Wirtschaftsauskunfteien sind privatwirtschaftlich geführte Unternehmen. Sie übermitteln wirtschaftlich relevante Daten von Unternehmen oder Privatpersonen an Geschäftspartner. Eine solche Bonitätsauskunft dürfen jedoch nur Firmen einholen, die dazu berechtigt sind. Zu den Gründen zählen Geschäftsanbahnungen, Forderungseinzüge und alle Arten von Kauf-, Miet- und Leasingvertragsabschlüssen. Es wird kaum ein Vertrag abgeschlossen, ohne vorher Informationen einer Wirtschaftsauskunftei eingeholt zu haben. Auch Vermieter verlangen immer häufiger eine SCHUFA-Auskunft der potenziellen Mieter. Die Auskunfteien sollen vor Vertragsabschlüssen dabei helfen, die Zahlungsfähigkeit des möglichen Vertragspartners im Überblick zu haben.

Gearbeitet wird größtenteils mit einem Scoring-Verfahren. Dieser Scoring-Wert soll den Anfragenden, Auskunft über die finanzielle Situation des betroffenen geben. Dabei kann diese eine Kennzahl über das Zustande – oder nicht Zustandekommen eines Vertrages entscheiden. Da kaum ersichtlich ist, aus welchen Komponenten sich die Kennzahl zusammensetzt und jede Auskunftei andere Methoden verwendet, um den Wert zu ermitteln, hat der Gesetzgeber in § 29 b BDSG Richtlinien geschaffen, die das Zustandekommen transparenter darstellen sollen. Somit darf das Berechnungsverfahren nicht willkürlich sein und muss wissenschaftlich fundierte mathematische Methoden zu Ermittlung des Wertes einsetzen.

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