Wenn Sie eine Privatperson sind, kann Sie niemand zur Stellung eines Insolvenzantrages verpflichten. Das heißt, dass Sie nicht einmal dann einen Insolvenzantrag stellen müssten, wenn einer der Insolvenzgründe vorliegt – Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Die Entscheidung zur Stellung eines Antrages auf Insolvenz sollte von Ihnen alleine auf wirtschaftlicher Grundlage getroffen werden. Hier sind Entscheidungskriterien z.B. wenn eine Entschuldung aus eigener Kraft nicht möglich und eine Einigung mit den Gläubigern durch einen außergerichtlichen Vergleich unwahrscheinlich ist.

Auch als Unternehmer oder Selbstständiger gilt für Sie dasselbe: Sie können selbst den Zeitpunkt der Stellung eines Insolvenzantrages wählen.

Etwas anderes gilt für

  • Organe juristischer Personen
  • Geschäftsführer und Liquidatoren einer GmbH
  • Vorstandsmitglieder und Abwickler einer AG und KGaA
  • Vorstandsmitglieder und Liquidatoren einer eingetragenen Genossenschaft
  • Vorstände eines rechtsfähigen Vereins
  • Personengesellschaften ohne natürliche Personen als persönlich haftende Gesellschafter.

Diese sind dazu verpflichtet, bei Vorliegen eines Insolvenzgrundes binnen 3 Wochen einen Insolvenzantrag zu stellen. Anderenfalls droht Ihnen eine Strafbarkeit wegen Insolvenzverschleppung (§ 15a InsO).

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