Verjährung – Durchsetzbarkeit von Forderungen

Bekannt aus:
  • Bild Restschuldbefreiung

Verjährung – Durchsetzbarkeit von Forderungen

In der Beratungspraxis kristallisiert sich oftmals heraus, dass viele Schuldner und Schuldnerinnen den Überblick über die eigene Schuldensituation verloren haben. Häufig ist dieser Umstand darauf zurückzuführen, dass einige Schulden aus der Vergangenheit über einen längeren Zeitraum mit sich getragen wurden. Bestehen berechtigte Forderungen Ihres Gläubigers gegen Sie, gilt es für Sie zunächst diese Forderung auf eine mögliche Verjährung hin zu überprüfen.

Schuldenanalyse vom Fachanwalt

✔ KOSTENLOS   ✔ SCHNELL    UNVERBINDLICH

Über

20.000

geprüfte Fälle

Offene Fragen? – Einfach anrufen:

(Mo. – So. von 9 – 22 Uhr / BUNDESWEIT –  Dt. Festnetz)

Regelmäßige Verjährung nach drei Jahren

Das Gesetz kennt unterschiedliche Fristen der Verjährung. Wichtig ist im Folgenden insbesondere die regelmäßige Verjährungsfrist, die gemäß § 195 BGB drei Jahre beträgt. Zu abweichenden Fristen kommt es insbesondere in gesondert geregelten und sehr wichtigen Fällen.  Eine solch abweichende Frist liegt beispielsweise bei Schadensersatzansprüchen vor.

Unter die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren fallen in aller Regel auch Geldforderungen wie beispielsweise Forderungen aus Kaufverträgen.

Wie berechnen Sie die Verjährung?

Bild von einer Uhr

Bei der Verjährung handelt es sich um eine sogenannte „Einrede der Verjährung“.

Gemäß § 199 Absatz 1 BGB beginnt die regelmäßige Verjährungsfrist, soweit nicht ein anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist, mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Beispiel: Wenn Ihr Gläubiger beispielsweise eine Forderung aus einem Kaufvertrag gegen Sie innehat und diese am 10.03.2011 entstanden ist, beginnt die Verjährung am 31.12.2011. Bis zum 31.12.2014 ist die Forderung allerdings nicht verjährt. Erst ab dem 01.01.2015 tritt die Verjährung dagegen ein.

Wie machen Sie die Verjährung geltend?

Sollten Sie bei der Überprüfung einer Forderung zu der Erkenntnis gelangen, dass diese Forderung bereits verjährt ist, gibt es keinen Automatismus durch den Sie von dieser Forderung befreit werden. Ebenso führt die Verjährung nicht zum Untergang des Anspruchs. Sie müssen hier vielmehr selbst aktiv werden!

Bei der Verjährung handelt es sich vielmehr um eine sogenannte „Einrede der Verjährung“. Diese Einrede bedeutet, dass die Verjährung von den Gerichten nicht von Amts wegen berücksichtigt wird, sondern Sie als Schuldner diese selbst geltend machen müssen. Durch diese Einrede der Verjährung gelangen Sie als Schuldner oder Schuldnerin an ein (dauerndes) Leistungsverweigerungsrecht gegenüber dem entsprechenden Gläubiger.

Sie als Schuldner oder Schuldnerin müssen sich nun mit dem Hinweis der Verjährung selbst verteidigen. Teilen Sie Ihrem Gläubiger mit, dass Sie die Einrede der Verjährung gemäß § 214 BGB geltend machen. Wenn Ihr Gläubiger Ihnen gegenüber daraufhin nicht den Verzicht auf die Forderung erklärt, sollten Sie in jedem Fall aufmerksam bleiben und im Falle eines Mahnverfahrens Widerspruch einlegen. Sodann könnten Sie mit der sogenannten „negativen Feststellungsklage“ gerichtlich feststellen lassen, dass die Forderung bereits verjährt ist.

Wodurch wird die Verjährungsfrist verlängert?

Allerdings kann die Verjährungsfrist unter gewissen Umständen auch verlängert werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn zwischen Ihnen und Ihrem Gläubiger Verhandlungen über den Anspruch geführt werden. Hier gilt dann gemäß § 203 BGB die Verjährung solange als gehemmt (= verlängert), bis dass einer der Verhandlungspartner die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert.

Weiterhin sollten Sie beachten, dass wenn Sie während der drei Jahre der regelmäßigen Verjährungsfrist Zahlungen an Ihren Gläubiger leisten, die Verjährungsfrist dann ab der letzten Zahlung die Sie geleistet haben neu beginnt. Auch Ihr Gläubiger kann beispielsweise durch Suchaufträge, wenn Sie beispielsweise umgezogen sind, entsprechende Maßnahmen zur Unterbrechung der Verjährung einleiten.

Insbesondere hemmt auch die Einleitung eines Mahnverfahrens die Verjährungsfrist, wobei eine einfache Mahnung die Verjährung nicht unterbricht! Bei der Einleitung eines Mahnverfahrens kann es zu einer Verlängerung von sechs Monaten bei der Einreichung eines Mahnbescheids kommen. Ein solcher Mahnbescheid ist ein vereinfachtes Mahnverfahren. Diese Verlängerung setzte allerdings voraus, dass sowohl der Mahnbescheid als auch die Klage vor Ablauf der Verjährungsfrist bei dem zuständigen Gericht eingegangen sind. Anknüpfend an das oben aufgeführte Beispiel also bis zum 31.12. des Jahres, in dem der Anspruch noch nicht verjährt ist.

Bestehen berechtigte Forderungen Ihres Gläubigers gegen Sie, welche nicht verjährt sind, kann Ihnen bei Überschuldung die Privatinsolvenz helfen.

Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „Verjährung – Durchsetzbarkeit von Forderungen“? Wir beantworten sie hier kostenlos!

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© Copyright - KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwaltskanzlei
Call Now Button