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Weihnachtsgeld-Pfändungsrechner

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    Wie viel verbleibt vom Weihnachtsgeld bei Kontopfändung oder Privatinsolvenz?

    Viele Arbeitnehmer können sich zur Weihnachtszeit freuen: Sie erhalten von ihrem Chef ein Weihnachtsgeld, also einen Bonus zum eigentlichen Gehalt. Die Weihnachtszeit ist zwar eine besinnliche, aber auch eine teure Zeit: Weihnachtsgeschenke für Familie und Freunde sowie festliche Lebensmittel können leicht das normale Budget sprengen. Da kommt das Weihnachtsgeld gerade recht. Doch für Menschen in Schulden kann die Freude von kurzer Dauer sein, wenn das Weihnachtsgeld aufgrund einer Kontopfändung sofort wieder abgebucht wird. Doch es gibt eine gute Nachricht: Wer sein Konto als P-Konto führt, kann von seinem Weihnachtsgeld auch bei Pfändung oder Privatinsolvenz bis zu 500 Euro behalten.

    Andre Kraus ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und Gründer der KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwaltskanzlei. Seit 2012 ist er auf die Entschuldung und Beratung von Personen mit finanziellen Schwierigkeiten spezialisiert.

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    Weihnachtsgeld Pfändungsrechner

    Berechnen Sie im Handumdrehen den unpfändbaren Teil Ihres Weihnachtsgeldes.

    Diesen Betrag können Sie behalten

    Diesen Betrag können Sie behalten

    Pfändbarkeit von Weihnachtsgeld

    Weihnachtsgeld (auch Weihnachtsgratifikation oder 13. Monatsgehalt genannt) ist bis zu einem bestimmten Betrag unpfändbar. Die Pfändbarkeit von Weihnachtsgeld ist in § 850a Nr.4 ZPO geregelt. Nach dieser Regelung kommt es für die Berechnung der Pfändbarkeit des Weihnachtsgeldes auf zwei Werte an:

    • Höhe des Bruttolohns
    • Höhe des Weihnachtsgeldes

    Grundsätzlich dürfen Sie bis zu 500 Euro vom Weihnachtsgeld behalten. Der darüber liegende Betrag ist unabhängig vom Arbeitseinkommen und von der Höhe des Weihnachtsgeldes pfändbar.

    Wenn Ihr Brutto-Arbeitseinkommen unter 1000,00 Euro liegt, verbleibt Ihnen nach § 850a Nr.4 ZPO ein Weihnachtsgeld in Höhe der Hälfte des Bruttoeinkommens.

    Beispiel: Ihr Brutto-Arbeitseinkommen beträgt 800,00 Euro und Sie sollen 500,00 Euro Weihnachtsgeld erhalten. Da die Hälfte des Bruttoeinkommens 400,00 Euro beträgt, verbleiben Ihnen 400,00 Euro des Weihnachtsgeldes. 100,00 Euro sind in diesem Beispiel pfändbar. Die 100 Euro erhöhen dann entsprechend ihr Einkommen. Gemäß der Pfändungstabelle ist jedoch auch ihr Einkommen zu einem gewissen Anteil unpfändbar. Dieser unpfändbare Anteil des Einkommens hängt wiederum von zwei Faktoren ab:

    • Ihrem gesamten monatlichen Nettoeinkommen und
    • Ihren Unterhaltspflichten.

    Mit unserem Weihnachtsgeld-Pfändungsrechner können Sie einfach und schnell ausrechnen, wie viel von Ihrem Weihnachtsgeld Ihnen verbleibt. Unser Rechner kombiniert dabei die Pfändungstabelle mit der Rechtslage zum Weihnachtsgeld. Sie können also ganz genau ermitteln, um wie viel das Weihnachtsgeld Ihr Nettoeinkommen im November, Dezember oder Januar erhöht und wieviel Ihnen nach einer Pfändung verbleibt.

    Pfändbarer Teil erhöht das Arbeitseinkommen

    Bei der Berechnung des pfändbaren Teils darf jedoch ein für Schuldnerinnen und Schuldner ebenfalls relevanter Teil nicht vergessen werden: Was passiert mit dem pfändbaren Teil des Weihnachtsgeldes?

    Der pfändbare Teil des Weihnachtsgeldes wird zum Arbeitseinkommen hinzugerechnet. Das führt in der Regel dazu, dass auch von diesem Betrag ein zusätzlicher Teil dem Schuldner bzw. der Schuldnerin verbleibt. Denn von jedem zusätzlich verdienten Euro dürfen Sie gemäß der Pfändungstabelle rund 30 Cent behalten Der pfändbare Teil des Weihnachtsgeldes wird also mittelbar dennoch anteilig ausgezahlt. Wie sich das für Sie auswirkt, können Sie mit dem allgemeinen Pfändungsrechner ermitteln.

    Rechtliche Voraussetzungen für die Anerkennung als Weihnachtsgeld

    Weihnachten kann ziemlich teuer sein. Deswegen ist ein bestimmter Betrag des Weihnachtsgeldes unpfändbar.

    Nicht jede Zahlung wird als Weihnachtsgeld anerkannt. Nur Zahlungen, die der Definition von Weihnachtsgeld entsprechen, sind teilweise pfändungsfrei. Zunächst ist Voraussetzung, dass die Zahlung in zeitlichem Zusammenhang zu Weihnachten steht. Die Rechtsprechung erkennt dafür grob den Zeitraum vom 15.11. bis 15.01. eines Jahres an. Aber auch eine Zahlung innerhalb dieses Zeitraums kann unter Umständen nicht als Weihnachtsgeld anerkannt werden. Dies ist bei Sonderzahlungen der Fall, die nur zufälligerweise in der Weihnachtszeit ausgezahlt werden, aber ihren Anlass zu einer ganz anderen Zeit haben, beispielsweise ein Bonus für gute Verkaufszahlen im Sommer. Achten Sie also darauf, dass Ihr Chef das Weihnachtsgeld nicht zu früh oder zu spät auszahlt und es deutlich kenntlich macht.

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    Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema “Weihnachtsgeld-Pfändungsrechner”? Wir beantworten sie hier kostenlos!

    18 Antworten
    1. Avatar
      says:

      Sehr geehrte Damen und Herren,
      Ich bin alleinerziehende Mutter ,zweier Kinder 8 und 10 Jahre.
      Ich besitze ein P-Konto mit einem Fändungsfreibetrag von ca.2035 Euro.

      Eingehende Gelder:1598 Euro Lohn
      444€ Kindergeld,740 Euro Kindesunterhalt und 250 Euro Einstiegsgeld.Ich liege als deutlich über meinem Pfändungsfreibetrag.Gibt es eine Möglichkeit,wenigstens den Kindesunterhalt zu schützen oder den Freibetrag erhöhen zu lassen?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Schröder,

        die von Ihnen genannten Beträge sind, abgesehen vom Einstiegsgeld, grundsätzlich vor Pfändungen geschützt.
        Wenden Sie sich einfach an mein Sekretariat unter info@anwalt-kg.de und fragen Sie nach einer P-Konto-Bescheinigung zur Erhöhung des geschützten Betrags auf einem P-Konto.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    2. Avatar
      says:

      Hallo. Habe ein Bruttoverdienst von 2800€ und Weihnachtsgeld von ca.1000€.
      Meine Firma hat letzten November über 710€ gepfändet. Lt. Schuldnerberatung ist dies zuviel gewesen, da mir 500€ Netto zustehen vom WG.
      Wie kann ich diese Falschnerechnung für dieses Jahr verhindern? Mein AG sieht sich im Recht, da “das System es alleine ausrechnet”.

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Willmann,

        Ihnen stehen laut Ihrer Angaben in der Tat 500 Euro netto zu. Der darüber hinausgehende Betrag ist dem Monatseinkommen hinzuzurechnen, hiervon verbleibt Ihnen also auch ein gewisser Betrag.
        Wenn der Arbeitgeber zu viele Beträge vom Einkommen abführt, muss er Ihnen den Differenzbetrag als Schadensersatz zahlen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    3. Avatar
      says:

      Hallo. Ich befinde mich in der Wohlverhaltensphase. Ich verdiene 1.510,00 netto. Durch meine Kinder ist mein monatlicher Freibetrag 1.906,00 €. Im Dezember würde mein Arbeitgeber 600,00 Euro Weihnachtsgeld brutto zahlen. Geht das oder muss ich das beantragen beim Gericht? Vielen Dank.

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Herr Ro,

        vielen Dank für Ihre Frage. Das P-Konto berücksichtigt das Weihnachtsgeld nicht automatisch, sondern nur auf Antrag. Somit ist beim zuständigen Gericht ein Antrag auf Festsetzung eines weiteren Betrags gemäß §850k Abs.4 ZPO zu stellen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    4. Avatar
      says:

      Sehr geehrter herr Franke,

      auch ich bin in der Privatinsolvenz. Muss ich die Freigabe des Weihnachtsgeldes bei meinem Insolvenzverwalter beantragen oder muss ich Persönlich zum Amtsgericht?

      Mit freundlichen Grüßen
      S.Jung

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Herr Jung,

        auch das Weihnachtsgeld muss vom Amtsgericht gemäß § 850 k ZPO freigegeben werden. Ein entsprechender Antrag kann auch per Post zum Amtsgericht gesendet werden.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    5. Avatar
      says:

      Hallo,ich habe da mal eine Frage.
      Ich bin seid Juni 2017 in der Privatinsolvenz. Und nun bin ich seid 4.01.2019 in der Wohlverhaltensphase .. nun habe ich 2 Fragen!
      Ist es richtig,das mir die Sonderzahlungen Spät und Nachtzuschläge zur Hälte mit angerechnet werden?
      Und mein Brutto Urlaubsgeld von 300€ das wir einmal im Jahr bekommen!?
      Mfg Leidisch

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        Zuschläge für Nachtarbeit sowie Arbeit an Sonn- und Feiertagen sind unpfändbar. Als Nachtarbeit gilt dabei die Arbeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens.
        Pfändbar sind allerdings Zuschläge für Schicht- oder Samstagsarbeit, darunter könnte ggf. die von Ihnen genannte Spätzulage fallen.
        Das von Ihnen genannte Urlaubsgeld in Höhe von 300 Euro ist unpfändbar. Urlaubsgeld ist unpfändbar, solange es sich im üblichen Rahmen bewegt, also kein Verdacht besteht, dass man durch das Urlaubsgeld eine Pfändung des Gehalts umgehen möchte.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    6. Avatar
      says:

      Sehr geehrter Herr Kraus,

      im Falle einer Privatinsolvenz sind Sonderzahlungen ja teilweise von der Pfändung befreit. Wie ist es denn bei einem Bonus, der an persönlichen Erfolg sowie an Unternehmenserfolg geknüpft ist? Hierzu konnte ich nichts eindeutiges finden, Boni sind immer nicht mit aufgelistet. Bin sehr dankbar für einen Hinweis. Mit freundlichen Grüßen, Agneta Melzer

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Melzer,

        Sonderzahlungen wie Boni erhöhen das Arbeitseinkommen. Unpfändbar sind etwa Weihnachtsgeld (zur Hälfte), Urlaubsgeld oder Zuschläge für erschwerte Arbeitsbedingungen. Insofern sind Bonuszahlungen pfändbares Einkommen. Von jedem Euro darf man aber 30 Cent behalten, wenn der Grundfreibetrag überschritten ist.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    7. Avatar
      says:

      Sehr geehrter Herr Kraus,

      Bei mir wurde das Weihnachtsgeld auf das Brutto angerechnet, und vom Nettowert aus der Pfändungstabelle abgelesen, und der Pfändungsbetrag komplett einbehalten, obwohl es unter 500 Euro netto lag. Warum hat er das gemacht? Ich bin dort mit dem Paragraphen 850a Nr. 4 ZPO nicht mit durch gekommen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Michaela Weiß

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Weiß,

        die unpfändbaren Beträge des Weihnachtsgeldes sind nur dann vor der Pfändung geschützt, wenn dies vorher beim Insolvenzgericht beantragt wurde. Die Verbraucherzentrale stellt hierfür einen Musterbrief zur Verfügung:
        https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2017-11/musterbrief-zusaetzliche-freigabe-des-weihnachtsgelds-bei-einem-konto.pdf

        Wir werden diesen Hinweis in unseren Artikel mit aufnehmen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    8. Avatar
      says:

      Hallo, ich habe ein Problem. Ich möchte im Juli 2019 vorzeitig nach 5Jahren aus der Privatinsolvenz raus. Ich muss ca. 650,-E an das Gericht zahlen und nochmal knapp 200,-€an den Insolvenzverwalter.

      Nun habe ich in meiner Septemberabrechnung 600,- € Brutto deklariertes Weihnachtsgeld erhalten, was aber fälschlicherweise eigentlich erst im Februar als Sonderzahlung sein sollte. Nachdem ich meinen Chef auf das “verkehrte” Weihnachtsgeld angesprochen habe, war nun auf meiner Abrechnung wieder “Weihnachtsgel” in Höhe von 2.100,-€ Brutto zu meiner normalen Abrechnung gezahlt worden.

      Was muss ich jetzt tun? Nicht pfändbar sind wie ich lese 500,-€ und der Rest? Wo geht der hin? ist ja viel mehr,als ich eigentlich noch zu zahlen haben. Mit dem Insolvenzverwalter kann ich nicht sprechen, er meint, er wäre nur für meine Gläubiger da. Außerdem wurde ja nun mehr oder weniger 2x Weihnachtsgeld in 2018 und 2019 gezahlt. Mein Chef weiß nix von der Privatinsolvenz, da mein Einkommen (alleinerziehend und einKind) grad unter der Pfädudngsgrenze ist.

      Können Sie mir einen Rat geben?

      Vielen Dank im Voraus
      Beatrice

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        damit das Weihnachtsgeld bis zur Höhe von 500 € vor der Pfändung geschützt wird, muss man diesen Schutz rechtzeitig extra beantragen. Das Weihnachtsgeld stand jeweils in zeitlichem und sachlichem Zusammenhang zum Weihnachtsfest 2018, damit ist es belanglos, ob das Geld Ende 2018 oder Anfang 2019 gezahlt wurde.
        Ebenso muss der Antrag auf die vorzeitige Restschuldbefreiung nach 5 Jahren rechtzeitig gestellt werden.
        Wenn die Verfahrenskosten vollständig bezahlt sind, heißt das nicht, dass anschließend nichts mehr gepfändet wird. Die Abtretung des Vermögens läuft weiter, bis die Restschuldbefreiung erteilt wurde, auch wenn der Betrag bereits höher ist, als zur Deckung der Verfahrenskosten erforderlich.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    9. Avatar
      says:

      Sind die 500 Euro Netto oder werden diese vom Brottogehalt berechnet?

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrter Herr Franke,

        die 500 Euro, die vom Weihnachtsgeld unpfändbar sind, beziehen sich auf den Nettobetrag.

        Mit freundlichen Grüßen
        A. Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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