Arbeitsverhinderung durch Krankheit und die Entgeltfortzahlung

Jeder Arbeitnehmer kennt das: Man steht morgens auf, fühlt sich kränklich und merkt, heute bleib ich lieber daheim. Doch was muss man als Arbeitnehmer beachten, wenn es nicht bei einem oder zwei Krankheitstagen bleibt? Wie verhält es sich beispielsweise mit dem Lohn, wenn man über einen längeren Zeitraum krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erscheinen kann? Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts verschafft nun Klarheit darüber, was man als Arbeitnehmer beachten muss, um eine Entgeltfortzahlung zu gewährleisten.

Wenn die Krankheit noch einen drauflegt

Leider bleibt es oft nicht nur bei einem Leiden im Krankheitsfall. So verhielt es sich jüngst mit dem klagenden Arbeitnehmer, der eine schmerzhafte Wirbelsäulen-Krankheit erlitt und in Folge dessen arbeitsunfähig wurde. Der Hausarzt erteilte sachgemäß eine Krankschreibung und der Kläger erschien für die Dauer der Krankschreibung nicht zur Arbeit.

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz hat ein Arbeitnehmer, welcher krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist, einen Anspruch auf Lohnzahlung für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen.

Achtung: Ein solcher Anspruch steht einem jedoch erst zu, wenn man bereits vier Wochen beim jeweiligen Arbeitgeber beschäftigt ist. Vorher ist die Krankenkasse für eine eventuelle Lohnzahlung im Krankheitsfall zuständig.

Wenn der Arbeitnehmer nach Ablauf der sechs Wochen erneut, aufgrund derselben Krankheit, arbeitsunfähig wird, so hat man nur unter Umständen erneut Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

So müssen entweder vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit sechs Monate verstrichen sein, oder seit Beginn der ersten Krankheit 12 Monate vergangen sein.

Die Einheit des Verhinderungsfalls

In unserem Fall verblieb es jedoch nicht nur bei einem Leiden. Der Kläger erlitt schwere Schulterschmerzen noch während der attestierten ursprünglichen Arbeitsunfähigkeit. Daher schrieb der Hausarzt des Arbeitnehmers eine weitere Krankschreibung aus.

Der Arbeitgeber zahlte jedoch nur für die Dauer der ersten Arbeitsunfähigkeit den Lohn weiter und berief sich bezüglich der zweiten Krankheit auf die sogenannte Einheit des Verhinderungsfalls.

Wir haben zunächst festgestellt, dass man als Arbeitnehmer für einen Zeitraum von sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat. Befällt den Arbeitnehmer aber eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer neuen Krankheit, so besteht der Lohnanspruch über die sechs Wochen hinaus.

Die Ausnahme hiervon bildet die Einheit des Verhinderungsfalls. Demnach entsteht kein erneuter Anspruch, wenn während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine neue Krankheit auftritt, welche auch zu Arbeitsunfähigkeit führt. In einer solchen Situation besteht ein Anspruch auf Lohn nur für sechs Wochen. Nur wenn der Arbeitnehmer zwischen den zwei Krankheiten tatsächlich arbeitsfähig war, kann ein erneuter Anspruch überhaupt erst entstehen. Bei der Feststellung der Arbeitsfähigkeit ist dabei auf fachmännische Beurteilung eines Arztes abzustellen.

Darlegen – Dokumentieren – Nachweisen

Um Ansprüche aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz geltend machen zu können, muss man als Arbeitnehmer selber die Darlegungs- und Beweislast tragen. Hierbei ist besonders zu beachten, dass nicht bloß die Arbeitsunfähigkeit selbst, sondern auch deren Beginn und Ende eine Rolle spielt.

Dabei kann sich der Arbeitnehmer zunächst auf den ärztlichen Attest stützen, welcher beweist, dass Arbeitsunfähigkeit tatsächlich vorliegt. Handelt es sich jedoch, wie im Beispielsfall, um eine hinzukommende Erkrankung, welche bereits während der ursprünglichen bestand, so muss der Arbeitnehmer den von ihm behaupteten Beginn der neuen Arbeitsunfähigkeit nachweisen können. Auch hierbei kann man sich auf das Urteil des behandelnden Arztes stützen.

Fazit

Es ist ratsam, im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit alles genau zu dokumentieren und zu kommunizieren. Ist man unsicher, ob ein Anspruch auf Lohnzahlung besteht, oder welche Auswirkungen eine weitere Erkrankung haben kann, so sollte man sich auf fachmännische Rechtsberatung stützen. Nur dann kann eine reibungslose Entgeltfortzahlung gewährleistet werden, damit man im Krankheitsfall nicht auch noch mit rechtlichen Problemen kämpfen muss.

32 Kommentare
  1. Avatar
    says:

    Hallo, ich habe mal eine Frage,
    ich war wegen einer Schulterverletzung 8 Wochen krankgeschrieben. Bin trotz Beschwerden wieder arbeiten gegangen und soll nun in 8 Wochen wegen dieser Verletzung operiert werden. Werde deswegen ca.8 bis 10 Wochen krankgeschrieben. von wem bekomme ich dann mein Geld. Erstmal wieder 6 Wochen vom Arbeitgeber oder muss ich sofort wieder Krankengeld beantragen

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      anhand Ihrer Angaben handelt es sich um eine sogenannte Fortsetzungserkrankung. Sie haben daher keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung, sondern auf Krankengeld.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  2. Avatar
    says:

    Hallo, ich bin seit dem 4.5. Krank geschrieben ( Pflege) wegen Erschöpfung. Bin in physischer Betreuung. Jetzt soll die Krankenkasse eintreten. Nun hat mein Arbeitgeber Krankenkasse mitgeteilt das ich im Januar 2 Wochen krank war, was ja stimmt aber wegen einer Erkältung. Krankmeldung bekam Krankenkasse angeblich nicht. Jetzt wollen die nicht zahlen. Aber das war dich wegen einer anderen Krankheit. Hab kein Pfennig Geld nur Ärger. MFG

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrte Frau Ball,

      in der Tat endet nach 6 Wochen die Entgeltfortzahlungspflicht Ihres Arbeitgebers, so dass Sie fortan Krankengeld beziehen müssten. Wie Sie bereits richtig anmerken, hat die Erkrankung im Januar nicht zur Folge, dass Sie nunmehr keinen Anspruch auf Krankengeld mehr hätten. Zwar ist das Einreichen der Krankmeldung eine Obliegenheit des Versicherungsnehmers, doch in diesem Fall handelt es sich nicht um die Erkrankung, wegen der Sie Krankengeld beziehen. Suchen Sie erneut das Gespräch mit Ihrer Krankenkasse und führen die weitere Korrespondenz, sollte man Ihnen nicht zeitnah helfen können, schriftlich.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  3. Avatar
    says:

    Hallo,

    hab mir vor kurzem an der linken Seite meinen Hallux ( Schmerz bedingt)machen lassen, mein Orthopäde will den 2ten Fuß (Rechts) in ca. 3 bis 4 Monaten machen. Ist zwar die selbe Krankheit aber unterschiedlicher Fuß bin voraussichtlich bei beiden Füßen jeweils 7 Wochen krankgeschrieben
    Wer zahlt bei meinem 2ten Fuß ich meine zwar selbe Krankheit aber 2 unterschiedliche Füße

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      nach meiner unverbindlichen Einschätzung handelt es sich um zwei unterschiedliche Erkrankungen. Somit hat auch beim zweiten Fuß der Arbeitgeber die sechswöchige Lohnfortzahlungspflicht, für die siebte Woche würden Sie Krankengeld erhalten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  4. Avatar
    says:

    Hi, würde auch gern meine Situation kurz schildern.
    Ich bin am 11.5. wegen einer Erkankung bis zum 24.5. krank geschrieben worden.
    Am 16.5, bin ich gestürzt und habe mir den Arm gebrochen. Die alte AU lief noch, also bin ich erst am 25.5. zur ersten Röntgenkontrolle zum Orthopäden und habe da eine Erst-AU ab dem 25.5. bekommen.
    Jetzt gibt es Probleme bezüglich des Krankengeldes. Mein Arbeitgeber sagt, der Anspruch auf Lohnfortzahlung endete mit dem 21.6.. Meine Krankenkasse sagt aber, es überschneidet sich nicht und ich hätte Anspruch bis zum 5.7. auf Lohn. Der Arbeitgeber verweigert die Zahlung. Die Krankenkasse rechnet jetzt aber nur mit der zweiten AU.
    Wer hat recht und was kann ich tun? 14 Tage gar kein Geld zu bekommen ist keine Option.
    Danke

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      so wie ich Ihren Sachverhalt verstehe, folgten zwei Krankmeldungen unmittelbar aufeinander, wobei die erste Erkrankung noch nicht ausgestanden war, als Sie sich den Arm gebrochen haben. Unter dem Stichpunkt der Einheit des Verhinderungsfalles wird man zugunsten Ihres Arbeitgebers davon ausgehen müssen, dass er nur für die ersten 6 Wochen zur Entgeltfortzahlung verpflichtet ist. Gegenteiliges müsste ggf. dargelegt und bewiesen werden. Insofern sollten Sie sich an die Krankenkasse wenden und sie an ihre Eintrittspflicht erinnern.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  5. Avatar
    says:

    Ich war vom 12.03.2020 bis 08.05.2020 arbeitsunfähig. Grund hierfür war eine Schleimbeutelentzündung. Der Schleimbeutel platzte und verursachte eine Blutvergiftung, so dass es zu einer Not-OP kam. In der letzten Krankheitswoche wurde durch einen Orthopäden ein Wirbelanbruch festgestellt. Nun war ich 4 Wochen arbeiten und bin aktuell seit dem 08.06.2020 erneut arbeitsunfähig, da am 09.06.2020 die OP an der Wirbelsäule durchgeführt wurde. Lt. meinem Arbeitgeber habe ich keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Lt. Krankenkasse würde es sich um die gleiche Krankheit handeln, so dass direkt Krankengeld bezogen wird.

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      grundsätzlich würde ich davon ausgehen, dass es sich bei den genannten Erkrankungen Schleimbeutelentzündung und Wirbelanbruch um zwei unterschiedliche Erkrankungen handelt.
      Aber wenn Arbeitgeber und Krankenkasse von einer Fortsetzungserkrankung ausgehen, wäre die Begründung genauer zu prüfen.
      Gerne können Sie sich per E-Mail an kontakt@anwalt-kg.de wenden und Ihre Korrespondenz mit der Krankenkasse beifügen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  6. Avatar
    says:

    Über die letzten 3 Jahre war ich des öfteren AU, wegen meiner Erkrankung mit MS.
    Wegen dieser MS habe ich auch einen Gdb von 60 %.
    Letzmalig war ich bis zum 30.11. 2019 AU geschrieben.
    Jetzt bin ich erneut, ab 17.06.2020, wieder wegen meiner MS Erkrankung, AU.
    Mein Arbeitgeber meint, es sei wieder die gleiche Krankheit und er müsse mir keine Lohnfortzahlung leisten, da bereits in 2019 die 6 Wochen aufaddiert und erreicht waren?
    Das ich jetzt fast 6,5 Monate keine AU wegen MS hatte spiele dabei keine Rolle, da ich zwischenzeitlich 2 Wochen wegen einer anderen Erkrankung AU war.
    Ist dem so?

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      anhand Ihrer Angaben waren Sie zwischen dem 01.12.2019 und dem 16.06.2020 nicht aufgrund der gleichen Krankheit arbeitsunfähig. Gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes steht Ihnen daher wieder eine Entgeltfortzahlung von bis zu sechs Wochen zu. Wenn Sie zwischenzeitlich wegen einer anderen Erkrankung nicht arbeiten konnten, ist dies unschädlich. Relevant ist also nur eine erneute Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Erkrankung innerhalb dieser sechs Monate (BAG 29.9.1982, AP LohnFG § 1 Nr. 50; Schmitt/Schmitt Rn. 264; KDHK Rn. 168).

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  7. Avatar
    says:

    Hallo,
    Wenn man 6 Wochen krank geschrieben ist wegen gelenkschmerzen, und dann am Montag zum Arzt wegen einer psychischen Erkrankung krank geschrieben wird. Es war nur das Wochenende dazwischen, muss der Arbeitgeber Lohn weiter zahlen ? VielenDank.

    • Avatar
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      grundsätzlich steht dem Arbeitnehmer in diesem Fall die Lohnfortzahlung zu. Unter Umständen muss nachgewiesen werden, dass die ursprüngliche Erkrankung tatsächlich auskuriert war.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  8. Avatar
    says:

    Folgender Sonderfall:
    Nach mehrfacher AU wegen einer Erkrankung und verteiltem sechswöchigem Bezug von Lohnfortzahlung erhält eine Beschäftigte Krankengeld. Mit Unterbrechungen folgen weitere Zeiten, in denen für Folgeerkrankungen weiter Krankengeld bezogen wird. Nach einer verspäteten Vorstellung beim Arzt, werden die Krankengeldzahlungen eingestellt.

    Nach Ablauf von 12 Monaten hat die Beschäftigte bei erneuter Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit einen erneuten Anspruch auf eine sechswöchige Lohnfortzahlung. Diese wird ihr gewährt.

    Die spannende Frage: Folgt dieser sechswöchigen Lohnfortzahlung dann wieder ein Anspruch auf Zahlung von Krankengeld, sofern die Höchstbezugsdauer noch nicht ausgeschöpft ist? Gilt hier erneut: Der Lohnfortzahlung folgt das Krankengeld? Oder bleibt das Krankengeld durch den früheren verspätete Arztbesuch weiterhin verwirkt?

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      grundsätzlich würde der Anspruch auf Krankengeld wieder aufleben, sobald Sie eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Etwas anderes würde meiner Auffassung nach nur gelten, wenn sich zwischenzeitlich der Status geändert hätte, also die Person beispielsweise aufgrund einer Kündigung mittlerweile zu einer der in § 44 Abs. 2 SGB V genannten Personengruppen gehört, z.B. Bezieher von Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende, “Hartz 4”) oder Familienversicherte.
      In dem genannten Fall, dass es sich um eine beschäftigte Person handelt, müsste der Krankengeldanspruch ab Vorlage der ärztlichen Bescheinigung wieder aufleben.

      Bitte beachten Sie, dass sich hierbei nur um eine unverbindliche Einschätzung handelt. Zur genauen Beurteilung wäre eine individuelle Prüfung des Falles notwendig.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  9. Avatar
    says:

    Guten Tag,

    ich wäre über Tipps und Hilfe in meinem FAll sehr dankbar.

    Ich war 8 Wochen wegen Überlastung am Arbeitsplatz krankgeschrieben, habe 6 W EntgeltF nd 2 Wochen Krankengeld bekommen. Am ersten Arbeitstag noch vor Antritt der Arbeit hats in meiner Hüfte geknackt und seither liege ich mit Rücken flach.

    Mein AG bestreitet den fehlenden Zusammenhang der Krankheiten und ich vermute das macht er um nicht zahlen zu müssen. ICh befürchte, dass ich am MOnatsende keinen Cent bekommen werde, deshalb brauche ich vorab Rat, falls ich es einklagen muss.

    Ich hatte gelesen, dass in solchen Fällen die Beweislast beim AN liegt, zu beweisen, dass man wirklich arbeiten kommen wollte und an Tag 1 des Antritt völlig genesen und einsatzbereit war. Aber wie soll ich das beweisen?
    Hätte ich eine Email an meinen Chef vor Antritt schreiben müssen, dass ich wieder arbeiten komme und es mir besser geht? Welche Beweismittel habe ich noch?

    Danke voran, LG

    • Jan Glitsch
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      in der Tat liegt in diesem Fall die Beweislast beim Arbeitnehmer. Er hat seine Behauptung, es lägen voneinander zu trennende Verhinderungsfälle vor, durch konkreten Vortrag zu den Krankheitsursachen sowie zum Ende bzw. Beginn der jeweiligen Arbeitsunfähigkeit zu konkretisieren und hierfür ggf. vollen Beweis zu erbringen. Insbesondere müssten Sie beweisen, dass die erste Krankheit nicht mehr fortbestanden hat.
      Wie dieser Beweis in Ihrem Fall möglich sein könnte, müsste individuell geprüft werden. Gerne können Sie uns zur Vereinbarung eines Besprechungstermins unter 0221 – 6777 0055 kontaktieren.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  10. Avatar
    says:

    Ich war 5 Monate krankgeschrieben weil ich operiert wurde an einem Finger und es ein sehr komplizierter Fall war. Jetzt war ich ca 3 Wochen arbeiten. Nun bin ich erneut wegen einer anderen Krankheit 1 Woche krankgeschrieben. Bekomme ich dennoch meinen Lohn am Ende des Monats und was kann ich erwarten wenn mein Arbeitgeber die Personalabteilung informieren will.

    • Avatar
      says:

      Sehr geehrte Frau Murawa,

      wenn es sich um eine andere Krankheit handelt, so gilt die Pflicht zur Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  11. Avatar
    says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ich war vom 03.02.2020 bis zum 28.02.2020 und dann, wegen der gleichen Erkrankung, vom 09.03.2020 bis zum 20.03.2020 krank geschrieben. Am 19.03.2020 war ich wegen einer anderen Erkrankung bei einem anderen Arzt und wurde hier fortlaufend krank geschrieben. Diese erfolgte, aus meiner rechtlichen Unwissenheit und um meinen Arbeitgeber rechtzeitig Planungssicherheit zu geben, trotz laufender Krankschreibung bereits am 19.03.2020. Meine Krankenkasse will mir nun nur bis zum 24.03.2020 Lohnfortzahlung gewähren. Ist das rechtlich und wenn ja was ist ggf. zu tun um den Schaden aus Unwissenheit nachträglich zu korrigieren
    .

    • Avatar
      says:

      Sehr geehrter Herr Heinemann,

      so wie ich Ihren vorgetragenen Sachverhalt verstehe, handelt es sich um eine sog. Fortsetzungserkrankung. D.h. die jeweiligen Zeiträume der Krankschreibung werden zusammengerechnet, was in Ihrem Fall zur Folge hat, dass die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers nach 6 Wochen ausgeschöpft ist. Danach steht Ihnen nur noch der Anspruch auf Krankengeld zu.
      Anders wäre dies zu beurteilen, wenn es sich um eine andere Erkrankung gehandelt hätte. Dass Sie noch während Sie wegen der gleichen Erkrankung krankgeschrieben waren, wegen einer anderen Erkrankung arbeitsunfähig geschrieben wurden, vermag das Ergebnis auch nicht zu ändern. Diese Tatsache wird aufgrund des unmittelbaren Zusammenhangs als einheitlicher Verhinderungsfall angesehen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Jan Glitsch
      Rechtsanwalt

  12. Avatar
    says:

    Wie verhält es sich, wenn zwischen zwei verschiedenen Krankheiten ein Wochenende liegt, an dem ich ja nicht arbeite?
    Genauere Erklärung: Ich bin wegen einer Erkrankung bis Freitag arbeitsunfähig, möchte am darauffolgenden Montag wieder arbeiten, mir geht es aber am Montag schlecht und habe jetzt eine andere Erkrankung, weswegen ich erneut arbeitsunfähig bin. Beginnt hier mit der neuen Erkrankung die 6-Wochen-Frist von vorne?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      ja, wenn es sich um eine andere Erkrankung handelt, die nicht im Zusammenhang mit der vorherigen Erkrankung steht, beginnt die 6-Wochen-Frist von vorne, auch wenn nur ein Wochenende dazwischen liegt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

  13. Avatar
    says:

    Das bedeutet doch wohl nicht, wenn ich ununterbrochen krank bin 78 Wochen und weiter, dass ich dann nochmal Entgeld vom Arbeitgeber erhalte?? Das setzt doch wohl immer voraus, das ich mal wieder arbeiten war nach zb. den12 Monaten Krankheit.Das ist mir noch unklar…. .

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, müsste es alle sechs Wochen eine neue, andere Erkrankung sein, also quasi insgesamt mindestens 13 „eigenständige“ Erkrankungen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  14. Avatar
    says:

    Hallo ich habe mal eine frage an euch.

    ich bin jetzt 5 Wochen am Stück auf mein rücken Krankgeschrieben….

    Ich wurde jetzt aber ins krankenhaus eingewiesen wegen Schwindel und Ohnmacht. Im krankehhaus wurde festgestellt das ich an Panickattacken leider und ein Burnout Syndrom leide. DIe behandlung beginnt jetzt Sta<tionär und würd wahrscheinlich mehrere Wochen dauern.

    Meine krankenkasse meinte das der Arbeitgeber weitere 6 Wochen Lohnvorzahlung leisten da ich ja vom arzt eine neue Erstbescheinigung und auf eine völlig andere erkrankung krankgeschrieben worden bin.

    Was meint ihr für die ersten 6 Wochen zahlt der arbeitgeber ja… Aber durch die neue Erkrankung die völlig was anderes ist meint die krankenkasse das der arbeitgeber weitere 6 Wochen zahlen muss.

    Stimmt ?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      wenn es sich um eine neue, andere Erkrankung handelt, muss der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung weiterhin leisten, auch wenn die sechs Wochen überschritten werden.
      Anhand Ihrer Angaben scheint es sich um eine neue Erkrankung zu handeln, die in keinem Zusammenhang mit der alten Erkrankung steht, daher wäre es keine Folgeerkrankung. Demzufolge würde der Anspruch auf Lohnfortzahlung erneut sechs Wochen lang bestehen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  15. Avatar
    says:

    Zusammenfassung:

    Bei erneuter Arbeitsunfähigkeit wegen der gleichen Krankheit, hat der Arbeitnehmer nur einen erneuten Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn die erste Arbeitsunfähigkeit weniger als 6 Monate andauerte oder wenn seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit 12 Monate abgelaufen sind.

  16. Avatar
    says:

    Jetzt bin ich am Ende natürlich selbst durcheinander gekommen! Der Arbeitnehmer hat natürlich nach Punkt. 2 keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn die erneute Arbeitsunfähigkeit dann Auftritt, wenn noch keine 12 Monate ab Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit abgelaufen sind.

    Denn es heißt ja:
    „Wird der Arbeitnehmer […] erneut arbeitsunfähig, so verliert er […] den Anspruch […] nicht, wenn seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit […] eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen sind.“

    D.h. Er hat erst dann einen erneuten Anspruch, wenn seit Beginn der ersten AU eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen sind.

  17. Avatar
    says:

    *wieder innerhalb der nächsten 12 Monate seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit

  18. Avatar
    says:

    „So müssen entweder vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit sechs Monate verstrichen sein, oder seit Beginn der ersten Krankheit 12 Monate vergangen sein.“

    Der erste Satzteil ist nach §3 Absatz 1, Satz 2, Punkt 1 Entgeldforzahlungsgesetz inhaltlich falsch bzw. unvollständig!
    Hier steht (abgeleitet und vereinfacht) folgendes geschrieben: “ Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch auf Lohnfortzahlung für einen weiteren Zeitraum von höchstens 6 Wochen, wenn er VOR der erneuten Arbeitsunfähigkeit MINDESTENS SECHS MONATE INFOLGE DERSELBEN KRANKHEIT ARBEITSUNFÄHIG WAR.“

    Ergo: Es müssen vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit 6 Monate verstrichen sein, ja das stimmt, ist jedoch inhaltlich noch unvollständig:

    Was §3 meint ist, dass man vorher 6 Monate lang wegen der selben Krankheit KRANK WAR. ..
    Beispiel: Der Arbeitnehmer liegt wegen der Wirbelsäulen-Erkrankung zunächst 7 Monate flach. … nun geht er nach 7 Monaten Krankheit wieder einige Wochen arbeiten.. schnell wird ihm wieder klar das es so nicht weiter gehen kann.. er muss erneut 4 Wochen wegen der Wirbelsäulen-Erkrankung ausfallen … für diese weiteren 4 Wochen Ausfall, kann der AN gegenüber dem AG keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung wegen Krankheit erheben, weil der AN VOR der erneuten Arbeitsunfähigkeit, bereits mindestens 6 Monate infolge der selben Krankheit arbeitsunfähig war…
    wäre der gute Herr oder die gute Dame nur beispielsweise 4 Monate krank gewesen und dann wieder innerhalb der nächsten 12 Monate nochmal aufgrund der gleichen Krankheit außer Gefecht gesetzt, dann bestünde nach dem Gesetz ein Anspruch auf einen weiteren Zeitraum auf Entgeltforzahlung bis zur Dauer von 6 Wochen.

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.