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P-Konto und Insolvenz – Vorteile eines Pfändungsschutzkontos bei Insolvenz

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    So hilft Ihnen das P-Konto in der Privatinsolvenz

    Wir werden von vielen Mandanten gefragt, ob es sich lohnt, ein im Vorfeld der Entschuldung neu eröffnetes Konto in ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umzuwandeln. Wir empfehlen grundsätzlich, ein Konto in ein P-Konto umzuwandeln. Dies schützt Sie sowohl vor der Pfändung eines beträchtlichen Teiles Ihres Einkommens und führt dazu, dass Ihr Kontoführungsvertrag während der Privatinsolvenz/Regelinsolvenz bestehen bleibt.

    Wir empfehlen grundsätzlich ein P-Konto einzurichten. Denn ohne Umwandlung Ihres Girokontos erlischt Ihr bisheriger Kontoführungsvertrag nach Eröffnung der Privatinsolvenz/Regelinsolvenz automatisch und das vorhandene Guthaben wird an den Insolvenzverwalter/Treuhänder abgeführt. Dies gilt auch, wenn Ihr Guthaben auf dem Konto aus Sozialleistungen besteht. Im Einzelfall kann der Schuldner einen Härtefallantrag vor Gericht stellen, um die Abführung des Guthabens zu vermeiden oder einzuschränken. Durch die Einrichtung eines P-Kontos kommen Sie einer solchen stressigen Antragstellung zuvor.

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    Ein Sonderfall: Wann Sollten Sie Ihr Konto nicht in ein P-Konto umstellen?

    Nur wenn Sie sich nicht in einer Schuldenlage befinden, ist die Errichtung nicht zu empfehlen und auch sinnlos, da die Bank eine Umstellung in ein P-Konto an die SCHUFA weitergibt.

    Was macht/darf der vorläufige Insolvenzverwalter oder Treuhänder machen, wenn Sie Ihr Konto in ein P-Konto umwandeln?

    Kontoguthaben innerhalb der Pfändungsfreigrenzen gehört gar nicht erst zur Insolvenzmasse (§ 36 Abs. 1 InsO i. V. m. § 850 k ZPO). Das bedeutet für den Insolvenzverwalter:

    • Der Insolvenzverwalter darf Ihren Antrag auf Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto weder ablehnen noch muss er ihn genehmigen. Sie können daher jederzeit ohne Einbeziehung des Insolvenzverwalters Ihr Konto in ein P-Konto umwandeln.
    • Außerdem verletzt der Insolvenzverwalter seine Pflichten, wenn er das Konto freigibt – d. h. der Bank erlaubt, das Guthaben einzuziehen. Ihr unterhalb der Pfändungsgrenze liegendes Guthaben ist bereits von vornherein abgesichert.

    Welches Guthaben wird vom P-Konto geschützt?

    Bild von einem P-Konto Stempel

    Wir empfehlen grundsätzlich, ein Konto in ein P-Konto umzuwandeln.

    Nur Kontoguthaben über der Freigrenze gehört in die Insolvenzmasse, das heißt, nur dieser Teil wird an die Gläubiger abgeführt – der Rest wird durch das P-Konto geschützt. Die Freigrenze, also Ihr frei verfügbarer Betrag, richtet sich nach der Pfändungstabelle (Düsseldorfer Tabelle) und beträgt mindestens 1.073,88 Euro. Dieser Betrag kann sich erhöhen, wenn Sie dies selbst bei Ihrer Bank beantragen und der Bank eine Bescheinigung nach § 850 k ZPO vorlegen. In dieser Bescheinigung werden Ihre Unterhaltspflichten aufgeführt – je nach Unterhaltspflichten erhöht sich ihr Pfändungsfreibetrag. Dabei gibt es leider keine automatische Erhöhung durch das Gericht und weder das Gericht noch der Insolvenzverwalter/Treuhänder gibt Ihnen entsprechende Hinweise oder Beratung. Insbesondere der Insolvenzverwalter/Treuhänder kann Sie nicht beraten, weil er nur die Interessen der Gläubiger vertritt und Sie nicht beraten darf, auch wenn er ein Rechtsanwalt ist. Gerne beraten wir Sie deshalb und stellen Ihnen auch die Bescheinigung nach § 850 k ZPO aus.

    Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „P-Konto und Insolvenz – Vorteile eines Pfändungsschutzkontos bei Insolvenz“? Wir beantworten sie hier kostenlos!

    14 Kommentare
    1. Avatar
      says:

      Hallo bin seit Mitte 2014 in der Privatinsolvenz und habe ein Pkonto jetzt wollte ich fragen ob ich das Pkonto umwandeln kann oder ob ich noch warten muss LG Peter

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrter Herr Klaus,

        Sie können das Konto umwandeln, allerdings müssen Sie dann beachten, dass ggf. aufgrund neu entstandener Forderungen oder wegen nicht von der Restschuldbefreiung umfasster Forderungen eine Kontopfändung durchgeführt werden könnte.

        Mit freundlichen Grüßen

        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    2. Avatar
      says:

      Hallo,
      ich bin seit September in der Privatinsolvenz und habe ein P-Konto. Mein Lohn wird gepfändet und ich habe einen Beschluss vom Amtsgericht, dass ich über den gesamten restlichen Lohn verfügen darf (mein Freibetrag +Kind). Nun gibt es ständig Probleme mit der Freigabe Anfang des Monats (muss eine nette Dame separat freischalten) und Lastschriften können nicht abgehen.
      Kann ich das P-Konto wieder zum Girokonto problemlos umwandeln lassen ohne Probleme zu bekommen? Wie gesagt mein Lohn wird gepfändet.

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        eigentlich sollte die Bank die P-Konto-Bescheinigung problemlos akzeptieren.
        Wenn nur eine Lohn- und keine Kontopfändung vorliegt, brauchen Sie theoretisch kein P-Konto. Aber es besteht dann das Risiko, dass ein Gläubiger spontan eine Kontopfändung durchführt. Das gesamte Guthaben wäre dann in Gefahr.

        Mit freundlichen Grüßen

        Andre Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    3. Avatar
      says:

      Guten Tag .. ich habe diesen Monat Weihnachtsgeld bekommen .. mein Insolvenz Berater hat 1770 Euro gepfändet .. ich habe 1178 Euro bekommen Es wird mir insgesamt 3000 Euro gepfändet, ich war bei der Sparkasse die haben mir gesagt für das restliche Guthaben vom Konto muss der Insolvenz Verwalter eine Freigabe geben .. ich habe das auch so geschrieben bekomme aber keine Antwort? Habe ich nicht ein Anspruch von 500 Euro vom Weihnachtsgeld?
      Bin do ratlos ?? Danke lg Frau Birkenfeld

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Birkenfeld,

        in der Tat müssen Ihnen 500 Euro vom Weihnachtsgeld belassen werden. Allerdings gibt die Bank das Geld nicht automatisch frei. Hierfür müssen Sie beim zuständigen Insolvenzgericht eine Freigabe beantragen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    4. Avatar
      says:

      Ich bin in der Insolvenz. Bei meinem Arbeitgeber wird also bereits der pfändbare Betrag an meinen Insolvenzberater abgeführt.
      Was muss ich tun, um bei meiner Bank trotz P-Konto das volle Nettogehalt ausbezahlt zu bekommen? Eine Pfändung auf dem Konto liegt ja nicht vor.

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Mertens,

        um Zugriff auf das volle unpfändbare Einkommen zu erhalten, müssen Sie sich ans Insolvenzgericht wenden und die Einkommensabrechnungen der letzten Monate vorlegen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    5. Avatar
      says:

      Guten Tag, meine Frage:
      Darf mein Insolvenzverwalter vom Lohn und gleichzeitig vom P-Konto pfänden?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        grundsätzlich ist eine Lohnpfändung auch bei bestehendem P-Konto möglich, natürlich nur bis zur Höhe des Pfändungsfreibetrags. In diesem Fall wäre eine zusätzliche Pfändung vom P-Konto erfolglos.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    6. Avatar
      says:

      Guten Tag,
      wenn ich nach der Insolvenz mein P Konto wider auflöse, wird es dann auch aus der Schufa gelöscht? Oder nach einer bestimmten Zeit?
      Danke

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        den Eintrag über die Existenz des P-Kontos löscht die Schufa meines Wissens relativ zügig nach Umwandlung in ein normales Konto. Der Eintrag über die Restschuldbefreiung bleibt allerdings drei Jahre bestehen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    7. Avatar
      says:

      Guten Tag, ist es notwendig oder ratsam, auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein P-Konto zu belassen? Das ist doch bzgl. Schufa und dem Umgang mit den Banken sehr nachteilig oder?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        wir empfehlen unseren Mandanten ein Pfändungsschutzkonto für die Zeit der Insolvenz zu führen. Dies vereinfacht die Abwicklung mit dem Treuhänder deutlich. Selbstverständlich sind Sie dazu nicht verpflichtet und können auch ein Guthabenkonto führen, welches vom Verwalter freigegeben werden muss.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

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