Vermögenswirksame Leistungen werden häufig von Arbeitgebern zusätzlich zum Arbeitseinkommen vereinbart. Die vermögenswirksame Leistung ist eine über die Gewährung einer Zulage staatlich geförderte Form des Sparens in Deutschland. Diese Möglichkeit besteht auch für den Schuldner im Insolvenzverfahren. Dazu kann der Schuldner eine entsprechende Vereinbarung mit seinem Arbeitgeber treffen.

In der Insolvenz ist zwischen dem durch die angelegten Leistungen gebildete Kapital und dem Anspruch auf die vermögenswirksamen Leistungen an sich zu unterscheiden.

Der Anspruch auf vermögenswirksame Leistung ist nach § 13 Abs. 8 5 VermBG nicht übertragbar und damit auch nicht pfändbar nach § 851 ZPO. Somit sind die vor einer Pfändung vereinbarten vermögenswirksamen Leistungen daher nicht auf die Höhe des Einkommens anzurechnen,  sondern sind vom Bruttoeinkommen nach § 850e Nr. 1 ZPO abzuziehen.

Im Gegensatz dazu kann das durch die Leistungen gebildete schon bestehende Kapital vor der Insolvenzeröffnung zur Insolvenzmasse gezogen und damit gepfändet werden. Dies erfolgt häufig im Wege einer Kontolöschung und der Auszahlung des entsprechenden Betrages an den Insolvenzverwalter.

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