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Entgeltfortzahlung bei erneuter Erkrankung

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    Arbeitsverhinderung durch Krankheit und die Entgeltfortzahlung

    Jeder Arbeitnehmer kennt das: Man steht morgens auf, fühlt sich kränklich und merkt, heute bleib ich lieber daheim. Doch was muss man als Arbeitnehmer beachten, wenn es nicht bei einem oder zwei Krankheitstagen bleibt? Wie verhält es sich beispielsweise mit dem Lohn, wenn man über einen längeren Zeitraum krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erscheinen kann? Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts verschafft nun Klarheit darüber, was man als Arbeitnehmer beachten muss, um eine Entgeltfortzahlung zu gewährleisten.

    Jan Glitsch ist Anwalt für Arbeitsrecht und betreut mit seinem spezialisierten Team bundesweit unsere Mandanten in diesem Bereich.

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    Wenn die Krankheit noch einen drauflegt

    Leider bleibt es oft nicht nur bei einem Leiden im Krankheitsfall. So verhielt es sich jüngst mit dem klagenden Arbeitnehmer, der eine schmerzhafte Wirbelsäulen-Krankheit erlitt und in Folge dessen arbeitsunfähig wurde. Der Hausarzt erteilte sachgemäß eine Krankschreibung und der Kläger erschien für die Dauer der Krankschreibung nicht zur Arbeit.

    Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz hat ein Arbeitnehmer, welcher krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist, einen Anspruch auf Lohnzahlung für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen.

    Achtung: Ein solcher Anspruch steht einem jedoch erst zu, wenn man bereits vier Wochen beim jeweiligen Arbeitgeber beschäftigt ist. Vorher ist die Krankenkasse für eine eventuelle Lohnzahlung im Krankheitsfall zuständig.

    Wenn der Arbeitnehmer nach Ablauf der sechs Wochen erneut, aufgrund derselben Krankheit, arbeitsunfähig wird, so hat man nur unter Umständen erneut Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

    So müssen entweder vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit sechs Monate verstrichen sein, oder seit Beginn der ersten Krankheit 12 Monate vergangen sein.

    Die Einheit des Verhinderungsfalls

    In unserem Fall verblieb es jedoch nicht nur bei einem Leiden. Der Kläger erlitt schwere Schulterschmerzen noch während der attestierten ursprünglichen Arbeitsunfähigkeit. Daher schrieb der Hausarzt des Arbeitnehmers eine weitere Krankschreibung aus.

    Der Arbeitgeber zahlte jedoch nur für die Dauer der ersten Arbeitsunfähigkeit den Lohn weiter und berief sich bezüglich der zweiten Krankheit auf die sogenannte Einheit des Verhinderungsfalls.

    Wir haben zunächst festgestellt, dass man als Arbeitnehmer für einen Zeitraum von sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat. Befällt den Arbeitnehmer aber eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer neuen Krankheit, so besteht der Lohnanspruch über die sechs Wochen hinaus.

    Die Ausnahme hiervon bildet die Einheit des Verhinderungsfalls. Demnach entsteht kein erneuter Anspruch, wenn während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine neue Krankheit auftritt, welche auch zu Arbeitsunfähigkeit führt. In einer solchen Situation besteht ein Anspruch auf Lohn nur für sechs Wochen. Nur wenn der Arbeitnehmer zwischen den zwei Krankheiten tatsächlich arbeitsfähig war, kann ein erneuter Anspruch überhaupt erst entstehen. Bei der Feststellung der Arbeitsfähigkeit ist dabei auf fachmännische Beurteilung eines Arztes abzustellen.

    Darlegen – Dokumentieren – Nachweisen

    Um Ansprüche aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz geltend machen zu können, muss man als Arbeitnehmer selber die Darlegungs- und Beweislast tragen. Hierbei ist besonders zu beachten, dass nicht bloß die Arbeitsunfähigkeit selbst, sondern auch deren Beginn und Ende eine Rolle spielt.

    Dabei kann sich der Arbeitnehmer zunächst auf den ärztlichen Attest stützen, welcher beweist, dass Arbeitsunfähigkeit tatsächlich vorliegt. Handelt es sich jedoch, wie im Beispielsfall, um eine hinzukommende Erkrankung, welche bereits während der ursprünglichen bestand, so muss der Arbeitnehmer den von ihm behaupteten Beginn der neuen Arbeitsunfähigkeit nachweisen können. Auch hierbei kann man sich auf das Urteil des behandelnden Arztes stützen.

    Fazit

    Es ist ratsam, im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit alles genau zu dokumentieren und zu kommunizieren. Ist man unsicher, ob ein Anspruch auf Lohnzahlung besteht, oder welche Auswirkungen eine weitere Erkrankung haben kann, so sollte man sich auf fachmännische Rechtsberatung stützen. Nur dann kann eine reibungslose Entgeltfortzahlung gewährleistet werden, damit man im Krankheitsfall nicht auch noch mit rechtlichen Problemen kämpfen muss.

    50 Kommentare
    1. Avatar
      says:

      Ich habe eine Frage.
      Ich war vom 25.03. – 01.07.2020 wegen einer OP am Sprunggelenk arbeitsunfähig.
      Es ist alles super verheilt. Ich arbeite deshalb seit dem 02.07.2020 wieder.
      Nun hat sich leider am selben Fuß ein Morbus Sudeck entwickelt was dazu führt, dass ich Mitte Oktober für eine Schmerztherapie stationär in eine Klinik aufgenommen werde. Dauer ca. 3 Wochen.
      Ich werde arbeiten bis einen Tag vor Antritt in der Klinik.
      Handelt es sich hierbei dann um einen neuen Krankheitsfall oder muss ich sofort mit Krankengeld rechnen?

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrter Herr S.,

        eine sogenannte Fortsetzungserkrankung, bei der sofort Krankengeld gezahlt würde, liegt grundsätzlich dann vor, wenn sowohl die alte als auch die neue Arbeitsunfähigkeit auf derselben chronischen Veranlagung fußen.
        Ob das bei dem von Ihnen genannten Einzelfall gegeben ist, kann ich in diesem Rahmen nicht einschätzen. Eine solche Beurteilung verlangt eine genaue Betrachtung des Einzelfalles auch in medizinischer Hinsicht.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch
        Rechtsanwalt

    2. Avatar
      says:

      Guten Tag,

      Ich war kürzlich aufgrund von Mobbing für 6 Wochen krankgeschrieben.

      Da ich dieses Jahr bereits in Kurzarbeit war, hat mein Arbeitgeber mich nach einer Woche der Krankschreibung erneut in Kurzarbeit 0 geschickt, wodurch die Entgeltfortzahlung entsprechend des Kurzarbeitergeld-Bezuges gekürzt werden durfte. Also 60% des Netto Gehalts. Da ich 43 Tage krank geschrieben war, habe ich einen Tag Krankengeld von der Krankenkasse bezogen.

      Nun hätte ich kurzfristig, für den Zeitraum einer Woche, aus der Kurzarbeit abgezogen werden sollen, was mich mental um Wochen nach hinten versetzt hat…

      Ich habe daraufhin selber gekündigt und bin für die Dauer der Kündigungsfrist erneut krankgeschrieben (Erstbescheinigung), mit einer anderen Diagnose.

      Bin ich jetzt erneut in der Entgeltfortzahlung? Da es sich um eine andere Erkrankung handelt. Oder muss die Krankenkasse einspringen, da ich bereits für einen Tag Krankengeld bezogen habe?

      Gespannt warte ich auf Ihre Rückmeldung.

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        grundsätzlich gilt zwar, dass man bei einer anderen Erkrankung erneut Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat.
        Hat man aber zwischen der alten und der neuen Erkrankung nicht gearbeitet, gilt zugunsten des Arbeitgebers die Vermutung, dass die alte Krankheit noch nicht auskuriert war. Der Arbeitnehmer müsste dann den Beweis erbringen, dass die alte Krankheit nicht mehr bestanden hat. Dies ist in der Regel schwierig, da Ärzte dies normalerweise nicht bescheinigen. Kann der Beweis durch den Arbeitnehmer nicht erbracht werden, gilt der Anspruch auf Krankengeld. Der Arbeitgeber muss sich jedoch zunächst auf die Fortsetzungserkrankung berufen.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch
        Rechtsanwalt

    3. Avatar
      says:

      Hallo,

      ich habe eine Frage bezüglich der Lohngeldfortzahlung.
      Ich war jetzt 5 Wochen krankgeschrieben, zum einen weil ich schwanger war und trotzdem auf Arbeit schwer heben, stehen musste und einfach keine Ruhepausen hatte und weil ich ganz ekelig raus geekelt werde. Die andere Krankschreibung knüpfte reibungslos an die vorherige an, da ich das Kind verloren habe.

      Nun bin ich wieder auf Arbeit und ich merke wie schlecht es mir geht, da ich mit Kindern arbeite und weiterhin rausgeekelt und gemobbt werde wegen meiner Krankmeldungen. Ich habe den Schritt zum Arzt noch nicht gemacht weil ich etwas “Angst“ habe vor dem Krankengeld, ich weiß nicht warum aber ich habe mich nicht überwinden können meine Krankschreibungen zur Krankenkasse zu bringen und nun befürchte ich keinen Anspruch haben zu können.

      Könnten sie mir evtl. etwas Licht ins Dunkle bringen und mir sagen, ob ich überhaupt nach 5 Wochen Krankschreibung (wo 2 Unterschiedliche Diagnosen vorlagen) Anspruch auf Krankengeld habe oder die Lohnfortzahlung, sofern ich nun erneut zum Arzt gehe und mich rausnehmen lasse (wie gesagt ich bin ja wieder auf arbeit seit 2 Tagen und versuche durch zu halten).

      Kann der Arbeitgeber nach 6 Wochen auch einfach beschließen nicht weiter zu zahlen (mein Betrieb macht so einige krumme Dinger und das macht mir bei sowas echt Sorgen).

      Ich hoffe ich habe nicht all zu sehr kuddel muddel geschrieben und freue mich auf Ihre Rückmeldung.

      Mit freundlichen Grüßen

      Melinda

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        vielen Dank für Ihre Frage und das Schildern dieser schwierigen Situation. Grundsätzlich ist es eine Pflicht, rechtzeitig die Bescheinigungen bei der Krankenkasse einzureichen. Ansonsten setzt man seinen Anspruch auf Krankengeld aufs Spiel.
        Zur Beantwortung der Frage sind allerdings weitere Angaben erforderlich. Beispielsweise gelten für ein Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft andere Reglungen als für eine Krankschreibung.
        Ob es sich um eine neue Krankheit handelt, wegen der Sie einen erneuten sechswöchigen Anspruch auf Lohnfortzahlung hätten oder eine Fortsetzungserkrankung, wegen der Sie nur noch eine Woche Lohnfortzahlung und anschließend Krankengeld beantragen müssten, kann ich in diesem Rahmen leider nicht beurteilen.

        Gerne können Sie uns für eine kostenlose Erstberatung unter 0221 – 6777 0055 oder per E-Mail an kontakt@anwalt-kg.de kontaktieren.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch
        Rechtsanwalt

    4. Avatar
      says:

      Hallo
      Ich brauche bitte auch eine Antwort
      Ich war bis zum 1 .07.2020 im krankengeld , 78 wochen fur psyche!
      Dann ausgesteuert
      Ab 1.7 bin ich arbeitssuchend angemeldet, ich habe keine job mehr
      Ich weis daß ich fur psyche keine krankengeld mehr gibt bis 3 yahre vorbei sind .
      ABer wen ich zumbeispiel jetzt fur 6 wochen wegen rücken krankgeschrieben bin dan 2 wochen arbeiten und danach wider 6 woche krankgeschrieben wegen Magen?
      Wer zahlt dann die geld ?
      Vielen dank!

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        im Falle von unterschiedlichen Erkrankungen besteht für jeden Krankheitsfall ein erneuter Anspruch auf bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung bzw. Fortzahlung des Arbeitslosengeldes. In den von Ihnen genannten Fällen würde also jeweils ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung bestehen.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch
        Rechtsanwalt

    5. Avatar
      says:

      Hallo
      Mein Mann war 18 Monate krank ,Bandscheiben Vorfall ,operiert versteift ,Rheuma 70 %Schwerstbehinderung ,war in vielen Kliniken .In den Disgnosen steht oft auch Depression und Schmerzsyndrom.jetzt noch eine Woche und er wùrde ausgegliedert werden. Arbeitet seid 5 Monste wieder und hat jetzt ein Erschöpfung Zustand ,Born out .Meine Frage ist „Der Arzt will Ihn wegen Seelischer Erschöpfung krank schreiben was passiert wenn es länger wird wer zahlt dann ?Vielen Dank

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Frau Wölffel,

        vielen Dank für Ihre Frage.
        Grundsätzlich besteht aufgrund derselben Krankheit nur ein Anspruch auf Krankengeld für eine Dauer von den genannten ca. 18 Monaten innerhalb eines dreijährigen Zeitraums.
        Um dieselbe Krankheit handelt es sich dann, wenn die Krankheit auf einer fortdauernden Krankheitsursache beruht oder zumindest in einem inneren Zusammenhang mit der früheren Krankheit steht und zugleich die Krankheitsursache noch nicht behoben wurde.
        Ob dies bei Ihrem Mann der Fall ist, müsste im Einzelfall genauer geprüft werden. Dies kann in diesem Rahmen leider nicht geschehen. Zumindest lässt es sich anhand Ihrer Angaben nicht ausschließen, dass die Krankenversicherung dies möglicherweise behaupten wird. In diesem Fall wäre es notwendig, sich arbeitslos zu melden.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch

    6. Avatar
      says:

      Hallo,

      Ich bitte um kurze Antwort.

      Wenn man 6 Wochen fortlaufend miz der gleichen Krankheit krankgeschrieben war bis einschließlich Freitags. Und dann am Montag wieder arbeiten geht den ganzen Tag arbeiten war und ab Dienstag wegen einer neuen Erkrankung ausfällt für 4 Wochen. Erhält man dann für den zweiten Zeitraum auch Lohn oder fällt das ins Krankengeld ? LG

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        in diesem Fall liegt keine Fortsetzungserkrankung vor, sondern eine neue Erkrankung. Zudem war die alte Erkrankung nachweislich ausgestanden. Somit besteht erneut ein Anspruch auf Lohnfortzahlung.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    7. Avatar
      says:

      Hallo,
      Ein Angestellter war ab dem 05.05.2019 durchgängig krankgeschrieben bis zum 03.05.2020. Es waren verschiedene Krankheiten, die aber ineinander übergingen. D.h. Krankengeld wurde nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung durchgängig bis zum 03.05.2020 gezahlt. Wenn der Angestellte ab dem 04.05.2020 wieder normal arbeitet und wird ab dem 07.05.2020 mit den Krankheiten wieder krankgeschrieben, die er zuvor alle hatte während des Bezugs von Krankengeld, hat er dann sofort wieder Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung, weil die 12 Monatsfrist dann zufällig schon überschritten worden ist?
      Vielen Dank für die Antwort

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        wenn zwischen zwei Zeiten mit Krankschreibung wegen der gleichen Krankheit wenigstens für einige Tage gearbeitet wurde und zwischen den beiden Krankschreibungen mindestens sechs Monate liegen, so entsteht grundsätzlich ein Anspruch auf erneute Lohnfortzahlung, unabhängig davon ob man in dieser Zeit wegen anderer Erkrankungen krankgeschrieben war.
        Wenn die Sechs-Monats-Frist nicht erfüllt wird, hat man zumindest nach 12 Monaten erneut Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
        In dem Beispiel liegt der Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit mehr als 12 Monate zurück, somit entsteht ein neuer Anspruch.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch
        Rechtsanwalt

    8. Avatar
      says:

      Hallo,

      hoffe sie können mir bei meinem Problem helfen!

      Habe leider durch die Corona Krise meinen Arbeitsplatz verloren. Mein Arbeitsvertrag wurde zum 31.05.2020 gekündigt, bin aber seit dem 01.04.2020 bis zum 31.07.2020 wegen einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben und erhalte jetzt Krankengeld. Jetzt hatte ich Beschwerden an der Hand und musste zum Orthopäden, der mich jetzt auch krankgeschrieben hat und ich operiert werden muss. Durch die neue Krankheit bin ich wieder mehrere Wochen krankgeschrieben. Bekomme ich durch die neue Erkrankung weiterhin von der Krankenkasse Krankengeld? Wenn nicht, wo muss ich mich statt dessen melden?

      Vorab besten Dank für ihre Hilfe.

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        grundsätzlich bilden die alte Krankheit und die neu hinzugetretene Krankheit eine „Einheit“. Es besteht demnach weiterhin Anspruch auf Krankengeld.
        Dennoch sollten Sie sich sowohl bei der Krankenkasse als auch bei der Agentur für Arbeit melden.

        Mit freundlichen Grüßen

        J. Glitsch
        Rechtsanwalt

    9. Avatar
      says:

      Sehr geehrte Damen und Herren,
      bislang befand ich mich in der Wiedereingliederung. Diese endete gestern.
      Wer würde zahlen müssen, wenn ich auf eine andere Krankheiten AU wäre in der nächsten Zeit?

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        nach abgeschlossener Wiedereingliederung sind Sie grundsätzlich wieder „normal“ im Arbeitsverhältnis.
        Sollten Sie wegen einer anderen Krankheit nun arbeitsunfähig werden, so gilt wieder die Pflicht des Arbeitgebers zur Lohnfortzahlung, sofern Sie mindestens einen Tag lang „normal“ gearbeitet haben.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    10. Avatar
      says:

      Hallo, ich habe mal eine Frage,
      ich war wegen einer Schulterverletzung 8 Wochen krankgeschrieben. Bin trotz Beschwerden wieder arbeiten gegangen und soll nun in 8 Wochen wegen dieser Verletzung operiert werden. Werde deswegen ca.8 bis 10 Wochen krankgeschrieben. von wem bekomme ich dann mein Geld. Erstmal wieder 6 Wochen vom Arbeitgeber oder muss ich sofort wieder Krankengeld beantragen

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        anhand Ihrer Angaben handelt es sich um eine sogenannte Fortsetzungserkrankung. Sie haben daher keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung, sondern auf Krankengeld.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    11. Avatar
      says:

      Hallo, ich bin seit dem 4.5. Krank geschrieben ( Pflege) wegen Erschöpfung. Bin in physischer Betreuung. Jetzt soll die Krankenkasse eintreten. Nun hat mein Arbeitgeber Krankenkasse mitgeteilt das ich im Januar 2 Wochen krank war, was ja stimmt aber wegen einer Erkältung. Krankmeldung bekam Krankenkasse angeblich nicht. Jetzt wollen die nicht zahlen. Aber das war dich wegen einer anderen Krankheit. Hab kein Pfennig Geld nur Ärger. MFG

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Frau Ball,

        in der Tat endet nach 6 Wochen die Entgeltfortzahlungspflicht Ihres Arbeitgebers, so dass Sie fortan Krankengeld beziehen müssten. Wie Sie bereits richtig anmerken, hat die Erkrankung im Januar nicht zur Folge, dass Sie nunmehr keinen Anspruch auf Krankengeld mehr hätten. Zwar ist das Einreichen der Krankmeldung eine Obliegenheit des Versicherungsnehmers, doch in diesem Fall handelt es sich nicht um die Erkrankung, wegen der Sie Krankengeld beziehen. Suchen Sie erneut das Gespräch mit Ihrer Krankenkasse und führen die weitere Korrespondenz, sollte man Ihnen nicht zeitnah helfen können, schriftlich.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    12. Avatar
      says:

      Hallo,

      hab mir vor kurzem an der linken Seite meinen Hallux ( Schmerz bedingt)machen lassen, mein Orthopäde will den 2ten Fuß (Rechts) in ca. 3 bis 4 Monaten machen. Ist zwar die selbe Krankheit aber unterschiedlicher Fuß bin voraussichtlich bei beiden Füßen jeweils 7 Wochen krankgeschrieben
      Wer zahlt bei meinem 2ten Fuß ich meine zwar selbe Krankheit aber 2 unterschiedliche Füße

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        nach meiner unverbindlichen Einschätzung handelt es sich um zwei unterschiedliche Erkrankungen. Somit hat auch beim zweiten Fuß der Arbeitgeber die sechswöchige Lohnfortzahlungspflicht, für die siebte Woche würden Sie Krankengeld erhalten.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    13. Avatar
      says:

      Hi, würde auch gern meine Situation kurz schildern.
      Ich bin am 11.5. wegen einer Erkankung bis zum 24.5. krank geschrieben worden.
      Am 16.5, bin ich gestürzt und habe mir den Arm gebrochen. Die alte AU lief noch, also bin ich erst am 25.5. zur ersten Röntgenkontrolle zum Orthopäden und habe da eine Erst-AU ab dem 25.5. bekommen.
      Jetzt gibt es Probleme bezüglich des Krankengeldes. Mein Arbeitgeber sagt, der Anspruch auf Lohnfortzahlung endete mit dem 21.6.. Meine Krankenkasse sagt aber, es überschneidet sich nicht und ich hätte Anspruch bis zum 5.7. auf Lohn. Der Arbeitgeber verweigert die Zahlung. Die Krankenkasse rechnet jetzt aber nur mit der zweiten AU.
      Wer hat recht und was kann ich tun? 14 Tage gar kein Geld zu bekommen ist keine Option.
      Danke

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        so wie ich Ihren Sachverhalt verstehe, folgten zwei Krankmeldungen unmittelbar aufeinander, wobei die erste Erkrankung noch nicht ausgestanden war, als Sie sich den Arm gebrochen haben. Unter dem Stichpunkt der Einheit des Verhinderungsfalles wird man zugunsten Ihres Arbeitgebers davon ausgehen müssen, dass er nur für die ersten 6 Wochen zur Entgeltfortzahlung verpflichtet ist. Gegenteiliges müsste ggf. dargelegt und bewiesen werden. Insofern sollten Sie sich an die Krankenkasse wenden und sie an ihre Eintrittspflicht erinnern.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    14. Avatar
      says:

      Ich war vom 12.03.2020 bis 08.05.2020 arbeitsunfähig. Grund hierfür war eine Schleimbeutelentzündung. Der Schleimbeutel platzte und verursachte eine Blutvergiftung, so dass es zu einer Not-OP kam. In der letzten Krankheitswoche wurde durch einen Orthopäden ein Wirbelanbruch festgestellt. Nun war ich 4 Wochen arbeiten und bin aktuell seit dem 08.06.2020 erneut arbeitsunfähig, da am 09.06.2020 die OP an der Wirbelsäule durchgeführt wurde. Lt. meinem Arbeitgeber habe ich keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Lt. Krankenkasse würde es sich um die gleiche Krankheit handeln, so dass direkt Krankengeld bezogen wird.

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        grundsätzlich würde ich davon ausgehen, dass es sich bei den genannten Erkrankungen Schleimbeutelentzündung und Wirbelanbruch um zwei unterschiedliche Erkrankungen handelt.
        Aber wenn Arbeitgeber und Krankenkasse von einer Fortsetzungserkrankung ausgehen, wäre die Begründung genauer zu prüfen.
        Gerne können Sie sich per E-Mail an kontakt@anwalt-kg.de wenden und Ihre Korrespondenz mit der Krankenkasse beifügen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    15. Avatar
      says:

      Über die letzten 3 Jahre war ich des öfteren AU, wegen meiner Erkrankung mit MS.
      Wegen dieser MS habe ich auch einen Gdb von 60 %.
      Letzmalig war ich bis zum 30.11. 2019 AU geschrieben.
      Jetzt bin ich erneut, ab 17.06.2020, wieder wegen meiner MS Erkrankung, AU.
      Mein Arbeitgeber meint, es sei wieder die gleiche Krankheit und er müsse mir keine Lohnfortzahlung leisten, da bereits in 2019 die 6 Wochen aufaddiert und erreicht waren?
      Das ich jetzt fast 6,5 Monate keine AU wegen MS hatte spiele dabei keine Rolle, da ich zwischenzeitlich 2 Wochen wegen einer anderen Erkrankung AU war.
      Ist dem so?

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        anhand Ihrer Angaben waren Sie zwischen dem 01.12.2019 und dem 16.06.2020 nicht aufgrund der gleichen Krankheit arbeitsunfähig. Gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes steht Ihnen daher wieder eine Entgeltfortzahlung von bis zu sechs Wochen zu. Wenn Sie zwischenzeitlich wegen einer anderen Erkrankung nicht arbeiten konnten, ist dies unschädlich. Relevant ist also nur eine erneute Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Erkrankung innerhalb dieser sechs Monate (BAG 29.9.1982, AP LohnFG § 1 Nr. 50; Schmitt/Schmitt Rn. 264; KDHK Rn. 168).

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    16. Avatar
      says:

      Hallo,
      Wenn man 6 Wochen krank geschrieben ist wegen gelenkschmerzen, und dann am Montag zum Arzt wegen einer psychischen Erkrankung krank geschrieben wird. Es war nur das Wochenende dazwischen, muss der Arbeitgeber Lohn weiter zahlen ? VielenDank.

      • Avatar
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        grundsätzlich steht dem Arbeitnehmer in diesem Fall die Lohnfortzahlung zu. Unter Umständen muss nachgewiesen werden, dass die ursprüngliche Erkrankung tatsächlich auskuriert war.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    17. Avatar
      says:

      Folgender Sonderfall:
      Nach mehrfacher AU wegen einer Erkrankung und verteiltem sechswöchigem Bezug von Lohnfortzahlung erhält eine Beschäftigte Krankengeld. Mit Unterbrechungen folgen weitere Zeiten, in denen für Folgeerkrankungen weiter Krankengeld bezogen wird. Nach einer verspäteten Vorstellung beim Arzt, werden die Krankengeldzahlungen eingestellt.

      Nach Ablauf von 12 Monaten hat die Beschäftigte bei erneuter Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit einen erneuten Anspruch auf eine sechswöchige Lohnfortzahlung. Diese wird ihr gewährt.

      Die spannende Frage: Folgt dieser sechswöchigen Lohnfortzahlung dann wieder ein Anspruch auf Zahlung von Krankengeld, sofern die Höchstbezugsdauer noch nicht ausgeschöpft ist? Gilt hier erneut: Der Lohnfortzahlung folgt das Krankengeld? Oder bleibt das Krankengeld durch den früheren verspätete Arztbesuch weiterhin verwirkt?

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        grundsätzlich würde der Anspruch auf Krankengeld wieder aufleben, sobald Sie eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Etwas anderes würde meiner Auffassung nach nur gelten, wenn sich zwischenzeitlich der Status geändert hätte, also die Person beispielsweise aufgrund einer Kündigung mittlerweile zu einer der in § 44 Abs. 2 SGB V genannten Personengruppen gehört, z.B. Bezieher von Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende, “Hartz 4”) oder Familienversicherte.
        In dem genannten Fall, dass es sich um eine beschäftigte Person handelt, müsste der Krankengeldanspruch ab Vorlage der ärztlichen Bescheinigung wieder aufleben.

        Bitte beachten Sie, dass sich hierbei nur um eine unverbindliche Einschätzung handelt. Zur genauen Beurteilung wäre eine individuelle Prüfung des Falles notwendig.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    18. Avatar
      says:

      Guten Tag,

      ich wäre über Tipps und Hilfe in meinem FAll sehr dankbar.

      Ich war 8 Wochen wegen Überlastung am Arbeitsplatz krankgeschrieben, habe 6 W EntgeltF nd 2 Wochen Krankengeld bekommen. Am ersten Arbeitstag noch vor Antritt der Arbeit hats in meiner Hüfte geknackt und seither liege ich mit Rücken flach.

      Mein AG bestreitet den fehlenden Zusammenhang der Krankheiten und ich vermute das macht er um nicht zahlen zu müssen. ICh befürchte, dass ich am MOnatsende keinen Cent bekommen werde, deshalb brauche ich vorab Rat, falls ich es einklagen muss.

      Ich hatte gelesen, dass in solchen Fällen die Beweislast beim AN liegt, zu beweisen, dass man wirklich arbeiten kommen wollte und an Tag 1 des Antritt völlig genesen und einsatzbereit war. Aber wie soll ich das beweisen?
      Hätte ich eine Email an meinen Chef vor Antritt schreiben müssen, dass ich wieder arbeiten komme und es mir besser geht? Welche Beweismittel habe ich noch?

      Danke voran, LG

      • Jan Glitsch
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        in der Tat liegt in diesem Fall die Beweislast beim Arbeitnehmer. Er hat seine Behauptung, es lägen voneinander zu trennende Verhinderungsfälle vor, durch konkreten Vortrag zu den Krankheitsursachen sowie zum Ende bzw. Beginn der jeweiligen Arbeitsunfähigkeit zu konkretisieren und hierfür ggf. vollen Beweis zu erbringen. Insbesondere müssten Sie beweisen, dass die erste Krankheit nicht mehr fortbestanden hat.
        Wie dieser Beweis in Ihrem Fall möglich sein könnte, müsste individuell geprüft werden. Gerne können Sie uns zur Vereinbarung eines Besprechungstermins unter 0221 – 6777 0055 kontaktieren.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    19. Avatar
      says:

      Ich war 5 Monate krankgeschrieben weil ich operiert wurde an einem Finger und es ein sehr komplizierter Fall war. Jetzt war ich ca 3 Wochen arbeiten. Nun bin ich erneut wegen einer anderen Krankheit 1 Woche krankgeschrieben. Bekomme ich dennoch meinen Lohn am Ende des Monats und was kann ich erwarten wenn mein Arbeitgeber die Personalabteilung informieren will.

      • Avatar
        says:

        Sehr geehrte Frau Murawa,

        wenn es sich um eine andere Krankheit handelt, so gilt die Pflicht zur Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    20. Avatar
      says:

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      Ich war vom 03.02.2020 bis zum 28.02.2020 und dann, wegen der gleichen Erkrankung, vom 09.03.2020 bis zum 20.03.2020 krank geschrieben. Am 19.03.2020 war ich wegen einer anderen Erkrankung bei einem anderen Arzt und wurde hier fortlaufend krank geschrieben. Diese erfolgte, aus meiner rechtlichen Unwissenheit und um meinen Arbeitgeber rechtzeitig Planungssicherheit zu geben, trotz laufender Krankschreibung bereits am 19.03.2020. Meine Krankenkasse will mir nun nur bis zum 24.03.2020 Lohnfortzahlung gewähren. Ist das rechtlich und wenn ja was ist ggf. zu tun um den Schaden aus Unwissenheit nachträglich zu korrigieren
      .

      • Avatar
        says:

        Sehr geehrter Herr Heinemann,

        so wie ich Ihren vorgetragenen Sachverhalt verstehe, handelt es sich um eine sog. Fortsetzungserkrankung. D.h. die jeweiligen Zeiträume der Krankschreibung werden zusammengerechnet, was in Ihrem Fall zur Folge hat, dass die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers nach 6 Wochen ausgeschöpft ist. Danach steht Ihnen nur noch der Anspruch auf Krankengeld zu.
        Anders wäre dies zu beurteilen, wenn es sich um eine andere Erkrankung gehandelt hätte. Dass Sie noch während Sie wegen der gleichen Erkrankung krankgeschrieben waren, wegen einer anderen Erkrankung arbeitsunfähig geschrieben wurden, vermag das Ergebnis auch nicht zu ändern. Diese Tatsache wird aufgrund des unmittelbaren Zusammenhangs als einheitlicher Verhinderungsfall angesehen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Jan Glitsch
        Rechtsanwalt

    21. Avatar
      says:

      Wie verhält es sich, wenn zwischen zwei verschiedenen Krankheiten ein Wochenende liegt, an dem ich ja nicht arbeite?
      Genauere Erklärung: Ich bin wegen einer Erkrankung bis Freitag arbeitsunfähig, möchte am darauffolgenden Montag wieder arbeiten, mir geht es aber am Montag schlecht und habe jetzt eine andere Erkrankung, weswegen ich erneut arbeitsunfähig bin. Beginnt hier mit der neuen Erkrankung die 6-Wochen-Frist von vorne?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        ja, wenn es sich um eine andere Erkrankung handelt, die nicht im Zusammenhang mit der vorherigen Erkrankung steht, beginnt die 6-Wochen-Frist von vorne, auch wenn nur ein Wochenende dazwischen liegt.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    22. Avatar
      says:

      Das bedeutet doch wohl nicht, wenn ich ununterbrochen krank bin 78 Wochen und weiter, dass ich dann nochmal Entgeld vom Arbeitgeber erhalte?? Das setzt doch wohl immer voraus, das ich mal wieder arbeiten war nach zb. den12 Monaten Krankheit.Das ist mir noch unklar…. .

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, müsste es alle sechs Wochen eine neue, andere Erkrankung sein, also quasi insgesamt mindestens 13 „eigenständige“ Erkrankungen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    23. Avatar
      says:

      Hallo ich habe mal eine frage an euch.

      ich bin jetzt 5 Wochen am Stück auf mein rücken Krankgeschrieben….

      Ich wurde jetzt aber ins krankenhaus eingewiesen wegen Schwindel und Ohnmacht. Im krankehhaus wurde festgestellt das ich an Panickattacken leider und ein Burnout Syndrom leide. DIe behandlung beginnt jetzt Sta<tionär und würd wahrscheinlich mehrere Wochen dauern.

      Meine krankenkasse meinte das der Arbeitgeber weitere 6 Wochen Lohnvorzahlung leisten da ich ja vom arzt eine neue Erstbescheinigung und auf eine völlig andere erkrankung krankgeschrieben worden bin.

      Was meint ihr für die ersten 6 Wochen zahlt der arbeitgeber ja… Aber durch die neue Erkrankung die völlig was anderes ist meint die krankenkasse das der arbeitgeber weitere 6 Wochen zahlen muss.

      Stimmt ?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        wenn es sich um eine neue, andere Erkrankung handelt, muss der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung weiterhin leisten, auch wenn die sechs Wochen überschritten werden.
        Anhand Ihrer Angaben scheint es sich um eine neue Erkrankung zu handeln, die in keinem Zusammenhang mit der alten Erkrankung steht, daher wäre es keine Folgeerkrankung. Demzufolge würde der Anspruch auf Lohnfortzahlung erneut sechs Wochen lang bestehen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    24. Avatar
      says:

      Zusammenfassung:

      Bei erneuter Arbeitsunfähigkeit wegen der gleichen Krankheit, hat der Arbeitnehmer nur einen erneuten Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn die erste Arbeitsunfähigkeit weniger als 6 Monate andauerte oder wenn seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit 12 Monate abgelaufen sind.

    25. Avatar
      says:

      Jetzt bin ich am Ende natürlich selbst durcheinander gekommen! Der Arbeitnehmer hat natürlich nach Punkt. 2 keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn die erneute Arbeitsunfähigkeit dann Auftritt, wenn noch keine 12 Monate ab Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit abgelaufen sind.

      Denn es heißt ja:
      „Wird der Arbeitnehmer […] erneut arbeitsunfähig, so verliert er […] den Anspruch […] nicht, wenn seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit […] eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen sind.“

      D.h. Er hat erst dann einen erneuten Anspruch, wenn seit Beginn der ersten AU eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen sind.

    26. Avatar
      says:

      *wieder innerhalb der nächsten 12 Monate seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit

    27. Avatar
      says:

      „So müssen entweder vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit sechs Monate verstrichen sein, oder seit Beginn der ersten Krankheit 12 Monate vergangen sein.“

      Der erste Satzteil ist nach §3 Absatz 1, Satz 2, Punkt 1 Entgeldforzahlungsgesetz inhaltlich falsch bzw. unvollständig!
      Hier steht (abgeleitet und vereinfacht) folgendes geschrieben: “ Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch auf Lohnfortzahlung für einen weiteren Zeitraum von höchstens 6 Wochen, wenn er VOR der erneuten Arbeitsunfähigkeit MINDESTENS SECHS MONATE INFOLGE DERSELBEN KRANKHEIT ARBEITSUNFÄHIG WAR.“

      Ergo: Es müssen vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit 6 Monate verstrichen sein, ja das stimmt, ist jedoch inhaltlich noch unvollständig:

      Was §3 meint ist, dass man vorher 6 Monate lang wegen der selben Krankheit KRANK WAR. ..
      Beispiel: Der Arbeitnehmer liegt wegen der Wirbelsäulen-Erkrankung zunächst 7 Monate flach. … nun geht er nach 7 Monaten Krankheit wieder einige Wochen arbeiten.. schnell wird ihm wieder klar das es so nicht weiter gehen kann.. er muss erneut 4 Wochen wegen der Wirbelsäulen-Erkrankung ausfallen … für diese weiteren 4 Wochen Ausfall, kann der AN gegenüber dem AG keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung wegen Krankheit erheben, weil der AN VOR der erneuten Arbeitsunfähigkeit, bereits mindestens 6 Monate infolge der selben Krankheit arbeitsunfähig war…
      wäre der gute Herr oder die gute Dame nur beispielsweise 4 Monate krank gewesen und dann wieder innerhalb der nächsten 12 Monate nochmal aufgrund der gleichen Krankheit außer Gefecht gesetzt, dann bestünde nach dem Gesetz ein Anspruch auf einen weiteren Zeitraum auf Entgeltforzahlung bis zur Dauer von 6 Wochen.

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