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Insolvenz und Insolvenzstraftaten: Die 8 häufigsten Straftaten

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    Insolvenz und Insolvenzstraftaten: Diese 8 Straftaten betreffen Schuldner während des Insolvenzverfahrens am meisten

    Als Schuldner im Insolvenzverfahren sollten Sie mögliche Insolvenzstraftaten kennen und unbedingt vermeiden, um Ihre Restschuldbefreiung zu erhalten.

    Insolvenzstraftaten oder Bankrottstraftaten (§ 283 ff. StGB) nennt man Straftaten, welche mit der Eröffnung oder der Durchführung eines Insolvenzverfahrens in Verbindung stehen.

    Die Insolvenzstraftaten dienen in erster Linie dem Schutz der Vermögensinteressen des Insolvenzgläubigers gegen böswillige oder leichtsinnige Handlungen der Insolvenzschuldner und unterstützen eine ordnungsgemäße Durchführung des Insolvenzverfahrens.

    Dr. V. Ghendler ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und mit seinem bundesweit tätigen Team auf die Entschuldung von Privatpersonen und Unternehmern spezialisiert.

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    Insolvenz und Insolvenzstraftaten: Unter welchen Voraussetzungen kann ich mich als Insolvenzschuldner strafbar machen?

    Eine Insolvenzstraftat liegt bei einem Schuldner nur dann vor, wenn  er während einer wirtschaftlichen Krise gehandelt hat. Eine solche Krise kann bei Überschuldung vorliegen, also wenn Ihr Vermögen bestehende Verbindlichkeiten eindeutig nicht mehr decken kann (§ 19 Abs. 2 InsO).

    Eine wirtschaftliche Krise wird auch bei akuter Zahlungsunfähigkeit angenommen. Diese liegt vor, wenn ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen (§ 17 Abs. 2 InsO). Auch reicht bereits eine drohende Zahlungsunfähigkeit aus, welche anzunehmen ist, wenn ein Schuldner aller Voraussicht nach nicht mehr seine Verpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit erfüllen können wird. Dabei ist regelmäßig ein Zeitraum von einem Jahr in Betracht zu ziehen (§ 18 Abs. 2 InsO). Jedoch sind kurzfristige Liquiditätslücken, wie bloß vorübergehende Zahlungsstockungen, unschädlich.

    Während einer solchen wirtschaftlichen Krise stellt der Gesetzgeber eine Vielzahl von Handlungen unter Strafe, die Sie als Schuldner beachten sollten.

    1. Bankrottdelikte (§ 283 StGB)

    Ein sog. Bankrottdelikt wird verwirklicht, wenn ein Schuldner

    • während der Insolvenz
    • bei Kenntnis einer wirtschaftlichen Krise
    • Vermögensbestandteile, welche zur Insolvenzmasse gehören würden,
    • beiseiteschafft, verheimlicht, zerstört, beschädigt oder unbrauchbar macht (§ 283 Abs. 1 Nr. 1 StGB)
    • Verlust- und Spekulationsgeschäfte oder Differenzgeschäfte mit Wertpapieren oder Waren betreibt, welche den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Wirtschaft (einer vernünftigen, risikofreien Wirtschaftsführung) widersprechen
    • übermäßige Beträge durch unrentable Ausgaben, Spiele oder Wetten verbraucht
    • eindeutig unrentable Waren- und Wertpapiergeschäfte, unter Kreditaufnahme vornimmt
    • die Vermögensmasse dadurch zu schmälern versucht, dass er Rechte Dritter vortäuscht oder anerkennt
    • Handelsbücher und sonstige Unterlagen, sowie Bilanzen zu deren Führung und Aufbewahrung er rechtlich verpflichtet ist, pflichtwidrig beseitigt, verfälscht oder gar komplett deren Führung unterlässt und die Übersicht über den Vermögensstand dadurch zu erschweren versucht

    Ebenfalls sollten Schuldner nicht durch eine dieser Handlungen ihre Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung herbeiführen oder es versuchen, weil auch dies unter Strafe steht (§§ 283 Abs. 2, Abs. 3 StGB).

    Für ein vorsätzliches Bankrottdelikt kann man mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden. Auch fahrlässiges Verhalten kann in der Konsequenz bis zu 2 Jahre Haft oder eine Geldstrafe bedeuten. In besonders schweren Fällen kann eine Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren auferlegt werden (§ 283a StGB).

    2. Gläubigerbegünstigung (§ 283c StGB)

    Im Fall einer Gläubigerbegünstigung macht sich ein Schuldner strafbar, wenn er

    • in Kenntnis einer wirtschaftlichen Krise
    • einem der Gläubiger eine Sicherheit oder Befriedigung gewährt,
    • obwohl der Gläubiger diese Sicherheit oder Befriedigung zu jener Zeit überhaupt nicht beanspruchen kann

    Ein konkreter Fall, in dem der Gläubiger keinen Anspruch mehr auf die Leistung durchsetzen kann, liegt zum Beispiel vor, wenn  ein Schuldner sich schon im oder kurz vor dem Insolvenzverfahren befindet, weil in diesem Stadium bereits eine deutliche Verschuldung vorliegt und die Verwaltung des Vermögens an einen Insolvenzverwalter übertragen werden soll oder bereits übertragen wurde.

    Der Begriff der Begünstigung ist weit zu verstehen: darunter fallen nicht nur Geldzahlungen an die Gläubiger, sondern auch Vermögensverfügungen in Form von Forderungsabtretungen oder Bestellungen eines Pfandrechts etc.

    Das Strafmaß für den Fall der Gläubigerbegünstigung beläuft sich auf eine Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren oder eine Geldstrafe.

    3. Schuldnerbegünstigung (§ 283d StGB)

    Im Fall der Schuldnerbegünstigung macht sich eine außenstehende Person (also nicht der Schuldner) strafbar, wenn sie

    • in Kenntnis der wirtschaftlichen Krise eines anderen (also zum Beispiel des eigentlichen Insolvenzschuldners)
    • dessen Vermögensbestandteile
    • mit dessen Einwilligung oder zu dessen Gunsten
    • beiseiteschafft, verheimlicht, zerstört, beschädigt oder unbrauchbar macht,
    • welche im Falle eines Insolvenzverfahrens zur Insolvenzmasse gehören würden

    Wenn Sie sich nicht sicher sind, was alles genau zur Insolvenzmasse gehört, rufen Sie uns gerne an, damit wir diese Frage ausführlich besprechen können.

    Wegen Schuldnerbegünstigung bestraft werden kann man mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit einer Geldstrafe. Im besonders schweren Fall kann sogar eine Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahre drohen.

    4. Insolvenzverschleppung (§ 15a Abs. 4 InsO)

    Wegen Insolvenzverschleppung macht sich ein Schuldner strafbar, wenn er

    • als Geschäftsführer einer juristischen Person
    • bei Kenntnis einer wirtschaftlichen Krise
    • nicht rechtzeitig

    einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellt. Als Geschäftsführer eines Unternehmens haben Sie bei Eintritt der Zahlungsfähigkeit oder Überschuldung 3 Wochen Zeit, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Der Zeitpunkt der sogenannten Insolvenzreife wird vom Insolvenzverwalter aus der Buchhaltung ermittelt unter Berücksichtigung vorliegender entsprechender Zahlungstitel und erfolgloser Vollstreckungsversuche.

    Das Strafmaß für eine vorsätzliche Insolvenzverschleppung beläuft sich auf eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe. Ebenso ist ein fahrlässiges Verhalten strafbar (§ 15a Abs. 5 InsO).

    5. Untreue (§ 266 StGB)

    Auch ein häufig vorkommender Fall in der Krise ist die sogenannte Untreue des Geschäftsführers. Als Geschäftsführer eines Unternehmens macht sich eine Person strafbar, wenn sie

    • eine Befugnis missbraucht,
    • nach der sie über fremdes Vermögen verfügen oder für andere Verträge abschließen darf,
    • und dadurch demjenigen, dessen Vermögensinteressen sie betreut, einen Nachteil zufügt.

    Wir raten Ihnen als Geschäftsführer oder Vorstandsmitglied bei Kenntnis einer wirtschaftlichen Krise also dringend davon ab, Vermögensteile, Bankguthaben etc. zu „schützen“, indem Sie beispielsweise Gelder – anstatt über das vom Finanzamt gesperrte Geschäftskonto – über ein privates Konto laufen lassen, um diese vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters zu „retten“.

    Die Untreue wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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    6. Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (§ 266 a StGB)

    Ebenfalls oft kommt auch der Fall der Beitragsvorenthaltung vor. Der Beitragsvorenthaltung macht sich jemand strafbar, wenn er als Arbeitgeber

    • Beiträge seiner Mitarbeiter an die Krankenkasse
    • nicht oder nicht rechtzeitig abführt.

    Es bestehen in vielen Fällen in denen Insolvenz angemeldet wird, auch Beitragsrückstände gegenüber den Krankenkassen, wodurch häufig der Straftatbestand des § 266 a StGB erfüllt wird.

    Das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft.

    7. Steuerhinterziehung (§§ 370 ff. AO)

    Ebenso typisch wie die Beitragsvorenthaltung ist die Steuerhinterziehung in Kenntnis einer wirtschaftlichen Krise. Hierbei macht sich ein zukünftiger Insolvenzschuldner strafbar, wenn er

    • der Finanzbehörde
    • steuerlich erhebliche Tatsachen
    • unrichtig oder unvollständig angibt
    • oder die Behörde über diese pflichtwidrig in Unkenntnis lässt
    • und dadurch Steuervorteile erlangt

    Häufig wird das Abführen der Lohnsteuer unterlassen.

    Wir weisen unsere Mandanten ausdrücklich daraufhin, dass bereits die Nichtabgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen den Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllen kann.

    Die Steuerhinterziehung wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft.

    8. Betrug (§ 263 StGB)

    Ein ganz typischer Fall während oder vor der Insolvenz ist wohl der Betrug oder auch Eingehungsbetrug. Jemand macht sich als (zukünftiger) Insolvenzschuldner des Betruges strafbar, wenn er

    • in der Absicht, sich oder einen Dritten
    • rechtswidrig zu bereichern,
    • durch Vorspiegelung oder Unterdrücken von Tatsachen
    • gezielt beim Gegenüber einen Irrtum hervorruft, also täuscht

    Der Vorwurf des Eingehungsbetruges kommt häufig auf, wenn ein Schuldner noch kurz vor der Insolvenz neue Schulden aufnimmt. Eingehungsbetrug liegt beispielsweise vor, wenn ein Schuldner bei Kenntnis seiner wirtschaftlichen Krise einem Gläubiger die Absicht vortäuscht, die aus einem Vertrag entstandenen Verpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen, aber es eigentlich für möglich hält, den Betrag nie begleichen zu können.

    Beispielsweise kann der Vorwurf entstehen, wenn Sie als Händler Ware beim Hersteller bestellen und die Rechnung des Lieferanten (auch langfristig) nicht bezahlen. Wir raten unseren Mandanten in solchen Fällen dringend davon ab, die Ware einfach weiterzuveräußern und den Gewinn für sich zu behalten.

    Für die Begehung eines Eingehungsbetrugs kann man mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe bestraft werden.

    Wenn Sie Kenntnis von einem gegen Sie laufendem Ermittlungsverfahren erlangen, melden Sie sich so schnell wie möglich bei uns, damit wir Sie umfassend betreuen können.

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    27 Kommentare
    1. Avatar
      says:

      Hallo…ich habe 2 wochen zuvor meinen antrag zur Insolvenz abgegeben..nun hab ich bei. Insolvenzverwalter einen Termin.

      Leider habe ich ein kleinkredit in höhe von 1000 euro kurz vor Antragstellung aufgenommen um 2 kleine inkassforderungen zu begleichen die ich nicht in die indolvenz nehmen wollte.

      Wenn ich nun den Termin beim verwalter habe und ich ihm erlkähren muss warum dieser kleinkredit nicht im Antrag steht…was wird mir da passieren?

      Wird die insolvenz ausgesetzt?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        aufgrund der Problematik, dass die Aufnahme eines Kredits kurz vor der Insolvenz unter Umständen als Betrug gewertet werden könnte, kann ich diese Frage nicht in diesem Rahmen beantworten. Eine Beratung hierzu kann nur im Rahmen eines kostenpflichtigen Termins erfolgen. Ich bitte Sie um Verständnis.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    2. Avatar
      says:

      Darf man im Insolvenzv erfahren Ratenzahlung auf eine neue Rechnung vom Händler machen oder ist das verboten?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        grundsätzlich ist es nicht verboten, im Insolvenzverfahren etwas auf Raten zu kaufen. Allerdings ist grundsätzlich eher davon abzuraten, da die Raten aus dem unpfändbaren Einkommen bezahlt werden müssen. Sollten die Raten nicht bezahlt werden können, könnte der Vorwurf des Betrugs im Raum stehen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    3. Avatar
      says:

      Guten Abend eine kurze frage heute erreichte meinen Mann eine Nachricht von seinem iteeler.
      Diese war das er seine Domain nicht ohne die Insolvenzverwalterin raus geben darf.Stimmt das?
      Des weiteren er wollte sie im Netz einfach löschen lassen nicht mehr und nicht weniger.
      Sein damaliger Iteeler behauptet jetzt er wollte die Domain für meine Hompage.
      Da ich seit 1.9.19 einen GalaBau Betrieb eröffnet habe und mein Mann auch Selbsständig war als Haus und Gartenservice.Was kann uns bei so einer Behauptung passieren?
      Liebe Grüsse Dres

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrte Frau Dres,

        grundsätzlich können Domains in die Insolvenzmasse fallen, wenn sie einen Wert besitzen. Es wäre dann auch untersagt, diesen Wert zu vernichten, indem man die Domain löschen lässt. Wenn ein Gläubiger davon erfährt, droht dann im schlimmsten Fall neben strafrechtlichen Konsequenzen eine Versagung der Restschuldbefreiung. Auch eine Übertragung an nahe Familienangehörige ist zu vermeiden, da dies angefochten werden kann. In diesem Fall müsste der Empfänger bzw. neue Besitzer die Domain wieder herausgeben.
        Wenn der Wert der Domain nicht besonders hoch ist, wäre es daher ratsam, sie zum „Marktpreis“ aus der Insolvenzmasse herauszukaufen. Den Marktpreis könnte man etwa ermitteln, indem man den Wert vergleichbarer Domains heraussucht.
        Grundsätzlich sollten Sie dies tatsächlich mit der Insolvenzverwalterin absprechen.

        Mit freundlichen Grüßen

        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    4. Avatar
      says:

      Ich habe mich als Einzelunternehmer im Jahr 2018 überschuldet und das Gewerbe abgemeldet. Seither habe ich noch keinen Insolvenzantrag gestellt, auch die Gläubiger haben es noch nicht getan. Das steht nun bevor. Ich habe nach Eintreten der Zahlungsunfähigkeit die eine oder andere kleinere Rechnung, die ich noch zahlen konnte, beglichen. Habe ich mich strafbar gemacht?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        bitte beachten Sie, dass ich aufgrund der strafrechtlichen Relevanz dieser Frage keine verbindliche Antwort in diesem Rahmen geben kann. Hierfür wäre ein kostenpflichtiger Termin notwendig.
        Grundsätzlich kann ich die Frage wie folgt beantworten: Strafbar nach § 283c StGB wären Zahlungen eventuell dann, wenn die Rechnung zum Zeitpunkt der Zahlung noch nicht fällig war, d.h. der Gläubiger zu diesem Zeitpunkt die Zahlung nicht verlangen konnte. Wenn die Rechnungen aber fällig waren, liegt dieser Tatbestand nicht vor.
        Auch den Tatbestand des Bankrotts würde ich nicht als erfüllt ansehen.
        Die Zahlungen können des Weiteren vom Insolvenzverwalter angefochten und rückgängig gemacht werden.
        Notwendige Zahlungen, die zur Fortführung Ihrer Unternehmung oder der Gewährleistung Ihrer Entschuldung erforderlich sind, können als sogenannte Bargeschäfte (§ 142 InsO) weiterhin getätigt werden.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    5. Avatar
      says:

      Guten Tag,

      ich befinde mich seit 09.2019 im Privatinsolvenzverfahren. Es gibt eine gemeinschaftliche Schuld von mir und meiner nun Exfrau, ein Dispositionskredit von einem Gemeinschaftskonto, abgetreten an ein Inkassounternehmen. Nun ist es so, dass mein pfändbares Einkommen vom Insolvenzverwalter quotiert und ausgekehrt wird. Dennoch wird meine Exfrau immer noch angemahnt und muss weiterhin eine monatliche Rate bezahlen. Meine Frage dazu: Handelt es sich in einem solchen Fall um eine Gläubigerbegünstigung, wodurch mir die mir die Restschuldbefreiung versagt werden kann?

      MfG E.Tröndle

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Herr Tröndle,

        Die Firma kann sich an Ihre Exfrau wenden, da diese ebenfalls für die Verbindlichkeiten haftbar ist. Es handelt sich nicht um eine Gläubigerbegünstigung, da die Zahlungen nicht von Ihnen kommen und nicht Ihr pfändbares Vermögen bzw. Einkommen mindern.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    6. Avatar
      says:

      Sehr geehrter Herr Anwalt!!
      Ich bin seit 2 Monate in der Privatinsolvez..ich habe in der insolvenz Finanzamtschulden in Hoche von 246000 Eur..jetzt hat finanzamt an meinen Insolvenzverwalter geschrieben das sie von diese Summe 84000 eur von der Restschuldbefreiung ausnemmen wollen da mir eine Steuerstraftat zugrunde liegt $$370, 373 oder 374 der Abgabeordnung..Ich habe aber nie einen Brief daruber bekommen und wusste nichts bis vor par Tage..Meine Frage jetzt..Lohnt sich da ein wiederspruch einzulegen und was wurde mich das kosten??Mit freundlichen Grussen

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        es handelt sich hierbei um relativ ernste strafrechtliche Vorwürfe, die eine hohe Strafe nach sich ziehen können. Sollte Ihnen etwas derartiges zur Last gelegt werden, würden Sie es mit Sicherheit durch eine förmliche Zustellung erfahren. Möglicherweise erfolgt dies noch. In diesem Fall würde ich einen auf Steuerstrafrecht spezialisierten Anwalt empfehlen.
        Aufgrund der strafrechtlichen Relevanz und der damit verbundenen Risiken kann ich zu dieser Frage in diesem Rahmen leider keine weiteren Auskünfte geben.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    7. Avatar
      says:

      Werde ich dafür bestraft wenn ich einen Mietvertrag unterschreibe ohne es meinem Insolvenzverwalter mit zu teilen.
      Ist das strafbar und kann ich mit einer Strafe von 2 Jahren rechnen

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        grundsätzlich müssen Sie eine Adressänderung dem Insolvenzverwalter mitteilen. Sollte sich Ihre Adresse ändern und Briefe Sie nicht mehr erreichen, weil Sie die neue Adresse nicht mitgeteilt haben, so könnte dies ein Grund für eine Versagung der Restschuldbefreiung sein.
        Strafrechtlich wäre dies allerdings nicht relevant, es sei denn, Sie unterschreiben einen Vertrag, den Sie gar nicht bezahlen können.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
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    8. Avatar
      says:

      Ich möchte bitte anonym bleiben, und habe dennoch eine wichtige Frage.

      Ich bin seit 3 Jahren in einer Wohlverhaltensphase der Privatinsolvenz. Ich wurde nun Angezeigt wegen Ladendiebstahl. Der WErt liegt bei 8,- …. Hat dieses Vefahreren was auf mich zukommt auch Auswirkung asuf meine Insolvenz? Ich habe mich immer ordentlich verhalten und gebe jeden Monat sauber alles an was die Insolvenzverwaltung erwartet. Ich habe keine neuen Schulden. Nur eben diese Sache das ich quasi für eine Straftat , also Diebstahl angezeigt werde macht mir echt große Sorgen. Freundliche Grüße

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        ein Diebstahl alleine ist kein Grund für eine Versagung der Restschuldbefreiung, daher kann ich Sie diesbezüglich beruhigen. Ladendiebstahl ist keine Insolvenzstraftat gemäß §§ 283 bis 283c StGB.
        In diesem Fall handelt es sich zudem um eine Sache mit geringem Wert. Somit ist von einer Einstellung des Verfahrens auszugehen. Auch eine sehr geringe Geldstrafe käme in Betracht, dies wäre jedoch für die Restschuldbefreiung ebenfalls nicht von Bedeutung.
        Nur wenn ein Schuldner aufgrund einer Straftat eine Gefängnisstrafe antreten muss und deswegen sein Einkommen verliert, kommt eine Versagung der Restschuldbefreiung in Frage.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    9. Avatar
      says:

      Mein Schuldner hat immer wieder sogar Drittjobs und behauptet immer wieder, in Urlaub zu fahren. Er droht mir mit massiven Konsequenzen, wenn ich irgendwo nachfrage

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrte Frau Mamsch,

        anhand Ihrer Angaben würde es sich sowohl um eine Verletzung der Insolvenzobliegenheiten, als auch möglicherweise um den Tatbestand der Drohung oder Nötigung sowie ggf. Schwarzarbeit handeln. Grundsätzlich haben Sie als Gläubigerin das Recht, eine Versagung der Restschuldbefreiung zu beantragen, wenn Sie die Nebeneinkünfte beweisen können.

        Mit freundlichen Grüßen

        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    10. Avatar
      says:

      Hallo,

      Ich weiß zu 100% das jemand der sich in einer privatinsolvenz befindet unter anderem schwarz arbeitet monatliches Einkommen ca 7000 Euro erhält, sich Schmuck in Höhe von 30000 Euro angelegt hat ein Wert Auto besitzt aber offiziell eben nur auf ca 1100 Euro arbeiten tut.
      Parfüms im Wert von ca 3000 Euro besitzt.
      Es wurden bisher noch nie Kontoauszüge gefordert, obwohl man an den Konto Bewegungen erkennen kann das ordentlich betrogen wird.
      Er ist Fahrlehrer und führt ein Buch über die Fahrstunden, pro Fahrstunde ist sein Gehalt 18 Euro.
      Er arbeitet täglich von 9:30 Uhr – 21:30 Uhr.
      Es kommt auch mal vor wenn Prüfungen anstehend, das er seine Arbeit auch mal um 6:30 Uhr beginnt oder auch mal noch früher.
      Wozu es auch des öfteren vorkommt das er dennoch bis 21:30 Uhr arbeiten tut.
      Samstags von 9:30 Uhr – 18:00 Uhr oder des öfteren auch bis 20:00 Uhr.
      Wo oder wie kann man es melden?
      Zudem ich es gerne anonym machen möchte.

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        in erster Linie wäre der Zoll zuständig, da es sich Ihren Angaben zufolge um Schwarzarbeit handelt. Hier ist auch eine anonyme Meldung möglich. Wenden Sie sich an den Bereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit bei Ihrem zuständigen Hauptzollamt.
        Ein Gläubiger könnte darüber hinaus einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellen, wenn er die Schwarzarbeit nachweisen kann.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    11. Avatar
      says:

      Mein Mann ist im Privatkonkurs. Wird bis aufs Existenzminimum exekutiert. Darf er sich einen Tv um 700 Euro kaufen?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Staudinger,

        anhand Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass es sich um ein Insolvenzverfahren in der Schweiz handelt. Leider kann ich in diesem Rahmen keine Auskünfte über das Schweizer Insolvenzrecht geben.

        Im deutschen Insolvenzrecht gibt es das Recht, im Insolvenzverfahren den Fernseher zu behalten. Ein Modell für 700 Euro könnte jedoch unter Umständen gepfändet und durch ein preiswerteres Modell ersetzt werden. Nicht pfändbar sind jedoch Gegenstände, die dem Schuldner nicht gehören. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass in einer Privatinsolvenz keine 700 Euro zur Anschaffung eines Luxusgegenstandes zur Verfügung stehen und das Geld bzw. der Fernseher daher von einer nahestehenden Person stammt. Wenn der Schuldner dies nachweisen kann, so ist der Fernseher unpfändbar.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    12. Avatar
      says:

      Was kann ich tun wenn ich zu 100% weiß das jemand Insolvenz laufen hat aber schon seit Monaten Schwarzgeld bezieht, wohin kann ich mich da wenden um dies zu melden, über Information wäre ich sehr dankbar…..

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Isselhard,

        Schwarzarbeit kann beispielsweise beim Zoll gemeldet werden.
        Bezüglich des Insolvenzverfahrens haben Gläubiger das Recht, eine Versagung der Restschuldbefreiung beim zuständigen Insolvenzgericht zu beantragen, wenn sie beweisen können, dass der Schuldner Beträge nicht korrekt abgeführt und der Insolvenzmasse vorenthalten hat und es dadurch zu einer Benachteiligung der Gläubiger kam.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
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    13. Avatar
      says:

      Es ist aber leider so, das man zwar feststellen kann das mehrere Straftaten vom Geschäftsführer der Insolventen Firma begangen wurden aber es Interessiert keinen. Der Geschäftsführer hat die Insolvenz angemeldet an dem tag an dem das Verfahren über 8 Monatsgehälter war und an dem selben Tag eine neue Firma angemeldet mit der selben Tätigkeit. Die Staatsanwaltschaft schrieb dazu „Es ist ja kein Schaden entstanden“, der Insolvenzverwalter Interessiert sich nicht für das Fehlenden Inventar und fehlende Unterlagen. Ergebnis der Geschäftsführer läßt es sich gut gehen und die Gläubiger können sich Ihre Forderungen abschminken.

    14. Avatar
      says:

      Im Punkt: Insolvenzstraftaten und Insolvenz: 8. Betrug (§ 263 StGB)
      ist nach der Aufzählung ein Tippfehler:
      …Der Vorwurf des Eingehungsbetruges kmmt häufig auf,…
      Gruß
      Ralf Claaßen

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Herr Claaßen,

        vielen Dank für die Aufmerksamkeit und Ihren Hinweis. Das sollte tatsächlich „kmmt“ heißen. Nein, wir haben den Tippfehler selbstverständlich korrigiert.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

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