Eine Zwangsversteigerung läuft wie folgt ab:

1. Zunächst wird ein Gutachter den Wert der Immobilie schätzen – Er erstellt ein sog. „Verkehrswertgutachten“, auf dessen Grundlage das Gericht den Wert des Grundstückes festsetzt. Sie sind hierbei nicht verpflichtet, den Gutachter in das Haus zu lassen. Allerdings sollten Sie dies u. U. im eigenen Interesse tun, damit der richtige Wert ermittelt werden kann.

2. Hiernach wird ein erster Termin anberaumt. Damit die Immobilie nicht im ersten Termin unter Wert versteigert wird, bestehen sogenannte Mindestgebotsgrenzen. Wenn das Gebot im ersten Termin unter 5/10 des vom Gericht festgelegten Verkehrswertes liegt, wird das Vollstreckungsgericht von Amts wegen den Zuschlag versagen. Der betreibende Gläubiger kann widersprechen, wenn das Gebot unter 7/10 des Verkehrswerts liegt.

3. Wenn es im ersten Termin nicht zum Zuschlag kam, wird ein zweiter Termin anberaumt. Der Zuschlag wird bei einem Gebot unter 5/10 des Verkehrswertes vom Vollstreckungsgericht von Amts wegen versagt.

4. Wenn weiter kein Zuschlag zustande kam, kommt es zum sog. dritten Termin. Hierbei reicht es für den Zuschlag, dass ein Gebot alleine die Kosten des Vollstreckungsverfahrens abdeckt. Einer Verschleuderung weit unter Verkehrswert wird nur entgegengewirkt, indem bei einem Höchstgebot unter 1/10 des Verkehrswertes das Vollstreckungsgericht verpflichtet wird, den Zuschlag nicht schon im Termin selbst zu verkünden. Es wird ein einige Tage später liegender Termin bestimmt, damit der Schuldner die Möglichkeit erhält, den Zuschlag zu verhindern

5. Nach dem Zuschlag wird der Ersteher Eigentümer. Der Ersteher kann alsbald Zwangsräumung betreiben. Zudem wird ein Termin zur Erlösverteilung (Verteilungstermin) angeordnet im Rahmen dessen die Gläubiger nach ihren Rangfolgen befriedigt werden. Hiernach wird der Ersteher als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen. Wenn die Immobilie nicht versteigert werden konnte, wird das Verfahren beendet – Der Schuldner bleibt Eigentümer.

Kommentare sind geschlossen.