Die Kontopfändung ist eine Vollstreckungsmaßnahme. Zusammen mit der Gehaltspfändung gehört sie zu den Forderungspfändungen. Dabei wird der geschuldete Geldbetrag auf Antrag eines Gläubigers durch einen sogenannten Pfändungs- und Überweisungsbeschluss von Ihrem Konto eingezogen.

Für eine Kontopfändung kann nur unter müssen folgendeVoraussetzungen erfüllt sein:

  • Es liegt ein vollstreckbarer Titel des Gläubigers gegen den Schuldner vor,z.B. ein Urteil oder eine notarielle vollstreckbare Urkunde
  • Der Titel ist dem Schuldner zugestellt worden
  • Der Gläubiger hat einen Antrag auf Erlass eines die Kontopfändung auslösenden Pfändungs-und Überweisungsbeschluss gestellt
  • Der Überweisungsbeschluss muss Ihrer Bank (sog. Drittschuldner) vom Gerichtsvollzieher zugestellt worden sein. Öffentlich rechtliche Gläubiger können hierbei besonders schnell handeln, weil Ihr Titel nicht durch einen Gerichtsvollzieher förmlich zuzustellen ist, sondern per Post an den Drittschuldner gesandt werden kann. So sind die Vollstreckungen des Finanzamtes oder der Krankenkasse durch die sog. Pfändungs-und Einziehungsverfügungen um einiges schneller als gewöhnliche Kontopfändungen.

Eine wirksame Kontopfändung hat für den Schuldner in der Regel schwerwiegende Folgen, die zumeist plötzlich und ohne Ankündigung eintreten:

  • Barabhebungen sind nicht weiter durchführbar
  • die Karte des Schuldners wird bei der nächsten Barabhebung bei der Bank oder am Automaten eingezogen
  • nach einer Wartefrist von zwei Wochen wird das auf dem Konto vorhandene Guthaben in Höhe der vom Gläubiger geltend gemachten Forderung an diesen ausgekehrt
  • Lastschriften und Daueraufträge werden nicht mehr ausgeführt

Gegen überraschende Pfändungen sollten Sie sich bereits im Vorfeld schützen, indem Sie in einer Schuldensituation ein Pfändungsschutzkonto einrichten. Dies ist grundsätzlich ratsam, wenn Sie z. B. Mahnbescheide oder Mahnungen vom Finanzamt oder der Krankenkasse erhalten oder eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben haben.
Wenn eine Kontopfändung bereits geschehen ist, hilft Ihnen noch immer eine Umstellung des Kontos in ein Pfändungsschutzkonto.
Erst durch das Insolvenzverfahren oder einen erfolgreichen Schuldenvergleich erlangen Sie nach einer Schuldensituation einen umfassenden Pfändungsschutz.

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