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Arbeitgeberdarlehen bei Privatinsolvenz

Bekannt aus:
  • Anwälte im Bürogebäude

Am 01.07.2014 trat die Insolvenzrechtsreform in Kraft. Neben etlichen anderen Neuerungen wurde auch die Berücksichtigung von Arbeitgeberdarlehen in der Privatinsolvenz überarbeitet.

Diese werden – anders als bisher – nicht länger privilegiert.

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Was ist ein Arbeitgeberdarlehen?

Ein Arbeitgeberdarlehen unterscheidet sich vom klassischen Darlehen durch das zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber herrschende Arbeitsverhältnis. Mit Rücksicht auf dieses Arbeitsverhältnis überlässt der Arbeitgeber seinem Angestellten Kapital zur vorübergehenden Nutzung.

Der Arbeitgeber bietet seinem Angestellten in der Regel ein Darlehen zu deutlich besseren Konditionen an, als es gemeinhin üblich wäre. Dazu zählt auch, dass viele Arbeitgeber, anders als Banken, auf umfangreiche Sicherheiten verzichten. Dies hat zur Folge, dass der Arbeitnehmer Sicherungsmittel wie Grundstücke, Wohneigentum, Lebensversicherungen etc. bei Bedarf dazu nutzen kann, zusätzliche Kredite bei Geldinstituten aufzunehmen.

Sollte es nicht explizit anders vereinbart worden sein, bleibt der Darlehensvertrag von der Beendigung des Arbeitsverhältnisses unberührt.

Wie wird ein Arbeitgeberdarlehen in der Privatinsolvenz behandelt?

Nach alter Fassung der Insolvenzordnung konnten die vereinbarten Raten eines Arbeitgeberdarlehens direkt vom Lohn des Angestellten abgehalten werden. Da in diesem Zusammenhang auch die Pfändungsgrenzen beachtet werden mussten, gingen viele Gläubiger bei einer Lohnpfändung leer aus, da zuerst der Arbeitgeber befriedigt wurde. Diese Regelung galt für die ersten zwei Jahre des Insolvenzverfahrens des Arbeitnehmers.

Durch die Insolvenzrechtsreform wurde diese Bevorzugung von Arbeitgeberdarlehen abgeschafft. Der Arbeitgeber ist genauso zu behandeln, wie alle anderen Gläubiger und wird nicht länger bevorzugt befriedigt. Die Raten werden demnach nicht direkt vom Lohn abgehalten. Vielmehr ist der Arbeitgeber nun ebenso auf die Verteilung des pfändbaren Einkommens durch den Treuhänder angewiesen.

Arbeitgeberdarlehen nach der Reform: Klarer Vorteil für Schuldner (zulasten des Arbeitgebers)

Bild von einem Mann mit Anzug

Nach alter Fassung der Insolvenzordnung konnten die vereinbarten Raten eines Arbeitgeberdarlehens direkt vom Lohn des Angestellten abgehalten werden.

Für den Angestellten lohnt sich ein Darlehen nach wie vor. Der Arbeitgeber hat nun zu dessen Gunsten die Pfändungsfreigrenzen zu beachten. Die Neuregelung betrifft nur den Arbeitgeber. Dieser ist nun dem Risiko ausgesetzt, im Falle der Privatinsolvenz des Darlehensnehmers auf einen größeren Teil seiner Forderung verzichten zu müssen als bisher. Dies wird zur Folge haben, dass viele Arbeitgeber entweder keine Darlehen mehr an ihre Angestellten vergeben oder zukünftig ähnliche Sicherheitsleistungen wie Banken verlangen werden. Dadurch würden Arbeitgeberdarlehen für die Angestellten uninteressant.

Sollten Sie sich nicht in der Privatinsolvenz befinden und die Notwendigkeit für ein Darlehen sehen, empfiehlt es sich dennoch das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. Viele Arbeitgeber sind sich der neuen Risiken bewusst und gewähren trotzdem Darlehen. Dies tun sie meist, um den einzelnen Arbeitgeber in seiner Zwangslage persönlich zu unterstützen oder ihn noch stärker an den Betrieb zu binden. Ein Versuch kann sich lohnen.

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2 Antworten
  1. Avatar
    says:

    Hallo.
    Ich bin in einer Privatinsolvenz! Wenn ich von meinem Arbeitgeber ein Darlehen bekomme und dies mit einer monatlichen Rate vom Lohn abbezahlt wird, ist das erlaubt? Oder wird mir was gepfändet?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Frau Ebbinghaus,

      auch in der Privatinsolvenz dürfen Sie ein Darlehen aufnehmen, wenn Sie in der Lage sind, es aus Ihrem unpfändbaren Vermögen zu begleichen. Auf keinen Fall darf der Arbeitgeber jedoch die Raten vor der Ermittlung des pfändbaren Betrags vom Einkommen abziehen. Die Raten müssen unbedingt aus dem unpfändbaren Einkommen bezahlt werden, ansonsten setzen Sie Ihre Restschuldbefreiung aufs Spiel.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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