsbetrages an den Gläubiger droht – So könnten Sie ohne ein monatliches Einkommen dastehen.
Falls Sie eine Einzelperson ohne Unterhaltsverpflichtung sind, steht Ihnen sodann der Pfändungsfreibetrag monatlich zur Verfügung. Wenn Unterhaltsverpflichtungen bestehen, ist eine Bescheinigung nach § 850k ZPO erforderlich, um den Pfändungsfreibetrag zu erhöhen.
Diese Bescheinigungen werden von den folgenden Personen/Firmen ausgestellt:

  • Arbeitgeber – dieser ist hierzu aber nicht verpflichtet
  • Rechtsanwälte
  • Sozialleistungsträger – die Agentur für Arbeit
  • Familienkassen
  • Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen.

Wir raten unseren Mandanten, sich eine Bescheinigung beim Arbeitgeber bzw. dem Sozialleistungsträger ausstellen zu lassen. Sollte dies nicht möglich sein, können Sie diesbezüglich gerne auf uns zurückkommen.

Daneben empfehlen wir parallel einen sogenannten Pfändungsschutzantrag („Freigabeantrag nach § 850 k ZPO“) zu stellen, womit auch gerichtlich eine Kontopfändung verhindert werden kann. Dies gilt vor allem dann, wenn weitere berechtigte Aufwendungen Ihrerseits bestehen, die den Pfändungsfreibetrag noch weiter erhöhen – Hier kann das Vollstreckungsgericht Abhilfe schaffen.

Achtung: Wenn Ihre eigene Bank gegen Sie im Wege einer Kontopfändung vollstreckt, nützt Ihnen eine Umstellung zum P-Konto nichts. Sie sollten dann erst recht den Pfändungsschutzantrag beim Vollstreckungsgericht – dem Amtsgericht an Ihrem Wohnort – stellen. Gleichzeitig eröffnen Sie ein neues Konto bei einer anderen Bank als derjenigen, bei der Sie Schulden haben.

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