Mobbing existiert leider nicht ausschließlich auf den Pausenhöfen von Schulen. Fiese Mitarbeiter können auch den Arbeitsplatz zur Schikane werden lassen.

Mobbing muss nicht zwingend körperlich erfolgen, durch andauernde Schikane und Diskriminierung kann man auch am Arbeitsplatz unter Psychoterror leiden. Leider geschieht dies zumeist subtil und kaum faktisch nachweisbar. Betroffenen fällt es dadurch schwer, sich rechtlich zur Wehr zu setzen. Wenn dann der Vorgesetzte zu den Peinigern gehört, erscheint es fast unmöglich sich zu wehren.

So wie bei einem Rechtsanwalt in Bayern, der rechtliche Schritte eingeleitet hat. Sein neuer Vorgesetzter untersagte ihm den Besuch von Seminaren und schloss ihn von Mitarbeitertreffen aus. Von Sonderprämien oder guten Arbeitszeugnissen konnte der Betroffene nur noch träumen.

Kommt dies wiederholt vor, kann es dem Opfer seelisch zusetzen. Die regelrechte Furcht die Arbeit anzutreten oder der Verlust jeglicher Motivation kann dann eintreten und sich negativ auf die Leistung auswirken. So wie in unserem Fall, der Betroffene bekam Depressionen, fiel krankheitsbedingt aus. Er  klagte auf Schmerzensgeld.

Leider lässt sich die Schikane, trotz seelischer Schäden, kaum gerichtsfest nachweisen. Das Bundesarbeitsgericht Erfurt entschied bloß, dass seine Klage nicht verwirkt sei. Es wird zumindest neu verhandelt.

 

Der Gesetzgeber verpflichtet Arbeitgeber zwar im Arbeitsschutzgesetz dazu, „Gefährdung für die physische und die psychische Gesundheit“ von Mitarbeitern zu vermeiden und zu bekämpfen, dennoch ist die juristische Erfolgschance gering. Der Berliner Arbeitsrechtler Alexander Bredereck erkennt diese Schwierigkeiten. Vor Gericht liegt es an dem Betroffenen, einen Nachweis zu erbringen.  Bredereck erläutert, es müsse eine Krankheitsdiagnose für Schmerzensgeld vorliegen. Im Fall des bayrischen Rechtsanwaltes müssen die niedrigen Instanzen erneut verhandeln.

 

Der Mobbingexperte Dieter Schlund empfiehlt zunächst eine direkte Konfrontation mit den Mobbern, den Mobbingfall öffentlich machen und einen Berater hinzuziehen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und die Initiative neue Qualität für Arbeit (INQA) stellen daher einen Ratgeber mit Ansprechpartnern zur Verfügung. Wer die direkte Konfrontation vermeiden möchte, dem rät Schlund, soll den Vorstand oder Aufsichtsrat bezüglich des Falles kontaktieren. Schließlich haben diese auch ein wirtschaftliches Interesse, die AK Bayern hat 2004 erhoben, dass ein Mobbingfall eine Firma bis zu 50.000 Euro kostet.

 

Der Rechtsweg ist zudem nicht von vorneherein aussichtslos: Ein Oberarzt aus Lünen hat 2007 erfolgreich auf Schmerzensgeld geklagt. Sein Chefarzt verbat ihm zu operieren. Das Bundesarbeitsgericht entschied, dass die Klinik ihre Fürsorgepflicht gegenüber dem Betroffenen verletzt habe.

 

 

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