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Pfändungsschutz für Selbstständige – wie berechnen sich die Pfändungsfreigrenzen?

Bekannt aus:
  • Pfändungsschutz durch ein P-Konto

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    Was sollte von mir beachtet werden?

    Sie haben in der Tat die Möglichkeit, Ihr Konto bis zu einem bestimmten Betrag schützen zu lassen. Dies gilt sowohl für Selbstständige, als auch für Privatpersonen. Der Gesetzgeber gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr Konto in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln zu lassen (§ 850k ZPO). Das Konto wird nach der Umwandlung in ein P-Konto bis zu einem Grundfreibetrag von derzeit 1178,59 Euro geschützt (gültig bis 30.06.2021, die jeweils aktuelle Pfändungstabelle finden Sie hier).

    Bsp.: Ihr Gläubiger mit einer Forderung in Höhe von 2.500 Euro hat gegen Sie einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beim Amtsgericht erwirkt und betreibt die Pfändung Ihres Kontos. Auf dem Konto befinden sich 2000 Euro Guthaben. Ohne die Umwandlung in das P-Konto würde die Bank das gesamte Guthaben an Ihren Gläubiger auskehren. Die rechtzeitige Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto bewirkt aber, dass Ihnen mindestens ein Grundfreibetrag von 1178,59 Euro bleibt. Der Gläubiger erhielte in diesem Fall 821,41 Euro.

    Andre Kraus ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und Gründer der KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwaltskanzlei. Seit 2012 ist er auf die Entschuldung und Beratung von Personen mit finanziellen Schwierigkeiten spezialisiert.

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    Pfändungsschutz für Selbstständige – wie berechnen sich die Pfändungsfreigrenzen vor der Insolvenz, kann ich mein Geschäftskonto als P-Konto führen?

    In Deutschland sind aktuell 3,3 Millionen Haushalte überschuldet – über 8 Millionen Menschen sind von Pfändungen betroffen. Als Selbstständiger oder Freiberufler stehen Sie vor einer Reihe wichtiger Entscheidungen, wenn sich bereits eine kommende Kontopfändung abzeichnet. Dabei gehört die Pfändung Ihres Geschäftskontos oder/und Ihres Privatkontos aus Sicht des Gläubigers zu den gängigsten Methoden, um Forderungen einzutreiben. Für den selbstständigen Schuldner aber bedeutet vor allem die Kontopfändung die Gefährdung des Geschäftsbetriebs und der Selbstständigkeit. Oftmals sieht man sich am Rande einer Insolvenz. Die Frage, die Kopfzerbrechen bereitet ist: Sollte ich als Selbstständiger nun meinen Geschäftsbetrieb einstellen oder gibt es eine Möglichkeit, mein Konto zu schützen?

    Anhebung des Grundfreibetrags durch Nachweis von Unterhaltspflichten

    Wenn Sie darüber hinaus Unterhaltspflichten haben, können Sie den Grundfreibetrag anheben. Erforderlich ist ein Nachweis bei der Bank. Gerne stellen wir Ihnen die erforderliche Bescheinigung für die Erhöhung des pfändungsfreien Betrags aus. Fragen Sie uns im Rahmen unserer kostenlosen telefonischen Erstberatung einfach nach der sogenannten § 850k – Bescheinigung.

    Kann auch das Geschäftskonto in ein P-Konto umgewandelt werden?

    Rein rechtlich gesehen bestehen für Sie als Einzelunternehmer oder Freiberufler keine Hindernisse bei der Umwandlung eines Geschäftskontos in ein P-Konto.

    Lediglich juristischen Personen wie einer GmbH oder AG bleibt die Eröffnung eines P-Kontos verwehrt.

    Es bestehen jedoch tatsächliche Hindernisse, die uns oft dazu veranlassen, unseren Mandanten von einer Umwandlung des Geschäftskontos in ein P-Konto abzuraten. Der Hintergrund ist dabei vor allem, dass jede Person nur ein P-Konto führen darf.

    Für Sie bedeutet es, dass es auf die Entscheidung hinausläuft, ob Sie nun Ihr Geschäftskonto oder das Privatkonto schützen wollen. Wenn Sie Ihr Geschäftskonto in ein P-Konto umwandeln, können Sie Ihr privates Konto nicht mehr in ein P-Konto umstellen lassen. Dieses Konto erfährt dann keinerlei Pfändungsschutz. Dies wissen auch Ihre Gläubiger, die in der Regel versuchen werden, beide Konten zu pfänden. Daher lohnt es sich, im Vorfeld genau zu überlegen, welches Konto geschützt werden soll.

    Erhöhter Pfändungsschutz für Selbstständige und Freiberufler – Berücksichtigung betrieblicher Ausgaben

    Nach den §§ 850f und 850i ZPO unterliegen alle für den Fortbestand und Erhalt der selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit notwendigen Kosten, wie zum beispielsweise Mitarbeiterkosten, Steuern und Mietkosten für Büroräume dem Pfändungsschutz. Für Sie bedeutet dies, dass die Gläubiger erst dann Ihr Geld bekommen, wenn alle betriebsnotwendigen wiederkehrenden Kosten (sowie der Grundfreibetrag gemäß Pfändungstabelle) gedeckt sind. Dieser Pfändungsschutz besteht jedoch nicht automatisch durch das Gesetz. Im Fall einer Pfändung sollte daher ein entsprechender Antrag beim zuständigen Vollstreckungsgericht gestellt werden. Das Gericht wird Ihren Antrag prüfen und gegebenenfalls Ihre Pfändungsfreigrenze um die notwendigen betrieblichen Ausgaben anheben.

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    Zusammenführung der Konten als sinnvolle Lösung?

    Als Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleingewerbetreibender sind Sie gesetzlich nicht verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen. Zweifelsohne bietet die Eröffnung des Geschäftskontos unter normalen Umständen große Vorteile. Im Hinblick auf die jährliche Steuererklärung behalten Sie alle Geschäftsvorfälle genau im Auge. Wenn Ihnen jedoch eine Kontopfändung droht oder bereits ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss in der Welt ist, könnte die Zusammenführung der Konten eine Möglichkeit sein, doch noch in den Genuss der Vorteile eines P-Kontos zu kommen. Die Zusammenführung von Privat- und Geschäftskonto bringt jedoch auch Nachteile mit sich: Die Trennung zwischen Geschäftsvorfällen und privaten Buchungen kann Schwierigkeiten und erhöhten Zeitaufwand bereiten. Im Falle einer Steuerprüfung werden so zwangsläufig auch Ihre privaten Buchungen offengelegt.

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    Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „Pfändungsschutz für Selbstständige – wie berechnen sich die Pfändungsfreigrenzen?“? Wir beantworten sie hier kostenlos!

    16 Kommentare
    1. Avatar
      says:

      Hallo,
      ich bin Selbstständig, mein Konto wurde vom Finanzamt gepfändet, ich habe aber ein P Konto .
      Um einen Kunden bedienen zu können, müsste ich Ware einkaufen, die ich sofort bezahlen muss. Die Summe würde meinen Freibetrag aber extrem belasten, so dass ich nicht mehr genug für die laufenden Kosten habe. Mit den zu erwartenden Einnahmen könnte ich wieder einen Teil der Pfändung bedienen.
      Gibt es hier irgendwelche Möglichkeiten ?

      Vielen Dank für die Antwort !

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrter Herr S.,

        wenn Sie dem pfändenden Finanzamt darlegen können, dass durch eine teilweise Aufhebung der Pfändung Geld eingenommen werden kann, sodass die Steuerschuld beglichen werden kann, wird Ihnen das Finanzamt womöglich entgegenkommen.
        Diesen Antrag mit der entsprechenden Argumentation müssen Sie bei der Behörde einreichen, die die Pfändung Ihres Kontos vorgenommen hat.

        Mit freundlichen Grüßen

        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    2. Avatar
      says:

      Ist es möglich sich selbstständig zu machen mit Pfändung auf dem Privatkonto?
      Oder bekommt man ein Geschäftskonto in so einer Situation?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        grundsätzlich spricht nichts dagegen, allerdings könnte es problematisch sein, mit einem Schufa-Negativeintrag ein Geschäftskonto zu eröffnen. Ein Konto auf Guthabenbasis ohne Dispo-Kredit und ohne Kreditkarte dürfte jedoch trotzdem möglich sein.
        Beachten Sie, dass pro Person nur ein P-Konto geführt werden kann. Dies müsste dann entweder das private oder das Geschäftskonto sein, beides gleichzeitig geht leider nicht.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    3. Avatar
      says:

      und was ist wenn man als selbständiger keine monatlichen einnahmen hat sondern z.b. alle 3 monate 6000 und die beiden anderen monate garnichts oder ganz wenig.. dann greifen diese grenzen nicht wirklich weil hier nur die betrachtung auf jahressicht sinnvoll wäre…

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        in diesem Fall der stark schwankenden Einkünfte wird mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des Selbstständigen eine jährliche oder halbjährliche Zahlung der abzuführenden Beträge vereinbart.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    4. Avatar
      says:

      Hallo, ich bin momentan noch auf geringfügiger Basis beschäftigt, möchte mich aber selbständig machen jetzt. Es läuft bereits ein pfändung auf mein Konto und ich möchte für die Zukunft mein Einkommen sichern sodas ich alles zahlen kann, eventuell auch angestelle, Material etc. Wie gehe ich da vor das mir dies gewährt wird? Danke

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrte Frau G.,

        alle für den Fortbestand und Erhalt der selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit notwendigen Kosten (z.B. Mitarbeiterkosten, Steuern und Mietkosten für Büroräume) unterliegen dem Pfändungsschutz. Das bedeutet, dass die Gläubiger erst dann Ihr Geld bekommen, wenn alle betriebsnotwendigen wiederkehrenden Kosten (sowie der Grundfreibetrag gemäß Pfändungstabelle) gedeckt sind. Dieser Pfändungsschutz besteht jedoch nicht automatisch durch das Gesetz. Sie haben einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Vollstreckungsgericht zu stellen. Das Gericht wird Ihren Antrag prüfen und gegebenenfalls Ihre Pfändungsfreigrenze um die notwendigen betrieblichen Ausgaben anheben.

        Mit freundlichen Grüßen

        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    5. Avatar
      says:

      Guten Tag,

      ich bin selbständig, derzeit ohne Einkommen durch selbständige Tätigkeit (Tagesmutter u.ä.), erhalte Wohngeld und Unterhalt von meinen Eltern. Zudem befinde ich mich in Ausbildung.
      Mein Konto wurde von einer öffentlichen Vollstreckungsstelle gepfändet. Dort habe ich Anträge wg. Erhöhung des Freibetrags und individuelle Freigabe beantragt.
      Die Vollstreckungsstelle hat 4 Monate gebraucht, um meine Anträge zu bearbeiten und hat erst auf eine Untätigkeitsklage hin reagiert. Beträge wurde freigegeben, aber teilweise Unterhaltszahlungen nicht anerkannt.
      Da die Vollstreckungsstelle den Drittschuldner nicht in Kenntnis über meine Anträge gesetzt hat, hat dieser bereits einen Betrag ausgekehrt.
      Nachdem die Vollstreckungsstelle Beträge freigegeben hat und auch die monatlichen Wohngeldzahlungen freigegeben hat, macht mir meine Bank, eine Sparkasse, Probleme, weil sie von den freigegebenen Beträgen in Höhe von ca. 600€ nur ca.300€ freigegeben hat. Diese konnte ich letzten Monat abheben. Diesen Monat behauptet die Bank, ich hätte über zu viel Geld verfügt und hält ca. 322 € zurück, so dass ich meine Fixkosten nicht mehr zahlen kann. Das Wohngeld für diesen Monat hat sie auch erst nach Beschwerde freigegeben. Die Bank billigt mit also den gesetzlichen Pfändungsfreibetrag nicht zu und gibt freigegebene Beträge nicht frei.

      Alle Beschwerden gegen die Bank haben nichts gebracht. Ich bin ratlos.

      Haben Sie einen Tipp?

      MfG
      C. R.

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrte Frau R.,

        der geschilderte Sachverhalt weißt einige Besonderheiten auf, auf die erst nach besonderer Prüfung eingegangen werden kann. Ich würde Ihnen empfehlen, sich an unsere kostenlose Erstberatung am Telefon zu wenden. Wir sind werktäglich für Sie unter 0221 67770055 erreichbar.

        Mit freundlichen Grüßen

        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    6. Avatar
      says:

      ich möchte mein firmenkonto auf p umstellen ,da sagt die Sparkasse das geht nicht was kann ich nun der reihenach vorbereiten um monatlich einen pfändungsfreien betrag zum leben zu haben ?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Herr Schulz,

        als Selbstständiger bzw. Einzelunternehmer haften Sie auch mit Ihrem Privatvermögen für geschäftliche Verbindlichkeiten. Daher wäre es unter Umständen ratsam, Ihr Privatkonto als P-Konto zu führen, auch Ihre Geschäftszahlungen über dieses Konto abzuwickeln und durch einen Antrag beim Vollstreckungsgericht die monatlichen, durch das Geschäft verursachten Aufwendungen als zusätzlichen Pfändungsfreibetrag freigeben zu lassen.
        Falls aktuell nicht in Sicht ist, dass Sie Ihre Verbindlichkeiten in den nächsten Jahren wieder loswerden, käme unter Umständen auch eine Regel- oder Privatinsolvenz in Frage. Hierzu berät unsere Kanzlei Sie gerne, einen kostenlosen Erstberatungstermin können Sie sehr gerne unter 0221 – 6777 0055 vereinbaren.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    7. Avatar
      says:

      Ich habe einen saisonalen Teil-Zeit-Job im Museum und führe nebenher ein Kleinbetrieb.(7000€ Jahresumsatz) Außerhab der Saison bin ich 3 Monate arbeitslos im Teilzeit-Job und bekomme 500 € ALG Nur durch mein Erspartes (ca. 1.800€ ) komme ich so die 3 Monate über den Winter…..Darf das Finanzamt mir dieses gezielt angesparte Geld pfänden? Dann hätte ich ja nur 500 Euro Arbeitslosengeld und müsste zum Sozialamt, was ich nicht will.

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrter Herr Kratz,

        grundsätzlich kann dieses Geld gepfändet werden. Allerdings könnte in dem von Ihnen beschriebenen Fall eine Ausnahme gelten, denn der Gesetzgeber möchte vermeiden, dass Menschen aufgrund der Pfändung auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Ein spezieller Antrag auf Pfändungsschutz könnte daher erfolgversprechend sein. Gerne können wir Ihnen eine kostenlose Erstberatung anbieten, wenden Sie sich dafür einfach an mein Sekretariat unter 0221 – 6777 0055.

        Mit freundlichen Grüßen

        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    8. Avatar
      says:

      Hallo brauche Informationen zu diesem Thema bitte .

      Mit freundlichen Grüßen

      Armando

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Herr Scognamiglio,

        wenn Sie neben den Informationen in unserem Beitrag noch weitere Fragen haben, oder gerne eine Erhöhung Ihres Pfändungsfreibetrags beantragen möchten, kontaktieren Sie uns gerne unter info@anwalt-kg.de und schildern uns kurz Ihre Situation. Wir geben Ihnen dann kostenlos Auskunft, ob eine Erhöhung des Pfändungsfreibetrags in Frage kommt.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

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