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Schulden und Minderjährigkeit: Der Umgang von Minderjährigen mit Schulden

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  • Bild Restschuldbefreiung

Schulden und Minderjährigkeit: Der Umgang von Minderjährigen mit Schulden / Taschengeld

Grundsätzlich ist es für Minderjährige nicht möglich Schulden aufzubauen bis sie volljährig sind. Die Volljährigkeit tritt mit der Vollendung des 18. Lebensjahres ein (§ 2 BGB). Möchte ein Minderjähriger einen Vertrag abschließen, der ihn zu wiederkehrenden Zahlungen verpflichtet müssen die Eltern in der Regel zustimmen. Dies gilt grundsätzlich auch für Bankgeschäfte. Beim Abschluss von Darlehensverträgen ist zusätzlich noch die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes notwendig.

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110 BGB – Der „Taschengeldparagraf“ als Schutz vor höherwertigen Käufen

Mit § 110 BGB hat der Gesetzgeber den sog. Taschengeldparagrafen eingeführt. In § 110 BGB heißt es:

„Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind.“

In der Regel handelt es sich um „Geschäfte“ von geringerem Weg und mit gewisser Zweckgebundenheit. Schließt ein Minderjähriger allerdings höherwertige oder zweckentfremdete Käufe ab, können die Eltern unter Umständen eine nachträgliche Rückabwicklung anstreben.

Wie verhält es sich mit überhöhten Handyrechnungen des Mobilfunkanbieters Ihres minderjährigen Kindes?

Bild von Mädchen mit Laptop und Handy mit Kopfhörern im Ohr

Grundsätzlich ist es für Minderjährige nicht möglich Schulden auf zu bauen bis sie volljährig sind.

In der heutigen mobilen Welt ist es längst nicht mehr ungewöhnlich, dass Minderjährige über vertragsgebundene Smartphones verfügen. Unsere Beratungspraxis weist hier häufig Konfliktsituationen zwischen Eltern und ihren Kindern auf. Denn obwohl die heutigen Verträge viele Leistungen (z.B. SMS und Telefonie) zum Festpreis beinhalten, können die monatlichen Rechnungen aufgrund anderer Kosten ausufern. Zu beachten ist hier allerdings folgendes: ein wirksamer Mobilfunkvertrag kann für Minderjährige nur mit der Unterschrift der Eltern eingegangen werden. Der Konflikt über erhöhte Mobilfunkrechnungen ist somit durch die Eltern zu lösen. Als wirksame präventive Lösung kann hier die Schulung im richtigen Umgang mit Smartphones und die regelmäßige Überprüfung der Handyrechnungen angesehen werden.

Können nicht ausgeschlagene Erbschaften von überschuldeten Verwandten Gründe für Schulden Minderjähriger darstellen?

In der Praxis gibt es Situationen, in denen Minderjährige „unverschuldet“ in Schuldensituationen gelangen können. Ein sehr relevanter Fall ist in einer nicht oder zu spät ausgeschlagenen Erbschaft von überschuldeten Verwandten zu sehen. In dieser Konstellation ist rechtlicher Rat einer spezialisierten Anwaltskanzlei oder einer auf Schuldner spezialisierten Beratungsstelle besonders wichtig, damit man als Minderjähriger schuldenfrei in die Volljährigkeit und das Leben starten kann. In der Beratungspraxis können in diesem Punkt sinnvolle Lösungsalternativen die folgenden sein:

  • das Nachlassinsolvenzverfahren (§ 11 Abs. 2 Nr. 2, §§ 315 ff. InsO)
  • die Möglichkeit der Beschränkung der Minderjährigenhaftung durch die sog. Einrede (§ 1629a BGB)

Nehmen Sie in diesen Fällen eine ausführliche Beratung und Begleitung in Anspruch!

Frühzeitige Erlernung im Umgang mit dem Taschengeld kann präventiv wirken!

Eine besonders effektive Herangehensweise liegt in der frühzeitigen und richtigen Schuldung Ihrer Kinder in puncto Finanzen. Insbesondere der Umgang mit dem eigenen Taschengeld kann effektiv als präventive Lösungsmaßnahme trainiert werden. Empfehlenswert ist das Taschengeld bereits in jungen Jahren „klein portioniert“ zu festen und regelmäßigen Zeiten zu gewähren. Mit steigendem Alter kann das Taschengeld dann regelmäßig erhöht werden. Die richtige Höhe des Taschengeldes obliegt Ihnen als Eltern. Ein fester Auszahlungrhythmus und ein fester Betrag stellen dabei ein wichtiges Training für den Alltag im „Erwachsenenleben“ dar, indem es gilt mit einem festen meist monatlichem Gehalt zu haushalten.  Sollte das Taschengeld bereits vor der nächsten „Auszahlung“ aufgebraucht sein, sollten Sie Bitten auf weiteres Geld“ nicht nachgeben – natürlich gibt es auch davon Ausnahmen. Ein Nachgeben könnte dem Training mit dem richtigen Umgang mit Geld im Wege stehen und zu späteren Schuldensituationen führen.

Kontaktaufnahme bei offenen Fragen?

Wir als spezialisierte Anwaltskanzlei stehen Ihnen bei weiteren offenen Fragen zu diesem Thema und allen weiteren Fragen zu unseren Dienstleistungen in Bezug auf Ihre Entschuldung natürlich gerne mit einem kostenfreien und telefonischen Erstberatungsgespräch zur Seite.

Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema “Schulden und Minderjährigkeit: Der Umgang von Minderjährigen mit Schulden”? Wir beantworten sie hier kostenlos!

2 Antworten
  1. Avatar
    says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Meine nun 20 jährige Verlobte hat 2016 einen Vertrag zur Ausbildung an einer Musikschule geschlossen. Diesen kündigte sie jedoch drei Wochen später. Zur Zeitpunkt der Unterschrift war sie jedoch noch nicht volljährig weswegen ihr Vater mit unterschrieb. Nach ihrer Kündigung setzte sie die Schule in Kenntnis, dass zur ordnungsgemäßen Kündigung ebenfalls eine ihres Vaters nötig sei. Als wir nun aber heute auf der Bank waren, ist uns aufgefallen, dass diese Schule einen Pfändumgstitel in Höhe von circa 16000 Euro gegen sie erwirkt hat. Dies ist bis jetzt nicht aufgefallen da sie nur geringes Einkommen hatte und sowieso bereits ein P-Konto besaß. Es steht ebenfalls der Verdacht im Raum, dass bereits erwähnter Vater Mahnungs und Gerichtsschreiben in dieser Sache unterschlagen hat und außerdem den Vertrag seinerseits nie gekündigt hat.
    Wie ist hier die rechtliche Situation.

    Mit freundlichen Grüßen
    Oliver Übelhör

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      in diesem äußerst komplexen Fall kann ich leider keine ausreichende Antwort im Rahmen eines Kommentars geben. Sollte der Vater mit unterschrieben haben, könnte es sein, dass er ebenfalls für die Schulden haftbar ist, somit hätte er eigentlich kein Interesse daran, den Vertrag sinnlos weiter laufen zu lassen und die genannten Gläubigerschreiben zu ignorieren. Jedoch müsste man den Einzelfall genau kennen, um darauf eine umfassende Antwort zu geben.
      Bezüglich einer Bereinigung der Schulden Ihrer Verlobten können Sie gerne eine kostenlose Erstberatung mit meinem Sekretariat vereinbaren, entweder per E-Mail an info@anwalt-kg.de oder unter 0221 – 6777 0055.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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