Unpfändbare Gegenstände sind solche, die nicht gepfändet und im Anschluss verwertet werden dürfen. Die Pfändbarkeit und Verwertung von Vermögen des Schuldners geht über die des Zwangsvollstreckungsverfahrens hinaus. § 36 InsO setzt hierbei für Insolvenzverfahren die Rahmenbedingungen für die Pfändbarkeit von Gegenständen und verweist auf die Normen der Zivilprozessordnung. Hiernach sind Haushaltsgegenstände in der Regel unpfändbar, sofern sie der Lebensführung (einschließlich Erwerbstätigkeit) dienen und nicht von signifikantem Wert sind. Hierzu zählen insbesondere Möbel, Kommunikationsgeräte, Kraftfahrzeuge, Kleidung und auch Haustiere des Schuldners.

Im Falle einer besonderen Wertigkeit des Gegenstandes besteht allerdings die Möglichkeit, dass eine sogenannte Austauschpfändung vorgenommen wird. Hierbei wird die wertvolle Sache gepfändet und verwertet, und durch eine Sache mit geringerem Wert, jedoch mit gleicher Funktionalität ausgetauscht.

Überdies enthält der § 850a ZPO, auf den der § 36 InsO verweist, spezielle Regelungen bezüglich Pfändungen von Bezügen. Besonders relevant und in der Praxis von großem Interesse, ist hierbei die eingeschränkte Pfändbarkeit des Entgelts für geleistete Mehrarbeitsstunden, Weihnachtsvergütungen, Treuegelder und Aufwandsentschädigungen.  Häufig haben Schuldner die Sorge, dass Gegenstände der Ehegatten oder Lebensgefährten ebenfalls gepfändet werden können. Es sind nur Gegenstände pfändbar, die im Eigentum des Schuldner stehen. Die Gegenstände von Freunden, Verwandten und Bekannten unterliegen daher nicht der Pfändung. Interessant ist auch, dass Eheringe unpfändbar sind, Verlobungsringe hingegen nicht. Grund dafür ist, dass sich eine Verlobung leichter vortäuschen lässt als eine Ehe.

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