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Dienstwagen in der Privatinsolvenz

Bekannt aus:
  • Dienstwagen in der Insolvenz

    So berechnen Sie den Pfändbaren Betrag unter Einbezug des Dienstwagens

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    Bild neunter Teil Verbraucherinsolvenzverfahren und sonstige Kleinverfahren

Dienstwagen vom Arbeitgeber in der Insolvenz

Für manche Berufe wird von dem Arbeitgeber ein Dienstwagen oder Firmenfahrzeug an den Arbeitnehmer zum privaten Gebrauch für die Dauer des Arbeitsverhältnisses ausgegeben. Muss der Arbeitnehmer eine Insolvenz einleiten, so ergeben sich für diesen Besonderheiten innerhalb des Insolvenzverfahrens.

Da sich der PKW weiterhin im Eigentum des Arbeitgebers befindet und der Arbeitnehmer lediglich ein privates Nutzungsrecht innehat, kann das Auto dem insolventen Arbeitnehmer nicht gepfändet werden. Jedoch hat die gebräuchliche so genannte 1%-Regelung Auswirkungen auf das monatlich pfändbare Einkommen des Arbeitnehmers. Durch diese Regelung wird monatlich 1% des Anschaffungspreises des PKW auf das Bruttoeinkommen addiert. Bei der Zahlung des Nettoeinkommens wird der Betrag wieder abgezogen, so dass eine geringere Auszahlung des Gehaltes erfolgt.

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Nettoeinkommen Grundlage der Pfändung des Arbeitseinkommens

Als Grundlage für die monatliche Pfändung in der Insolvenz wird trotzdem weiterhin das Nettoeinkommen vor dem Abzug der 1% des PKW-Wertes verwendet. So kann die tatsächliche Auszahlung des Gehalts nach der Lohnpfändung durch den Insolvenzverwalter deutlich unter der gesetzlichen Pfändungsfreigrenze für Schuldner liegen. Dies gilt entsprechend auch für Lohnpfändungen, die vor einem Insolvenzverfahren gegen den zahlungsunfähigen Arbeitnehmer durchgesetzt werden können. Daraus kann unter Umständen eine nicht tragbare finanzielle Situation für den insolventen Arbeitnehmer entstehen.

Ein anschauliches Beispiel zum besseren Verständnis:
Ein Arbeitnehmer ohne Unterhaltspflichten erhält neben einem Dienstwagen einen Bruttolohn in Höhe von 2000€ monatlich. Liegt der Neupreis für den als Firmenfahrzeug verwendeten PKW bei 50.000€, so wird der Bruttolohn zunächst um die 1% des Wertes erhöht auf 2500€. Das Nettogehalt würde dann bei beispielsweise bei etwa 1600€ liegen, wobei die monatliche Auszahlung um die zuvor addierten 500€ wieder verringert wird und dann tatsächlich bei lediglich 1100€ liegt. Für den Insolvenzverwalter zählt als Pfändungsgrundlage während des Insolvenzverfahrens jedoch der theoretische Nettolohn in Höhe von 1600€. Dies hat laut aktueller Pfändungstabelle (Stand 2019) eine monatliche Pfändung von 294,99€ zur Folge. Obwohl die gesetzliche Pfändungsfreigrenze bei 1.179,99€ liegt, bleiben dem Schuldner in diesem Sonderfall lediglich 805,01€ monatlich zur Verfügung. Aus diesem unpfändbaren Einkommen müssen dann aber weiterhin die laufenden Fixkosten wie Miete, Versicherung etc. getragen werden. Oftmals resultiert daher für den insolventen Arbeitnehmer, der einen Dienstwagen besitzt, eine finanziell untragbare Lage.

Pfändungsrechner hilft bei der Berechnung

Mit unserem Pfändungsrechner können Sie leicht und schnell ausrechnen, wie hoch der pfändbare Betrag in Ihrem Fall ist. Als Grundlage für die Berechnung sollten Sie das Nettoeinkommen veranlagen. Das Nettoeinkommen ist das Einkommen, dass Ihnen was Ihnen vor Abzug des Betrags für den Dienstwagen übrig bleibt.

Pfändungsrechner

Bild von Lenkrad und Armaturenbrett eines Autos auf der Autobahn

Kommt es zu einer Insolvenz des Arbeitnehmers, so kommt es bezüglich des Firmenwagens zu Besonderhieten.

Geldwerter Vorteil soll abgeschöpft werden

Diese Konsequenz wird durch den Gesetzgeber dadurch gerechtfertigt, dass die Gläubiger des Schuldners nicht schlechter gestellt werden dürfen, nur weil der durch den Besitz eines Firmenfahrzeugs besonders berücksichtige geldwerte Vorteil entsprechend in der Abrechnung des Lohns kalkuliert wird. Für den einzelnen Gläubiger soll es nicht darauf ankommen, ob der Schuldner einen Dienstwagen hat oder nicht. Für den Fall, dass eine Insolvenz angemeldet werden muss bzw. eine Pfändung vorliegt, sollte der Arbeitnehmer, der einen Dienstwagen besitzt, individuell für sich selber einschätzen, ob diese Zusatzbelastung finanziell tragbar ist. Neben einem Verzicht auf den Dienstwagen können alternativ auch Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber getroffen werden, in denen beispielsweise die private Nutzung eingeschränkt wird, so dass nicht auf die 1%-Regelung in der Abrechnung zurückgegriffen werden muss.

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Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „Dienstwagen in der Privatinsolvenz“? Wir beantworten sie hier kostenlos!

14 Kommentare
  1. Avatar
    says:

    Ich habe gerade das gleiche Problem mit dem Dienstwagen. Ich habe ihn bekommen, weil ich morgen um 4.30 anfange zu arbeiten und die Arbeitsstelle 83km entfernt ist. Öffentliche Verkehrsmittel kommen da nicht in Frage. Und das Problem ist daher mehr die km-Pauschale und nicht das 1%. Da ich das Auto also für den Arbeitsweg brauche, fällt die Untersagung der Privatnutzung ja wohl aus. Die Frage ist, ob ich hier möglicherweise eine Chance auf Erhöhung des Freibetrages mit Hilfe des § 850 f Abs 1 b ZPO habe.

    • Andre Kraus
      says:

      Sehr geehrter Herr Fragesteller,

      einen solchen Antrag können Sie beim für Sie zuständigen Insolvenzgericht risikolos stellen.

      Mit freundlichen Grüßen

      A. Kraus
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  2. Avatar
    says:

    Momentan ist mein Gehalt 1500 netto.
    Verheiratet und 1 Kind mein Freibetrag wäre glaub ich 1661 Euro .
    Mein Arbeitgeber möchte mir nun ein firmenwagen geben mit der 1% Regelung. Listenpreis 20.100 Euro also 201 Euro mehr. Was würde dies für mich bedeuten ?

    • Andre Kraus
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      bei zwei unterhaltsberechtigten Personen beläuft sich der Pfändungsfreibetrag derzeit (Stand 2020) grundsätzlich auf 1.869,99 Euro. Bei der Pfändung wird das theoretische Nettogehalt angesetzt und nicht der tatsächlich verringert ausgezahlte Lohn aufgrund der 1-Prozent-Regelung. D.h., grundsätzlich sind Grundlage bei der Berechnung des pfändbaren Arbeitsentgelts Ihre angegebenen 1500 Euro, auch wenn tatsächlich nur 1299 Euro ausgezahlt würden. Demnach würde nichts gepfändet werden können.

      Mit freundlichen Grüßen

      A. Kraus
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  3. Avatar
    says:

    Hallo und guten Abend,
    ich habe eine Frage zu Firmenwagen und Freibetrag.
    Durch die Erhöhung des aktuellen Freibetrags 2020 rechnet mein Arbeitgeber diesen aus meiner Sicht falsch. Aktuell habe ich fiktives Pfändungnetto von 2839,99€. Davon wird der Pfändungebetrag von 608,92€ abgezogen ( 1 unterhaltspflichtiges Kind ) und dann wird der Dienstwagen abgezogen. Damit rutsche ich aber unter den Freibetrag von 1.629,99 €. Ausgezahlt werden aktuell nur 1552,38.
    Meine Frage an Sie ist nun ob dies so korrekt ist und die Freigrenze unterschritten werden darf oder ich auf die Einhaltung des Freibetrags bestehen kann.
    Vielen Dank für ihre Bemühungen

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      leider ist dies so korrekt. Es wird so behandelt, als hätten Sie den geldwerten Vorteil durch den Dienstwagen ausgezahlt bekommen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  4. Avatar
    says:

    Wie wirkt sich ein Dienstwagen mit keiner privaten Nutzung sondern Nutzung nur für den Weg zur Arbeit und zurück auf Anteil 0,03% Regel die im Gehalt aufgeschlagen werden aus bei einer privaten Regelinsolven

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Herr Leyer,

      dieser geldwerte Vorteil aus der 0,03 % Regelung wird ebenso zum pfändbaren Einkommen hinzugerechnet.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  5. Avatar
    says:

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Ich bin kurz davor eine private Insolvenz anzumelden. Ich habe nach 2 Jahren Krankheitsfall einen Job im Außendienst und dazu einen Firmenwagen mit der 1% Regelung bekommen. Ich bin ledig und alleinerziehende Mutter eines Kindes. Nach meiner Recherche über Ihre Website habe ich über diese Regelung gelesen und bin etwas ins grübeln gekommen, ob ich überhaupt diesen Job, wenn jetzt etwas zu spät, machen soll. Inwieweit wird diese Regelung in einzelnen Fällen geprüft? Damit meine ich, ich arbeite in Außendienst und 90% wird das Auto für diesen Zweck benutz! Hat das eine Relevanz oder wie kann ich mir das vorstellen? vielen Dank vorab.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      da der geldwerte Vorteil des Firmenwagens in der Regel auf der Gehaltsabrechnung sichtbar ist, können Sie davon ausgehen, dass der Insolvenzverwalter dies auch bemerkt und entsprechend anwenden wird. Somit würde Ihnen ein geringeres unpfändbares Einkommen bleiben. Alternativ könnten Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass die private Nutzung des Firmenwagens ausgeschlossen wird und Sie somit nicht mehr unter die 1 %-Regelung fallen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  6. Avatar
    says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    durch gesundheitliche Einschränkungen bin ich 2015 in die Privatinsolvenz geraten . Durch meinen Insolvenzberater / Büro fühle ich mich schlecht beraten.
    Nach der ersten Lohnabrechnung November 2019 kann etwas nicht stimmen . Ich bin mehr als verwirrt.
    Da ich sehr viel im Außendienst bin hat die Firma mir ein Fahrzeug mit 1% Regelung zur privaten Nutzung gestellt.
    Abrechnung wie folgt: Gehalt = 2500,00 € Brutto
    Privatfahrten = 322,00 € Firmenwagen 1%
    Gesamt -Brutto = 2822,00 € nach Abzüge (393,25€ + 563,71€) = 1865,04 € Netto
    Davon werden -322,00€ und – 476,99€ Pfändung abgezogen Auszahlungsbetrag = 1066,05 € ?
    Laut meiner Recherche,Pfändungsrechner liegt der unpfändbare Teil bei = 1290,05 € !!
    Lohnsteuerklasse 1.keine Kinder ,keine Kirchensteuer, Gesetzlich Krankenversichert

    Vielen Dank und beste Grüße
    Thomas Laub

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Herr Laub,

      laut der aktuellen Pfändungstabelle liegt der pfändbare Betrag bei einem Nettoeinkommen in Höhe von 1865 Euro und ohne Unterhaltspflicht in der Tat bei 476,99 Euro.
      Leider ist der Dienstwagen in der Privatinsolvenz ein häufiger Kostenfaktor, der den ausgezahlten unpfändbaren Betrag stark senken kann. Der geldwerte Vorteil wird nicht zur Auszahlung gebracht, erhöht aber das zugrundegelegte Einkommen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

  7. Avatar
    says:

    Wie verhält es sich mit einem Eigenanteil am Dienstwagen, der zusätzlich zu den 1% und den km gezahlt wird?
    Beispielsweise 250 € als monatliche Rate in Form eines Gehaltsverzichts, die sich dann aber steuermindernd auf das Brutto auswirkt und somit das tatsächliche Nettoeoinkommen reduziert.

    • Andre Kraus
      says:

      Sehr geehrte Frau H.,

      nach meiner Ansicht handelt es sich bei einem Gehaltsverzicht bzw. einer Barlohnumwandlung um kein pfändbares Einkommen, daher müsste meiner Ansicht nach der pfändbare Betrag vom tatsächlichen Nettoeinkommen berechnet werden. So verhält es sich jedenfalls nach herrschender Meinung beim Gehaltsverzicht für betriebliche Altersvorsorge. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Gehaltsverzicht bereits vor der Insolvenz vereinbart war. Bitte beachten Sie, dass es sich um eine unverbindliche Einschätzung handelt.

      Mit freundlichen Grüßen

      A. Kraus
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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