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Armutsrisiko steigt auf höchsten Stand seit der Wiedervereinigung

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Armutsrisiko steigt auf höchsten Stand seit der Wiedervereinigung

Trotz der zweifelsfrei guten Wirtschaftslage in Deutschland profitiert ein großer Teil unserer Bevölkerung finanziell nicht davon. Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts geht hervor, dass das Armutsrisiko vieler Menschen auf dem höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung gestiegen ist. Der Anteil der betroffenen Bevölkerung ist zuletzt wieder gewachsen. Im Jahr 2015 waren 15,7 % der Menschen in Deutschland von monetärer Armut bedroht – im Vergleich zum direkten Vorjahr 2014 ein Anstieg von 0,3 %. Mit diesem Prozentsatz ist die Armutsgefährdung so hoch wie nach der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr.

Diese Zahlen des monetären Armutsrisikos sind vor allem vor dem Hintergrund erschreckend, dass im Jahr 2014 ein leichter Rückgang der Armutsquote verzeichnet wurde, nachdem diese seit 2006 fast stetig zunahm.

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Die Armutsgefährdung

Kurz vor der Armut stehend werden Personen bezeichnet, welche weniger als 60% des mittleren Einkommens haben.

Als armutsgefährdet gelten Personen, die mit weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Die Grenze des Einkommens wird als Armutsgefährdungsschwelle bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine relative Einkommensarmut. In Deutschland gibt es bezüglich der Armutsgefährdung bundesweit Unterschiede.

Um den Anteil der betroffenen Menschen anzugeben, die weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung haben, und die relative Einkommensarmut zu messen, wird die Armutsquote als Indikator herangezogen.

Zur Verdeutlichung: Die relative Einkommensschwelle lag im Jahr 2014 für eine vierköpfige Familie bei 1926 Euro (netto). Die für einen Singlehaushalt bei 917 Euro (netto).

Die Armutsquote bezieht sich laut Definition allerdings nicht nur auf Menschen, die bereits in Armut leben. Das wäre dann der Fall, wenn diese Menschen weniger als 50 % des mittleren Einkommens verzeichnen. Vielmehr trifft die Quote also auch auf Menschen zu, die von der Armut bedroht beziehungsweise gefährdet sind. Für diese Menschen gelten die oben bereits aufgeführten 60 % des mittleren Einkommens.

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Die Armutsquote ist umstritten

Die Heranziehung und Anwendung der Armutsquote ist in Deutschland umstritten. Viele Kritiker führen auf, dass die Quote lediglich die Ungleichheit im Land, nicht aber die Armut an sich misst. So sind schließlich die Lebensunterhaltungskosten in verschiedenen Regionen in Deutschland unterschiedlich hoch. Den Kritikern zufolge reicht das Einkommen einer Person als einziges Kriterium zur Ermittlung eines komplexen Phänomens wie der Armut nicht aus.

Dem entgegenzusetzen ist allerdings, dass bei der Messung der relativen Armut ebenso ein enger Zusammenhang mit der von den Kritikern aufgeführten Ungleichheit besteht. Das Einkommen bleibt weiterhin für die Bestimmung von Armut ein wichtiger Indikator, wenn auch andere Umstände wie etwa das Sozialleben, die Wohnung und die persönliche Gesundheit eine Rolle spielen..

Besonders betroffene Menschengruppen

Anhand der in den letzten Jahren veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts lassen sich besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen bestimmen. Eine besonders hohe Gefährdung liegt deutlich bei Empfängern von Arbeitslosengeld, Erwerbslosen generell, Menschen ohne Schulabschluss und Singlehaushalten vor. Allerdings kann auch die Bevölkerungsgruppe der Alleinerziehenden betroffen sein.

Sozialverbände appellieren an die Politik

Aufgrund der steigenden Armutsquote zeigen sich auch die deutschen Sozialverbände alarmiert. Laut Ulrich Schneider, dem Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, ist „die wachsende Armutsquote auch ein Zeichen politischen Versagens“. So müsse die Bundesregierung einsehen, „dass die Armutsbekämpfung nicht zum Nulltarif und nicht ohne Umverteilung zu haben ist“.

Handlungsbedarf ist geboten

Besonders intensiver Handlungsbedarf zeigt sich insbesondere bei den Gruppen der Erwerbslosen und der Menschen ohne Schulabschluss. So stieg die Armutsquote bei der Gruppe der Erwerbslosen von weniger als 54 % im Jahr 2009 auf zuletzt 59 %. Im selben Zeitraum hat die Quote der Menschen ohne Schulabschluss einen Anstieg um 6 % von 40% auf 46 % verzeichnet. Im Vergleich: Der Anteil der gefährdeten Berufstätigen bleibt seit Jahren konstant bei etwas mehr als 6 %.

Armutsrisiko der Familien steigt ebenfalls

Wenn auch weniger stark, steigt das Armutsrisiko bei der Bevölkerungsgruppe der Familien ebenfalls an. Im Zeitraum von 2009 bis dato ist die Quote von 14,5 % auf 15,3 % angestiegen. Werden ausschließlich die Familien mit minderjährigen Kindern betrachtet, liegt der Anteil noch höher.

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