Die Privatinsolvenz kann von allen Privatpersonen unabhängig von ihrer Erwerbstätigkeit beantragt werden: von Arbeitnehmern, Beamten, Arbeitslosen, Rentnern, Hausfrauen, ALG II-Empfängern oder Kleinunternehmern.

Privatinsolvenz kann auch von ausländischen Staatsbürgern beantragt werden, wenn sie ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Auch für Kleinunternehmer kommt Privatinsolvenz in Betracht. Sie können Privatinsolvenz beantragen, wenn Sie Gewerbetreibender oder Freiberufler sind. Hauptvoraussetzung ist dabei, dass Ihre Unternehmung als klein eingestuft werden kann (§ 304 Abs. 1 InsO). Nur dann kommen Sie einer Privatperson gleich.

Folgende Voraussetzungen bestehen für Selbstständige zur Beantragung der Privatinsolvenz: Sie sollten Ihre selbstständige Tätigkeit beendet haben, bevor Sie den Insolvenzantrag gestellt haben, 19 oder weniger Gläubiger haben und keine Ihrer Schulden sollte aus einem Arbeitsverhältnis mit einem früheren Arbeitnehmer stammen.

Übrigens: Falls Sie zum Zeitpunkt Ihres Privatinsolvenzantrags Ihre selbstständige Tätigkeit eingestellt haben um Privatinsolvenz beantragen zu können, können Sie diese mit Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens selbstverständlich wieder aufnehmen.

Privatinsolvenz kann auch von einem Ihrer Gläubiger beantragt werden – Reagieren Sie dann sofort!

In einem solchen Fall wird der Antrag zumeist von einer Stelle mit öffentlichem Auftrag gestellt, z. B. dem Finanzamt, einer Berufsgenossenschaft oder einer Krankenkasse.

Falls ein Gläubigerantrag vorliegt, müssen Sie reagieren! Schätzen Sie schnell und nüchtern ab, ob Sie zahlungsunfähig sind oder den Antrag noch durch Zahlung abwenden können. Falls Sie Ihre Zahlungsunfähigkeit annehmen, müssen Sie schnell handeln und innerhalb der vom Gericht gesetzten Erklärungsfrist einen eigenen Insolvenzantrag stellen. Denn: Nur so erhalten Sie die Restschuldbefreiung!

Nach Ihrem Antrag haben Sie 3 Monate Zeit (§ 305 Abs. 3 S. 3 InsO) zu prüfen, ob Sie zahlungsunfähig sind und welches Insolvenzverfahren für Sie in Betracht kommt.
Nehmen Sie zur Beantwortung dieser Fragen qualifizierte Hilfe in Anspruch – Unsere Beratungshotline steht Ihnen dafür kostenfrei und unverbindlich zur Verfügung.

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