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Steuererstattung im Insolvenzverfahren – Rückerstattungen behalten

Bekannt aus:

Bei der Frage, ob Steuerrückerstattungen bei Insolvenz abzuführen sind oder ob Sie diese behalten dürfen, ist auf die aktuelle Verfahrensphase abzustellen.

Als Faustformel lässt sich hier festhalten: Während des Insolvenzverfahrens werden Steuererstattungen aus Einkommens- und Lohnsteuer vom Treuhänder bzw. Insolvenzverwalter abgeführt. Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens kann der Schuldner Steuererstattungen aus Einkommens- und Lohnsteuer behalten.

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Übergang der Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis im Insolvenzverfahren

Durch die Eröffnung der Insolvenz geht die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen des Schuldners auf den Insolvenzverwalter über, § 80 Abs. 1 InsO. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die pfändbaren Beträge an die Gläubiger abgeführt werden – dazu gehören auch Steuererstattungen.

Pfändungsschutz im Insolvenzverfahren

Auch im Insolvenzverfahren genießen Sie Pfändungsschutz. Nur die Einkünfte oberhalb des pfändungsgeschützen Betrags treten Sie als Schuldner mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens an den Insolvenzverwalter ab, vgl. § 287 Abs.2 InsO. Auch Steuererstattungen werden nur dann von dem Insolvenzverwalter an die Gläubiger verteilt, wenn sie oberhalb des pfändungsfreien Betrages liegen.

Meldung von Steuererstattungsansprüchen

Finanzielle Änderungen wie Steuerrückerstattungen sind dem Insolvenzverwalter mitzuteilen. Denn dieser ist verpflichtet, die Einkommenssteuererklärung des Schuldners in Bezug auf die Insolvenzmasse zu erstellen und beim Finanzamt einzureichen (vgl. BGH, Beschluss vom 18. 12. 2008 – IX ZB 197/07). Der Schuldner ist verpflichtet, die dafür maßgeblichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Dieser Mitwirkung sollten Sie genügen, da bei Nichteinhaltung der Pflichten eine Versagung für die Restschuldbefreiung nach § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO erfolgen kann.

Steuererstattung in der Insolvenz – auf den Zeitpunkt kommt es an

Maßgeblich für die Beurteilung von Steuererstattungen ist der Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sowie der Zeitpunkt, in dem sich der steuerliche Sachverhalt ereignet hat, aus dem sich die Erstattung ergibt.

Steuererstattung vor oder während des Insolvenzverfahrens

Steuerrückerstattungen, die sich auf Zeiträume vor oder während des laufenden Insolvenzverfahrens beziehen und auch in dieser Zeit entstanden sind, gehören zur Insolvenzmasse.

Steuererstattungen nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens

Die Steuererstattungsansprüche gehören nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens wieder zum Vermögen des Schuldners, wenn der steuerliche Sachverhalt nach dem Insolvenzverfahren verwirklicht worden ist (BGH, Beschluss vom 4. September 2008 VII B 239/07; BFH, Urteil vom 28. Februar 2012 VII R 36/11). Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens hat der Schuldner auch die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über sein Vermögen wieder erlangt.

Nachtragsverteilung und Steuererstattung

Nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens kann eine Nachtragsverteilung beschlossen werden, § 203 InsO. In diesem Fall werden Ansprüche des Schuldners, also auch Steuererstattungsansprüche, nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens ermittelt, die noch zur Insolvenzmasse gehören und ggfs. verteilt.

Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „Steuererstattung im Insolvenzverfahren – Rückerstattungen behalten“? Wir beantworten sie hier kostenlos!

41 Kommentare
  1. Avatar
    says:

    Hallo,
    am 22.05.2020 wurde mir die Restschuldbefreiung erteilt. Im Juni 2020 habe ich die Umsatzsteuer für Mai 2020 gemacht und hätte Geld zurück bekommen müssen. Am 29.06.2020 hat das Finanzamt mir geschrieben, dass sie den Betrag mit den Schulden von 2006 aufrechnen und mein Erstattungsanspruch somit erloschen ist. Dürfen sie das?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      meines Erachtens nach darf das Finanzamt Erstattungsansprüche nach erteilter Restschuldbefreiung nicht mehr mit Insolvenzforderungen aufrechnen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  2. Avatar
    says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin bin seid August 2019 in Privatinsolvenz. Gestern bekam ich den Bescheid vom Finanzamt, dass ich 72,00 € Steuern vom nicht pfändbaren Einkommen an das Finanzamt zurückzahlen soll. Ist das richtig?
    Ich bin zu 70 % schwerbehindert und beziehe eine Schwerbeschädigtenrente sowie eine Witwenrente. Davon wird der pfändbar mögliche Teil an den Insolvenzverwalter gezahlt.

    Vielen Dank!

    MfG

    G. Reschke

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Frau Reschke,

      da die Nachzahlung vermutlich nicht auf einem Fehler des Insolvenzverwalters basiert und grundsätzlich Sie die steuerpflichtige Person sind, wird die Nachzahlung nach gängiger Rechtsprechung nicht aus der Insolvenzmasse gezahlt, sondern ist aus dem unpfändbaren Einkommen zu leisten.
      Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine bessere Auskunft geben kann.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachwalt für Insolvenzrecht

  3. Avatar
    says:

    Guten Tag, ich war seit Juli 2013 in der Insolvenz. Eine Wohlverhaltensphase hat im Juli 2015 begonnen. Im Juli 2019 habe ich die Restschuldbefreiung bekommen. Meine Einkommenssteuerbescheide von 2016/2017/2018 wurden erst jetzt vom Finanzamt bearbeitet bzw. Erstattet.
    Wird hier von den Erstattungen noch irgendwas an meine Gläubiger fällig bzw. mir genommen, oder behalte ich das Guthaben??? Vielen Dank

    • Andre Kraus
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      ob eine steuerliche Rückerstattung in den Insolvenzbeschlag fällt oder nicht, hängt davon ab, ob der Veranlagungszeitraum inner- oder außerhalb des Abtretungsfrist ist. Einkommensteuerliche Rückerstattungen, deren Veranlagungszeitraum in die Wohlverhaltensperiode fallen, sind daher in der Regel pfändbar. Die Restschuldbefreiung ist jedenfalls nicht anfechtbar, wenn nach ihrer Erteilung ein Jahr verstrichen ist (vgl. § 303 Abs. 2 InsO).

      Mit freundlichen Grüßen

      A. Kraus
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  4. Avatar
    says:

    Sehr geehrtes Team, vielen Dank nochmal das Ihr meine Frau so toll begleitet habt.
    Eine Frage stellt sich mir bei der Steuererklärung.
    Bei Einzelveranlagung gäbe es für meine Frau eine Erstattung in Höhe von 976,-€ und ich müsste nachzahlen. Bei einer Gemeinsamveranlagung gäbe es für uns zusammen 1800,-€ und der Anteil meiner Frau an Erstattung wäre 290,-€, jetzt sagt der Insovenzverwalter das er der Gemeinsamveranlagung zustimmt, sofern die summe aus der Einzelveranlagung in die masse rutscht und er will dann noch einen Anteil aus der der Erstattung bei einer Gemeinsamen Veranlagung.
    Ist das so rechtens?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      vielen Dank für das Lob.
      Grundsätzlich hat der Insolvenzverwalter tatsächlich ein Wahlrecht und kann seine Zustimmung zur gemeinsamen Veranlagung davon abhängig machen, dass der Ehegatte einen Ausgleich für die Nachteile (im Vergleich zur getrennten Veranlagung) leistet.
      Ob die Forderung in Ihrem konkreten Fall berechtigt ist, teilen wir Ihnen gerne mit. Senden Sie eine Mail an info@anwalt-kg.de mit den Informationen und dem Aktenzeichen Ihrer Frau.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  5. Avatar
    says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ich befinde mich seit Ende 2017 in der privaten insolvenz!
    Letztes Jahr habe ich geheiratet und dieses Jahr steht die Steuererklärung an! Da ich bisher immer Steuerklasse 1 war habe ich keine gemacht! Wie verhält sich das mit der Rückerstattung für 2019? Wie hoch ist die Pfändungsgrenze? Wird überhaupt gepfändet da ich in der Wohlverhaltensphase bin?
    Meine Steuerberaterin macht da relativ schwammige Aussagen die mir nicht wirklich weiterhelfen.

    • Andre Kraus
      says:

      Sehr geehrter Herr R.,

      während Ihrer Wohlverhaltensphase treten Sie Ihr sämtliches Vermögen an Ihren Insolvenzverwalter ab (vgl. § 287 Abs. 2 InsO), welches oberhalb des Pfändungsfreibetrags liegt. Für eine in der Insolvenz befindliche Person liegt der Pfändungsfreibetrag pro Monat seit Juli 2019 bei 1179,99 Euro (zuvor bei 1133,80 Euro). Der Pfändungsfreibetrag steigt dann, wenn Sie etwa durch Heirat unterhaltspflichtig werden. Bei einer Unterhaltspflicht gegenüber einer Person steigt der Pfändungsfreibetrag pro Monat seit Juli 2019 auf 1629,99 Euro an (zuvor 1569,99 Euro).

      Mit freundlichen Grüßen

      A. Kraus
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  6. Avatar
    says:

    Hallo,
    ich hatte eine Einzelfirma (KFZWerkstatt), die ist 2016 in Insolvenz gegangen. Da es eine Einzelfirma war, hafte ich mit meinemPrivatvermögen, das ist klar. Ich habe wieder eine Arbeitsstelle angenommen und werde normal Sozialversichert. Meine Arbeitsstelle ist aber ca. 400 KM weg und somit pendele ich in der Woche. Da kommen einige KM und Kosten (Unterkunft Pension, Lebensmittel etc.) zusammen. im Jahr 2018 ist meine Tochter geboren und ich habe geheiratet (Frau war 2018 in Elternzeit). Jetzt habe ich die Steuererklärung gemacht und es kommt eine ganz schöne Summe zusammen, die so sagte mir die Steuerberaterin, aber zu 100 % zum Insolvenzverwalter geht. Dies kann ich nicht anz nachvollziehen, den die Erstattung sind ja Kosten zur Ausübung meines Beruf, ohne diese Ausgaben, könnte ich ja nicht arbeiten und der Insoverwalter würde ja auch nicht jeden Monat von meinem Lohn pfänden können. Ist in diesem Fall nicht die 100 % ungerechtfertigt, da die Ausgaben, ja schon von meinem gepfändeten Einkommen bezahlt wurden? Eine Erhöhung meiner Freigrenze hat der Insoverwalter seinerzeit abgelehnt.

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      Ihre Steuerberaterin hat dann Unrecht, wenn Sie sich 2018 bereits in der Wohlverhaltensphase befunden haben. Da Ihr Verfahren bereits 2016 eröffnet wurde, würde ich davon ausgehen, dass Sie sich 2018, also in dem Jahr, aus dem laut Ihren Angaben die Ansprüche stammen, bereits in der Wohlverhaltensphase befunden haben. In diesem Fall stehen Ihnen die Ansprüche zu. Wenn Sie sich zu dem Zeitpunkt noch nicht in der Wohlverhaltensphase befunden haben, das Insolvenzverfahren also noch nicht aufgehoben worden ist, fallen die Ansprüche tatsächlich in die Insolvenzmasse.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  7. Avatar
    says:

    Wenn aber im gerichtlichen Insolvenzverfahren eine Nulllösung gemacht wurde dh an die Gläubiger kein Geld verteilt werden kann und konnte wie kassiert dann die Verwalterin das Geld Erstattung Finanzamt? Und was ist wenn der Freibetrag jetzt beantragt wird da Schuldner jetzt festen Job hat und 2 Kindern schon vor Eröffnung zum Unterhalt verpflichtet ist?. Leider kommen nie wirklich die richtigen Infos von.der Verwalteterin und wir mussten uns sogar selbst um Pfändungsaufhebung kümmern. Es kam nur Reaktion sie wäre dafür nicht zuständig. Auch Pföndungsschutzantrag müssen wir selbst beantragen. Sorry wofür bekommt die dann Gebühren?

    • Andre Kraus
      says:

      Sehr geehrte Frau Hell,

      zunächst vielen Dank für Ihre Frage. Die Insolvenzverwalterin ist nur im Interesse der Gläubiger tätig. Für Ihre Interessen ist sie in der Tat nicht zuständig, daher dürfen Sie leider von ihr keine besondere Hilfe erwarten.
      Bezüglich der Steuererstattung kommt es darauf an, wann der steuerlich erhebliche Sachverhalt geschehen ist, also ob es sich um eine Rückerstattung aus einem Zeitraum vor Beginn der Wohlverhaltensphase handelt oder danach. Unterhaltspflichten spielen bei dieser Frage keine Rolle.

      Mit freundlichen Grüßen

      A. Kraus
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  8. Avatar
    says:

    Hallo,
    am 01. November 2019 wurde mein Insolvenzverfahren aufgehoben, somit befinde ich mich seitdem in der Wohlverhaltensphase.
    Ich habe heute (02. April 2020 ) eine Steuerrückerstattung erhalten, diese ist logischerweise für das letzte Jahr also 2019.

    Darf ich nun die Steuerrückerstattung behalten ? Oder steht dies dem Treuhänder zu ?

    Liebe Grüße

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      anhand Ihrer Angaben lief die Wohlverhaltensphase ab dem 01.11., d.h. für das Jahr 2019 zwei Monate lang. Die restlichen zehn Monate des Jahres lief das Insolvenzverfahren. In der Regel wird es dann anteilig nach Monaten verrechnet, in Ihrem Fall dürften Sie ein Sechstel der Rückforderung behalten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  9. Avatar
    says:

    Ich habe eine Frage:

    ein Ehepaar wird zusammen veranlagt und die Ehefrau hat ESt-Vorauszahlungen ohne Tilgungsbestimmung vorgenommen, die dann zur Hälfte auch auf den Ehemann zugerechnet wurden. Dieser ist jetzt in der Privatinsolvenz. Die Vorauszahlungen wurden aber aufgrund der Firma der Frau erwirtschaftet. Muss das Finanzamt dann nicht bestehende Erstattungsansprüche des Ehemanns zunächst mit noch offenen Steuerrückständen der Firma verrechnen? Das Finanzamt hat das Geld einfach an den Insolvenzverwalter überwiesen ohne eine Verrechnung vorzunehmen. War das zulässig?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      meiner Auffassung nach hat das Finanzamt hier nicht korrekt gehandelt. Wenn bei gemeinsamer Veranlagung die Vorauszahlungen von dem nicht insolventen Ehegatten geleistet worden sind, so stehen diese nicht der Insolvenzmasse zu.
      Reagieren können Sie, indem Sie beim Finanzamt die Erstellung eines Abrechnungsbescheids gemäß § 218 AO in Verbindung mit § 37 AO beantragen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  10. Avatar
    says:

    Ich habe eine Frage:

    Sachverhalt: Ich bin im Februar 2015 in die Insolvenz mit erwarteter Restschuldbefreiung gegangen. Das Insolvenzverfahren wurde im April 2018 aufgehoben und es hat die Wohlverhaltensphase begonnen. Mitte 2019 habe ich die Einkommensteuererklärung für 2018 eingereicht und auch eine Erstattung, wie erwartet, bekommen. Die Erstattung wurde zwischen dem Treuhänder und mir aufgeteilt. Allerdings hat das Finanzamt von meinem Anteil einen nicht unerheblichen Betrag zur Befriedigung alter Säumniszuschläge aus der Zeit vor Eröffnung der Insolvenz abgesondert. War das zulässig?

    • Andre Kraus
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      ja, leider kann das Finanzamt in diesem Fall wohl Ihren Anspruch mit den alten Forderungen aufrechnen, dies fällt nicht unter das Aufrechnungsverbot. Bitte beachten Sie, dass dies eine unverbindliche Aussage ist, da eine umfassende Prüfung des Sachverhalts in diesem Rahmen nicht möglich ist.

      Mit freundlichen Grüßen

      A. Kraus
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  11. Avatar
    says:

    Hallo,

    meine Insolvenz wurde 2014 beantragt und der Beschluss ist vom April 2016. Aktuell bin ich in der Wohlverhaltensphase. 2015 enstanden Steuerschulden die ich nicht bezahlen durfte, dies wäre eine Bevorteilung eines Gläubigers gewesen. In der Steuererklärung für 2018 kam es zu einer Rückzahlung und einem Vermerk vom Finanzamt, dass die gesamte Summe einbehalten wird. Auch für 2019 fürchte ich das. 2019 habe ich zudem geheiratet. Die Erstattungen ergeben sich dadurch, dass ich eine Weiterbildung privat finanziere und meine Frau krankheitsbedingt nicht arbeiten kann. Mein Insolvenzverwalter sieht sich jedoch zu keiner Hilfe verpflichtet, da er meint, alles was nicht auf sein Konto geht, verwaltet er auch nicht. Der AP beim FA meinte im Vorjahr, ich könne Einspruch erklären, jedoch seien die Erfolgsaussichten gering.
    Gibt es da eine reelle Aussicht, dass man an der Situation (Finanzamt behält alles) etwas ändern kann?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      leider ist es so, dass das Finanzamt häufig die Erstattungsansprüche mit alten Forderungen aufrechnen kann. Ob dies in Ihrem Fall wirklich so ist, kann man erst nach näherer Betrachtung beurteilen, leider ist dies in diesem Rahmen nicht möglich.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  12. Avatar
    says:

    Das Insolvenzverfahren über die Firma, für die ich tätig war, wurde Mitte November 2017 eröffnet. Ich wurde zum 30.September 2017 gekündigt, hatte aber noch Lohnforderungen für die Monate Juli, August und September. Die Lohnsteuer für diese Monate wurde allerdings von dewr Firma an das Finanzamt abgeführt. Ist der Insolvenzverwalter berechtigt, diese zu viel gezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zu fordern und der Insolvenzmasse zuzuschlagen ?

    Danke im Voraus für die Antwort.

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      Ihre Frage möchte ich unverbindlich wie folgt beantworten. Die zuviel gezahlte Lohnsteuer ist auf die Einkommensteuer des Arbeitnehmers anzurechnen. Sie müsste also im Rahmen der Steuererklärung Ihnen erstattet werden, nicht dem Arbeitgeber.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  13. Avatar
    says:

    Hallo,

    Ich verdiene monatlich ca. 480 Euro und bekomme noch 110 Euro vom Jobcenter… Liege also insgesamt noch gute 500 Euro unter dem pfändungssatz..
    Nun bekomme ich vom Finanzamt 873 Euro zurückerstattet.
    Meine Insolvenz wurde vor fast 3 Jahren eröffnet…
    Muss ich den Betrag komplett an den insolvenzverwalter zahlen oder nur den Teil der mit meinem Einkommen zusammen über den 1178 Euro pfändungsfreibetrag liegt?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      eine Steuererstattung wird nicht mehr wie Arbeitseinkommen behandelt, daher kommt es nicht mehr auf die Pfändungstabelle an.
      Entscheidend ist, ob der Sachverhalt, auf den sich die Steuererstattung bezieht, in der Wohlverhaltensphase lag oder davor. Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens und dem Beginn der Wohlverhaltensperiode kann der Schuldner eine Steuererstattung behalten, wenn die Steuererstattung auch aus einem Zeitraum nach Beginn der Wohlverhaltensphase stammt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  14. Avatar
    says:

    Ich habe von FA Steuerrückzahlung von 315 Euro bekommen,bin Rentner und in Insolvens seit 2017,muss ich das gesamte Geld an den IV zahlen,wird da die Pfändungsgrenze 1178 Euro berücksichtig? Bekomme 860 Euro Rente

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      es kommt – wie auf unserer Homepage beschrieben – auf den Zeitpunkt der Erstattung an. Eine pauschale Antwort ist schwerlich möglich.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

  15. Avatar
    says:

    Hallo,
    folgendes: mein Mann und ich haben private Insolvenz angemeldet. Das Verfahren ist 2019 eröffnet worden. Ich habe 2018 unseren Lohnsteuerjahresausgleich beim Finanzamt eingereicht, es sollte eine Erstattung geben laut dem Steuerprogramm. Die Erstattung hätte 2018 bereits fließen müssen. Wir haben uns erst später für die private Insolvenz entschieden. Ein ganzes Jahr später kam kein postalischer Bescheid, lediglich elektronisch über die Erstattung. Erst kam ein Umbuchungsbescheid, dagegen habe ich Widerspruch eingelegt, dann hieß plötzlich die Erstattung wurde an den Insolvenzverwalter ausgekehrt. Ist das Rechtens oder nicht? Ich hatte die Erstattung bereits 2018 für die Reparatur des Daches eingeplant. VG Birgit

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      der Insolvenzverwalter kann Rechte und Sachen pfänden, mitunter auch Auszahlungsansprüche von Ihnen gegen das Finanzamt. Ansprüche die vor Einreichung der Insolvenz entstanden sind werden der Insolvenzmasse in Gänze zugeführt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

  16. Avatar
    says:

    Wie lange darf der Insolvenzverwalter denn die Lohnsteuer bearbeiten? Unsere wurde von unserem Steuerberater an den Insolvenzverwalter gesendet. Vor 6 (!!!!)Wochen. Was mit meinem Geld wird…interessiert mich in erster Linie nicht. Es geht definitiv um das Geld meines Mannes. Denn er hat mit meiner Insolvenz nichts zu tun.
    Liebe Grüße Frauke

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      es gibt keine gesetzlich geregelte Frist zur Bearbeitung. Diese kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, gerade im Zeitpunkt des Fristendes der Erklärung. Ich rate Ihnen zukünftig getrennt veranlagt zu werden, damit die Lohnsteuer Ihres Mannes nicht auch vom Insolvenzverwalter bearbeitet werden muss.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

  17. Avatar
    says:

    Hallo, ich wollte für 2016 bis 2018 meine Steuererklärung machen. In dieser Zeit bin ich in der Privateninsolvenz. Kann ich das was mir für die Gläubiger abgezogen wurde über die Steuererklärung zurück holen. Bin jetzt in der Restschuldbefreiung.
    Mfg

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      sofern sich Ihre Frage auf Erstattungsansprüche bezieht, darf ich auf folgenden Beitrag auf unserer Homepage hinweisen: https://anwalt-kg.de/video/privatinsolvenz-recht/aussergerichtlicher-vergleich/steuererstattung-und-insolvenz-wann-koennen-sie-eine-steuererstattung-im-insolvenzverfahren-behalten/

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

  18. Avatar
    says:

    Hallo ich hab da mal eine Frage und zwar wenn mann vor der Insolvenz Steuererklärungen gemacht hat muss man die dann nach der Insolvenz auch wieder machen und wenn ja wie lange danach?

    Ich bin in der sogenannten genesungsphase und das seid letzten Oktober und das dann quasi bis 2021 und muss ich dann jetzt schon steuererklärung machen oder danach?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      ich empfehle Ihnen zur Beantwortung folgenden Beitrag auf unserer Homepage: https://anwalt-kg.de/newsbeitrag/privatinsolvenz-recht/privatinsolvenz/die-steuererklaerung-in-der-insolvenz/

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

  19. Avatar
    says:

    Hallo,
    ich bin in der Wohlverhaltensphase und mitte Juli mit der Insolvenz durch. Nach der neuen Regelung kann man die Einkommensteuererklärung für das letzte Jahr bis zum 31.7.19 abgeben.
    Kann ich die Abgabe der Steuererklärung bis nach der Insolvenz hinauszögern und somit die Erstattung kassieren? Problem ist, dass es einen Beschluß zur Nachtragsverteilung der Steuererstattung gibt, und dass ich Steuerschulden habe!

    Grüße
    Guido

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      eine Steuerrückzahlung ist in der Regel ein klassischer Fall für eine Nachtragsverteilung, da der Grund für die Rückzahlung in der Vergangenheit liegt und somit das Geld in die Insolvenzmasse geflossen wäre.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

  20. Avatar
    says:

    Hallo eine Frage die mich gerade betrifft
    Die rück Steuer rück Erstattung fließt in die Insolvenz Maße mit ein wenn sie über dem pfändbaren Einkommen liegt steht oben

    Bedeutet dies das die rück Zahlung mein Einkommen in diesem Monat um diesen Betrag erhöht oder wie erfolgt bitte die Berechnung bei 1600 netto und 1100 Steuer rück Zahlung?

    Des weiteren habe ich diese selbst über ein Programm erledigt detailliert und auf mein P Konto erstattet bekommen, also Eingang ca 2700 bei 2 Unterhalt pflichtige Personen.

    Danke für die Antwort

  21. Avatar
    says:

    Hallo ich bin nun seit 2013 in der privaten inso. Ich habe im Dezember 14 geheiratet und meine Frau ist im 4 Monat schwanger .nun die Frage bei steuererstattung darf ich das Geld behalten oder geht das geld an den insoberater

  22. Avatar
    says:

    Ein sehr guter Artikel! Vielen Dank für die aufschlussreiche Seite.

    Gruß

    -Kasimir

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