Der Prozessvergleich ist in § 779 BGB geregelt und legaldefiniert. Er stellt hiernach einen Vertrag dar, durch den der Streit oder die Ungewissheit der Parteien (Schuldner und Gläubiger) über ein Rechtsverhältnis (Bestehen einer Verbindlichkeit), im Wege eines gegenseitigen Nachgebens (Kompromiss) beseitigt wird.

Der abgeschlossene Prozessvergleich stellt einen Titel dar, aus dem vollstreckt werden kann. Er hat somit Doppelwirkung. Zum einen hat er prozessrechtliche Wirkung (Beendigung des Prozesses) und zum anderen materiell rechtliche Wirkung (Begründung eines Anspruches).

Als materiell rechtlicher Vergleichsvertrag einigen sich daher die Parteien über ein Schuldverhältnis bzw. eine Schuld. Sei es bspw. über die Höhe oder auch das grundsätzliche Bestehen bzw. Nichtbestehen einer Verbindlichkeit.

Im Rahmen der Insolvenz tritt der Prozessvergleich in der Praxis in vielfältiger Form in Erscheinung. Am häufigsten ist der Schuldner mit dem Prozessvergleich konfrontiert, wenn er den Gläubigern ein finanzielles Angebot machen kann, welches ausreichend attraktiv ist, dass diese sich einlassen, auf einen Teil Ihrer Forderung zu verzichten.

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