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Regelinsolvenz: Ablauf und Dauer

Bekannt aus:
  • So läuft die Regelinsolvenz ab

    Kostenfreie Erstberatung und anwaltliche Begleitung von Unternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern

    Selbstständigkeit fortführen ✓ Restschuldbefreiung in 3, 5 oder 6 Jahren ✓ Pfändungsschutz ✓ Fachanwalt für Insolvenzrecht ✓

    Bild Restschuldbefreiung

Ablauf und Abschnitte der Regelinsolvenz

Eine Regelinsolvenz besteht im Wesentlichen aus 3 Abschnitten:

  1. Die Vorbereitung
  2. Das Regelinsolvenzverfahren
  3. Die Wohlverhaltensperiode
Dr. V. Ghendler ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und mit seinem bundesweit tätigen Team auf die Entschuldung von Privatpersonen und Unternehmern spezialisiert.

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1. Abschnitt: Vorbereitung – Dauer 6 Wochen bis ca. 3 Monate

Die Vorbereitung ist beim Regelinsolvenzverfahren der mit Abstand wichtigste und beratungsintensivste Abschnitt. Sie beginnt mit der Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten und einer umfassenden Beratung über die Restrukturierung Ihrer Unternehmung. Wir weisen Sie ein, wie Sie

  • Ihre Einkünfte vor Pfändungen schützen
  • eine Auffanggesellschaft gründen
  • oder ihre Betriebseinrichtung behalten
  • und wir erstellen Ihren auf Sie zugeschnittenen Entschuldungsplan.

Danach gilt es, unseren Entschuldungsplan umzusetzen: Sie sollten zuerst ein neues Konto eröffnen. Das Ziel ist, Ihre Zahlungseingänge vor den Pfändungen der Gläubiger zu schützen und eine Kriegskasse anzulegen, aus der Sie sich bis zur Insolvenzeröffnung finanzieren. Anschließend wird entweder eine Auffanggesellschaft gegründet, Ihre bestehende Unternehmung weitergeführt oder eingestellt. Danach sollten Sie rigoros alle Zahlungen an Ihre Gläubiger beenden. Bei Ihrem Wunsch können wir danach auch einen außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch mit Ihren Gläubigern durchführen. Diese Dienstleistung eröffnet Ihnen die Chance, dass Ihnen im Vorfeld einer Regelinsolvenz ein gerichtliches Verfahren erspart bleibt. Danach reichen wir Ihren Insolvenzantrag ein. Indem wir Ihren Insolvenzantrag anwaltlich vorbereiten, wird von uns alles Erforderliche getan, um die Erteilung Ihrer Restschuldbefreiung bestmöglich sicherzustellen.

Während die Vorbereitung der Privatinsolvenz sechs Wochen in Anspruch nimmt, ist die Vorbereitungszeit einer Regelinsolvenz von Fall zu Fall unterschiedlich. Falls Sie Ihre selbstständige Tätigkeit fortführen wollen und einen monatlichen Umsatz haben, der 1000 Euro überschreitet, empfehlen wir Ihnen die Gründung einer Auffanggesellschaft. Die Vorbereitung dürfte in solchen Fällen etwa drei Monate dauern. Wenn Sie Ihre selbstständige Tätigkeit allerdings einstellen wollen, können Sie mit einer Dauer von sechs Wochen rechnen.

Sehen Sie auch unser Video zur Vorbereitung der Insolvenz

2. Abschnitt: Regelinsolvenzverfahren – 2 bis 3 Jahre

Schon bevor das Regelinsolvenzverfahren eröffnet wird, wird das Insolvenzgericht regelmäßig einen sogenannten vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen, der damit beginnt, Ihr Vermögen im Sinne Ihrer Gläubiger zu sichern. Danach eröffnet das Insolvenzgericht des Regelinsolvenzverfahren. Zu Ihren Gunsten tritt der Pfändungsschutz ein. Nun wird der vorläufige Insolvenzverwalter regelmäßig zum Insolvenzverwalter ernannt. Er wird Ihr altes Unternehmen verwerten.

3 Abschnitt: Wohlverhaltensperiode – 3, 5 oder 6 Jahre ab Verfahrenseröffnung

Das Kernstück des Insolvenzverfahrens ist die Wohlverhaltensperiode. Sie beginnt an dem Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und endet innerhalb von

  • 3 Jahren – bei Tilgung von 35 % der Schulden und der Verfahrenskosten
  • 5 Jahren – bei Tragung der Verfahrenskosten
  • höchstens 6 Jahren – vollkommen unabhängig von jeglicher Schuldenrückzahlung

nach Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens (Beginn des zweiten Abschnittes). In dieser Zeit kommen Sie mit dem Insolvenzgericht nicht mehr in Berührung. Ihr Kontakt zum Insolvenzverwalter reduziert sich. Da Ihr Vermögen bereits verwertet wurde, müssen Sie auch nicht mehr ausführlich Auskunft über jede erhaltene Zuwendung geben. Nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode kommt es schließlich zur Restschuldbefreiung. Alle Gläubiger verlieren ihre Forderungen und Sie werden von allen Verbindlichkeiten befreit.

Auch bei der Gesamtdauer des Regelinsolvenzverfahrens gibt es eine deutliche Abweichung vom Privatinsolvenzverfahren. Die Verwertung des Unternehmensvermögens ist komplexer und dauert dementsprechend länger. Vor allem untersucht der Insolvenzverwalter Ihre Unterlagen auf anfechtbare Rechtsgeschäfte, was aufgrund der meist komplexen Geschäftsunterlagen zu langen Verzögerungen führt. Ähnliche Problematiken können auch aufgrund der Voraussetzung entstehen, dass sich die Angaben in den Antragsunterlagen mit der vom Insolvenzverwalter ermittelten Vermögenssituation decken müssen. Diese Nachforschungen sind sehr zeitintensiv. Die Dauer des Regelinsolvenzverfahrens beträgt deshalb zwei bis drei Jahre. Die Wohlverhaltensperiode beginnt exakt am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und endet nach sechs Jahren.

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Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema “Regelinsolvenz: Ablauf und Dauer”? Wir beantworten sie hier kostenlos!

2 Antworten
  1. Avatar
    says:

    Gilt bei der Regelinsolvenz auch die Pfändungsfreigrenze ?

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Herr Berdermann,

      ja, bei der Regelinsolvenz gilt die gleiche Pfändungsfreigrenze. Wenn allerdings die Selbstständigkeit fortgeführt wird, wird ein “fiktives Einkommen” berechnet bzw. geschätzt. Auch wenn das tatsächliche Einkommen darunter liegt, muss der entsprechende pfändbare Betrag abgeführt werden. Mehr zum fiktiven Einkommen finden Sie auch in unserem Beitrag zum Thema fiktives Einkommen und Pfändungsfreibetrag für Selbstständige.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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