Stellenabbau bei der Commerzbank – Mehr als zunächst erwartet

Bei der Commerzbank könnten mehr Arbeitsstellen wegfallen, als bisher gedacht. Bis zu 5.000 Stellen können entfallen – Mehr dreimal soviel wie die zuletzt berichteten 1.500.

Mittelstandsbank hart getroffen

Der immense Stellenwegfall ist wohl auf einen hohen Ertragsschwund zurückzuführen. Besonders die Mittelstandsbank bereitet der Chefetage sorgen. Wie das Wall Street Journal berichtet, versucht der Vorstand daher die Verluste durch den Abbau Tausender Stellen in den Griff zu bekommen. 5.000 Stellen würden mehr als 10% der Mitarbeiter des zweitgrößten deutschen Bankinstitutes darstellen.

Die Sparte Mittelstandsbank war bisher das verlässlichste Zugpferd der Commerzbank. In letzter Zeit ließen die Gewinne jedoch zu wünschen übrig, die schwache Kreditnachfrage führte zu unbefriedigenden Zahlen. Die Mittelstandsbank soll nun aufgespalten werden. Der mittelständische Bereich soll auf die Privatkunden- und Investmentbank aufgeteilt werden. Kleinere Firmenkunden werden fortan von der prozessorientierten Privatkundenbank betreut, Großkunden finden ihr neues Zuhause bei der Investmentbank.

Auch die zentrale Verwaltung wird wohl von dem Stellenabbau betroffen sein, laut internen Stimmen, müsste man dort bis zu 2.000 Stellen streichen.

Bei der Zinspolitik verkalkuliert

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht der Commerzbank mit ihrem Fokus auf Privat- und Firmenkunden besonders viel Druck. Lange Zeit haben die Vorstände am Steuer gehadert, wie man mit dem Kurs der EZB umgehen soll. Sie haben schlussendlich auf eine Normalisierung des Zinskurses gebaut und sich damit verkalkuliert. Doch als man die Hartnäckigkeit des eingeschlagenen Kurses erkannte, war es bereits zu spät – Einziger Ausweg: Stellenabbau.

Könnte ich betroffen sein?

Besonders gefasst müssen sich wohl wie gesagt die Mittelstandsbank machen. Allein das Bestreben Richtung Digitalisierung, dürfte wohl mehr als 1000 Stellen überflüssig gestalten. Das Back Office in Deutschland wird dadurch hart getroffen. Dazu gehören in erster Linie Kreditbearbeitung, Reklamation und die IT. Wenigstens Filialen sollen wohl weitgehend verschont werden. Niederlassungen fallen aufgrund niedriger Kosten eh kaum ins Gewicht, hier herrscht wohl leider kaltes Kalkül. Noch ist nichts in Stein gemeißelt, jedoch stehen die Chancen auf positive Änderungen schlecht, Mitarbeiter der Commerzbank müssen sich eventuell auf harte Zeiten gefasst machen.

Als Trost für den Verlust der Stelle dürfte allerdings eine angemessene Abfindung dienen. Hier sind die Details noch völlig offen.

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