Wird eine Abfindung mit der Prozesskostenhilfe verrechnet?

Wer nicht die finanziellen Mittel besitzt, um einen Prozess zu führen, kann von der Staatskasse finanzielle Unterstützung erhalten. Diese deckt die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten. Es gibt nur zwei Voraussetzungen: Der Antragsteller kann die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen (hier werden die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers geprüft). Die Angelegenheit bietet eine hinreichende Aussicht auf Erfolg und erscheint nicht mutwillig. Wer Prozesskostenhilfe erhalten und vor Gericht eine Abfindung erstritten hat, will natürlich so viel wie möglich davon behalten. Da der Arbeitnehmer aber Geld bekommen hat, wird die Staatskasse immer prüfen, ob sie nicht

Was besagt die Fünftelregelung?

Die gesetzliche Regelung findet sich im § 34 Absatz 1, Satz 2 EStG. Danach beträgt die für die außer­or­dent­li­chen Einkünf­te an­zu­set­zen­de Ein­kom­men­steu­er das Fünf­fa­che des Un­ter­schieds­be­trags zwi­schen der Ein­kom­men­steu­er für das um die­se Einkünf­te ver­min­der­te zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men (ver­blei­ben­des zu ver­steu­ern­des Ein­kom­men) und der Ein­kom­men­steu­er für das ver­blei­ben­de zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men zuzüglich ei­nes Fünf­tels die­ser Einkünf­te. Das lässt sich auch verständlicher fassen. Die Abfindung wird durch fünf geteilt. Dieses Fünftel wird zu dem regulären Jahreseinkommen addiert. Aus diesem fiktiven Einkommen (Jahreseinkommen + 1/5 der Abfindung) wird die Lohnsteuer berechnet (Lohnsteuer A). Dann wird die Lohnsteuer A

Muss ich die Abfindung versteuern?

Steuerrechtlich werden Abfindungen wie außerordentliche Einkünfte behandelt. Sie unterliegen daher vom Prinzip her der Lohnsteuer. Wie auch bei übrigen Lohnsteuern, ist es die Pflicht des Arbeitgebers, die auf die Abfindung entfallenden Lohnsteuern zu berechnen, einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Als Arbeitnehmer erhalten Sie darüber eine Lohnabrechnung. Problem: Steuerprogression Laut einer Studie aus dem Jahre 2008, wird durchschnittlich eine Abfindung in Höhe von 12.000 Euro gezahlt. Bei größeren Unternehmen überschreitet die Abfindungshöhe ganz häufig die 20.000 Euro Marke. So kann es dazu kommen, dass mit dem Erhalt einer Abfindung das Jahreseinkommen plötzlich stark ansteigt. Das wiederum hat im Regelfall die

Welche Kündigungsfrist muss ich einhalten?

Wie lang die Kündigungsfrist in Ihrem Fall ist, folgt in erster Linie aus Ihrem Arbeitsvertrag oder ggf. dem Tarifvertrag. Schweigen die Verträge dazu, kommen die gesetzlichen Kündigungsfristen zum Zuge.  Es gilt der § 622 Absatz 1 und 2 BGB: Alle Arbeitsverhältnisse, die weniger als zwei Jahre bestanden haben, können mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden. Wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats, fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats, acht Jahre bestanden

Wie wirkt sich eine Abfindung auf das Arbeitslosengeld aus?

Das Arbeitslosengeld soll dem Arbeitslosen helfen, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Hat er aber bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung erhalten, verfügt er über die erforderlichen finanziellen Mittel. Aus dieser Überlegung folgt, dass der Erhalt einer Abfindung zu Einschränkungen beim Arbeitslosengeld führen kann. Es sind zwei Arten von Einschränkungen denkbar: die Sperrzeit und das Ruhen des Anspruchs auf das Arbeitslosengeld. Was versteht man unter einer Sperrzeit? Die Sperrzeit wird von der Arbeitsagentur verhängt und verkürzt den Anspruch auf das Arbeitslosengeld (§ 159 SGB III). Das bedeutet, dass der Betroffene bei Eintritt der Arbeitslosigkeit erstmal kein und insgesamt weniger Arbeitslosengeld erhält. Wer

Kann ich eine Abfindung erhalten, ohne gegen die Kündigung zu klagen?

Die Abfindung im Aufhebungsvertrag Eine Trennung kann man auch friedlich gestalten. Im Arbeitsverhältnis ist dabei ein Aufhebungsvertrag (auch Auflösungsvereinbarung genannt) das erste Mittel der Wahl. So wie man einen Arbeitsvertrag schließt, um ein Arbeitsverhältnis zu begründen, so kann man sich auch in einem Aufhebungsvertrag darauf einigen, dieses Verhältnis einvernehmlich aufzulösen. Bestenfalls gegen Zahlung einer Abfindung. Es gibt aber auch viele andere Punkte, die in einem Aufhebungsvertrag geregelt werden können. Man denke nur an die Freistellung, die Wettbewerbsverbote oder die noch zu leistende Vergütung (Provisionen, Überstunden u.a.) Geht man mit dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages ein Risiko ein? Beim Abschluss eines Abfindungsvertrages

Wie erhalte ich eine Abfindung im Wege einer Klage?

Haben Sie eine Kündigung erhalten, mit der Sie nicht einverstanden sind, sollten Sie dagegen klagen, um Ihre Chancen auf eine Abfindung zu wahren. Als Arbeitnehmer hat man ab Zugang des Kündigungsschreibens drei Wochen Zeit, um eine Kündigungsschutzklage zu erheben. Läuft diese Frist ab, wird die Kündigung wirksam – eine Abfindung kann man dann in aller Regel vergessen. Es ist allerdings noch lange nicht genug, einen Schriftsatz beim Gericht einzureichen. Zwar ist dann das Formale getan, ob man sich selbst tatsächlich adäquat verteidigen kann, ist eine andere Frage. Es gibt viele Situationen, in denen man sich die Dienste eines Anwalts sparen

Welche Faktoren entscheiden über die Höhe einer Abfindung?

Um den Spielraum auszuloten, wird der Arbeitgeber sich für gewöhnlich die folgenden Fragen stellen: Wie rechtssicher ist die Kündigung? Hat bzw. hätte eine Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers gute Aussichten auf Erfolg, steigen die Chancen, eine Abfindung jenseits des Regelwertes zu bekommen. Hier sind zum einen die Stärke des Kündigungsschutzes, zum anderen die Gewichtigkeit des Kündigungsgrundes von Bedeutung. Wonach bemisst sich die Stärke des Kündigungsschutzes? Ist ein Arbeitnehmer über ein halbes Jahr in einem Betrieb mit über zehn Mitarbeitern beschäftigt, genießt er gesetzlichen Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass er nicht ohne Weiteres gekündigt werden kann. Seine Kündigung darf nicht sozialwidrig sein. Bestimmte soziale

Wie hoch kann eine Abfindung sein?

Die Höhe der Abfindung hängt entscheidend von dem Einzelfall ab. Als „Regelabfindung“ hat sich in der Praxis ein Betrag in Höhe von 0,5 Bruttomonatseinkommen je Beschäftigungsjahr festgesetzt. Wir rechnen ein bisschen. Angenommen, ein Arbeitnehmer verdient monatlich 3.000 € brutto und war sechs Jahre im Betrieb beschäftigt. Dann wird seine Abfindung wie folgt berechnet: 3.000 € x 0,5 x 6 = 9.000 €. Die Anwendung dieses Richtwertes geht in vielen Abfindungsfällen in Ordnung, in Stein gemeißelt ist sie aber nicht. Viele Faktoren können bei der Bestimmung des Wertes im Einzelfall eine Rolle spielen. Wollen Sie die höchstmögliche Abfindung heraushandeln, müssen Sie die

Sollte man als Arbeitnehmer eine Abfindung akzeptieren?

Es kommt ganz darauf an, was man möchte. Wehrt man sich gegen eine bereits ausgesprochene Kündigung, wird die Angelegenheit durch das Arbeitsgericht entschieden. Der Klageweg ist für beide Parteien ein Wagnis. Wenn man unbedingt seinen Job behalten möchte, muss man es in aller Regel auf ein Urteil ankommen lassen. Wie dieses ausfällt, hängt davon ab, wie sicher die Kündigung ist. Die allermeisten Verfahren (über 90 %) werden aber noch vor dem Urteil beendet. Und zwar mit einem sog. Vergleich, in dessen Rahmen auch eine Abfindung gezahlt wird. Denn auch für den Arbeitnehmer ist der Erhalt einer Abfindung häufig die vernünftigste