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Verluste bei fondsgebundenen Lebensversicherungen

Bekannt aus:
  • Bild einer Stadt, rechts eine Statur, links ein Fluss

Fondsgebundene Lebensversicherung – Lohnt sich der Widerruf?

Hohe Renditen, finanzielle Sicherheit im Alter – Versicherer versprachen einiges beim Abschluss von Lebensversicherungen. Für viele Deutsche stellt sie immer noch die klassische Altersvorsorge dar, doch das Vertrauen bröckelt.  Wenn die zu erwartende Renditeweit hinter der ursprünglichen Prognose zurückbleibt, kommt vielen Anlegern die Möglichkeit des Widerrufs sehr gelegen. Auch Jahre nach Vertragsschluss können Verbraucher eine unprofitable Versicherung noch widerrufen und die eingezahlten Beiträge verzinst zurückerlangen. Voraussetzung ist eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Vertragsschluss. Doch wie verhält es sich mit fondsgebundenen Lebensversicherungen? Was ist eine fondsgebundene Lebensversicherung und wie unterscheidet sich diese von der klassischen Altersvorsorge?

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Die fondsgebundene Lebensversicherung

Eine sogenannte Fondspolice kombiniert eine Risikolebensversicherung mit einer Fondsanlage. Die Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall des Versicherungsnehmers einen garantierten Betrag an die Angehörigen aus. Insofern kein Unterschied zur klassischen Versicherung. Der Sparanteil wird jedoch in Investmentfonds angelegt. Dies ist ein sogenanntes spezielles Sondervermögen, verwaltet von Kapitalanlagegesellschaften. Diese Fonds investieren in unterschiedliche Wertpapiere und Anlagevarianten, wie Immobilien oder Aktien. In welche Fonds investiert wird, hängt vom jeweiligen Versicherungsunternehmen ab. Zumeist hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten, wie fremde, gemanagte oder hauseigene Fonds der Versicherungen. Am Ende der Vertragslaufzeit erhält der Verbraucher den Wert der Fondsanteile, den sie bis zum Ablauf des Vertrages erreichten. Hier spielt der Zeitpunkt eine große Rolle:
Hat der Fonds einen Gewinn erwirtschaftet, so kann man hohe Auszahlungen erwarten. Erwirtschaftete der Fonds einen Verlust, so werden diese dem Verbraucher angerechnet. Die Rendite hängt also maßgeblich von der Wertentwicklung des jeweiligen Investmentfonds ab.
Die möglichen Auszahlungen sind daher höher als bei der klassischen Lebensversicherung, haben jedoch auch ein erhöhtes Risiko zur Folge.

Die Unterschiede im Überblick:

  • Fondsgebundene Lebensversicherungen unterscheiden sich dahingehend, dass die Anlage der Sparanteile in Investmentfonds stattfindet
  • Wertentwicklung des Fonds schlägt sich maßgeblich auf die Auszahlung aus – höhere Renditechancen aber auch höheres Risiko
  • Versicherungsnehmer muss sich, soweit die Möglichkeit besteht, mit der Wahl des Fonds auseinandersetzen

Widerrufsjoker – Auch bei Fondspolicen eine Option

Bild von einem Notizblock und Stift

Wenn die zu erwartende Renditeweite hinter der ursprünglichen Prognose zurückbleibt, kommt vielen Anlegern die Möglichkeit des Widerrufs sehr gelegen.

Aufgrund des Risikos, welches eine fondsgebundene Lebensversicherung mit sich bringt, kann sich ein Widerruf besonders lohnen. Dabei unterscheidet man nicht zwischen klassischen Lebensversicherungen und fondsgebundenen, der Widerrufsjoker gilt für beide Varianten. Die Problematik zeigt sich jedoch bei Fondsverlusten, die während der Vertragslaufzeit verzeichnet wurden. Im Zuge einer Rückabwicklung durch Widerruf erhält der Versicherungsnehmer grundsätzlich die geleisteten Beiträge zurück. Der Versicherungsnehmer erhält bei Widerruf auch gegebenenfalls die Gewinne, die der Fond erwirtschaftet hat. Der Haken: Hat der Fonds Verlust gemacht, so muss man sich auch diesen anrechnen lassen.

Jedoch muss der Widerrufende nicht alle Verluste hinnehmen. Ist der Verlust des Fonds so hoch, dass nach Abzug kaum Beiträge zurückbleiben, hält das den Versicherungsnehmer effektiv von der Geltendmachung des Widerrufsrechts ab. Dies widerspricht dem europarechtlichen Effektivitätsgebot. Der Bundesgerichtshof entschied bisher, dass Fondsverluste unter zehn Prozent des geleisteten Sparanteils das Widerrufsrecht nicht entwerten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Versicherer Verluste von über zehn Prozent nicht auf den Versicherungsnehmer abwälzen dürfen.

Nicht aufgrund von hohen Fondsverlusten zögern

Wer eine fondsgebundene Lebensversicherung widerruft, muss also nicht alle Verluste tragen. Daher heißt es aufmerksam sein, wenn Versicherer mehr auf den Verbraucher übertragen wollen, als gesetzlich erlaubt. Wer bisher, aufgrund hoher Verluste des Investmentfonds, gezögert hat die Widerrufsmöglichkeiten zu prüfen, sollte fachmännische Unterstützung einholen. Ist der Fondsverlust so hoch, dass er nicht auf Sie abgewälzt werden darf, kann sich bei genauer und gründlicher Betrachtung ergeben, dass ein Widerruf womöglich doch ertragreicher ist.

Abschließend zusammengefasst:

  • Fondsgebundene Lebensversicherungen unterscheiden sich grundsätzlich in der Anlage des Sparanteils
  • Widerrufsjoker ist auch bei Fondspolicen möglich
  • Nicht von hohen Fondsverlusten abschrecken lassen, der Versicherungsnehmer muss nicht alle Verluste bei einer etwaigen Rückabwicklung gegen sich gelten lassen
  • Fachmännische und gründliche Betrachtung kann ergeben, dass, trotz hoher Verluste des Investmentfonds, ein Widerruf sehr lukrativ sein kann.

 

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Ilja Ruvinskij ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Partner unserer Kanzlei. Mit seinem spezialisierten Team setzt er bundesweit Verbraucherrechte gegen Banken und Großkonzerne durch.

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