Die Verfahrenskosten für eine Regel- oder Verbraucherinsolvenz umfassen gem. § 54 InsO die Gerichtskosten und die Vergütung und Auslagen des Insolvenzverwalters und der Gläubigerausschussmitglieder, sofern ein ein solcher Ausschuss eingesetzt wurde.

Die Gerichtskosten stellen hierbei die Gebühren des Gerichts und die Ausgaben für die Zustellung von Beschlüssen und Veröffentlichungen dar. Hier muss man nach der jeweiligen Verfahrensart unterscheiden:

Bei einer Verbraucherinsolvenz richten sich diese Gebühren nach dem Wert des pfändbaren Vermögens, wobei mit Gerichtskosten in Höhe von mindestens 300-500 Euro zu rechnen ist.

Im Regelinsolvenzverfahren hängen die Gerichtskosten hingegen vom Wert der Insolvenzmasse ab. Dieser Wert kann im Einzelfall stark variieren, weshalb man keinen Durchschnittswert annehmen kann. Häufig fordert das Gericht einen sogenannten „Gerichtskostenvorschuss“ in Höhe von 1.500 – 3.000 € für die Auslagen des Gerichts und als Kosten für den Gutachter sowie den späteren Verwalter.

Soweit sie aufgrund ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht imstande sind die Verfahrenskosten zu begleichen, können ihnen gem. § 4a InsO sowohl im Verbraucher-, als auch im Regelinsolvenzverfahren die Verfahrenskosten gestundet werden. Das bedeutet, dass Sie die Kosten nicht sofort, aber gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt aufbringen müssen, wenn es nicht möglich ist die Kosten im Laufe des Verfahrens aus der Masse zu begleichen. Das Gericht wird dann gem. § 4b InsO an ihre wirtschaftlichen Verhältnisse angepasste Raten festlegen, die nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode und dem Eintritt ihrer Entschuldung zu tilgen sind.

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