Darf das Verhalten des Arbeitnehmers während seiner Freizeit in das Arbeitszeugnis aufgenommen werden?

Normalerweise wird im Arbeitszeugnis nur die berufliche Situation beurteilt. Was der Arbeitnehmer in seiner Freizeit macht, ist seine Sache und entzieht sich der Bewertung durch den Arbeitgeber. Es ist nur dann eine Ausnahme zu machen, wenn sich das private Verhalten des Arbeitnehmers auch auf sein betriebliches Verhalten negativ auswirkt und zu dem Gesamtbild beiträgt, das für die Beurteilung wichtig ist. Es ist daher grundsätzlich unerheblich, ob der Arbeitnehmer bei einer bestimmten politischen Partei Mitglied ist oder sich in einem bestimmten Verein engagiert, wenn sich das nicht auf sein Verhalten im Betrieb auswirkt. Gleiches gilt normalerweise für die in der Freizeit begangenen Straftaten. Eine Ausnahme ist nur dort zu machen, wo diese Straftaten im direkten Zusammenhang mit der Tätigkeit des Arbeitnehmers im Betrieb stehen, bewiesen sind und eine gewisse Schwere aufweisen. Diese Bedingungen führen dazu, dass sich die Angaben zu Freizeitaktivitäten nur auf krasse Fälle beziehen.

z.B.: Ein Schulbusfahrer betrinkt sich zuhause bis zur absoluten Fahruntüchtigkeit und erscheint in diesem Zustand zur Arbeit und fährt einen Bus. Er wird erwischt und fristlos entlassen, da er sich auch in der Vergangenheit einen solchen Fehltritt geleistet hat.

Dieser Vorfall muss im Zeugnis erwähnt werden, weil es für die Qualifikation des Arbeitnehmers als Schulbusfahrer von besonderer Bedeutung ist und ein potentieller Arbeitgeber darüber unterrichtet sein sollte.

 

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