Ziel einer jeden Insolvenz ist die Restschuldbefreiung, die dazu führt, dass der Insolvenzschuldner vollständig von seinen Schulden befreit wird – unabhängig von der Höhe der Schulden und Anzahl der Gläubiger. Die Restschuldbefreiung tritt spätestens sechs Jahre nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein. Sie kann jedoch bei Vorliegen eines der Gründe gem. § 290 InsO versagt werden. Dazu muss einer Ihrer Gläubiger im Schlusstermin die Versagung Ihrer Restschuldbefreiung beantragen und einen der folgenden Gründe glaubhaft machen:

  • Verurteilung wegen einer Straftat gem. § 283-283c StGB in den letzten fünf Jahren vor Stellung des Insolvenzantrages oder danach
  • Abgabe schriftlich fahrlässig falscher Angaben zu Ihren Vermögensverhältnissen in den letzten drei Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder danach, um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen
  • Vorsätzliche oder grob fahrlässige Beeinträchtigung der Befriedigung der Insolvenzgläubiger in den letzten drei Jahren durch Begründung unangemessener Verbindlichkeiten, Vermögensverschwendung oder die Verzögerung der Eröffnung des  Insolvenzverfahrens ohne Aussicht auf eine Besserung Ihrer wirtschaftlichen Lage
  • Vorsätzliche oder grob fahrlässige Verletzung von Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten nach der Insolvenzordnung
  • Vorsätzliche oder grob fahrlässige unrichtige oder unvollständige Angaben in den Gläubiger-, Forderungs- und Vermögensverzeichnissen nach § 305 Abs. 1 Nr. 3 InsO oder in der Erklärung für den Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung   gem. § 287 Abs. 1 S. 3 InsO
  • Schuldhafte Verletzung der Erwerbsobliegenheit gem. § 287b InsO und dadurch Beeinträchtigung der Gläubigerbefriedigung.

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