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Die Insolvenzmasse – Was Sie im Privatinsolvenzverfahren behalten dürfen

Bekannt aus:
  • Die Insolvenzmasse

    Umfang der Insolvenzmasse: Diese Gegenstände dürfen Sie im Insolvenzverfahren behalten

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    Umfang der Insolvenzmasse:

    Im Privatinsolvenzverfahren dürfen Sie selbstverständlich die meisten Ihrer Sachen behalten. Der Treuhänder wird Gegenstände verwerten – versteigern oder verkaufen – die einen hohen Erlös für die Insolvenzmasse versprechen (§ 36 Abs. 3 InsO). Das bedeutet für Sie: Sie dürfen alle Gegenstände behalten, die wenig Marktwert, aber möglicherweise einen hohen persönlichen Wert haben. Das gilt z. B. für ein altes Auto. Sie können auch die sogenannten Hausratsgegenstände behalten. Dies sind in der Regel Kleidungsstücke, Wäsche, Möbel, Haushaltsgeräte, ein Fernsehgerät sowie ein Videogerät. Besonders wertvolle Sachen, wie z. B. kostbare Teppiche, Möbel auf dem Dachboden oder wertvolle Bilder sowie neuwertige und aufwendige Unterhaltungselektronik gehören zur Insolvenzmasse.

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    Der Insolvenzverwalter kann keine Gegenstände verwerten, die im Eigentum einer anderen Person stehen

    Ist z.B. Ihr Ehepartner Eigentümer eines wertvollen Bildes, darf dieses nicht verwertet werden. Schließlich dürfen Gegenstände nicht verwertet werden, die zur Fortführung Ihres Berufs erforderlich sind. Das sind z. B. Werkzeuge, Maschinen, Computer, Fachbücher oder Arbeitskleidung, soweit diese jeweils zur Berufsausübung benötigt werden. Ist ein solcher Gegenstand besonders wertvoll, ist es denkbar, dass der Treuhänder ihn zunächst verwertet und als Austausch einen ebenso geeigneten, aber günstigeren Gegenstand erwirbt.

    Auto in der Insolvenz

    Sehen sie dazu unser Video

    Ein Auto fällt normalerweise in die Insolvenzmasse. Sie haben allerdings die Chance, Ihr Auto zu behalten falls es zur Fortführung Ihres Berufs erforderlich ist. Seit 2010 dürfen Sie ein Auto auch dann behalten, wenn es von einem Familienmitglied für dessen Berufstätigkeit benötigt wird (BGH NJW-RR 2010, 642). Wird das Auto dennoch gepfändet, gehen Sie wie folgt vor: sprechen Sie mit dem Treuhänder und verständigen sie sich mit diesem über einen Herauskauf. Sie können dann den Wagen behalten und bezahlen aus dem unpfändbaren Teil Ihrer Einkünfte ratenweise das Auto ab. Wenn allerdings ein Fahrzeug vor Antragstellung an einen Freund oder Verwandten verkauft wurde und dieser Sie damit fahren lässt, gehört es nicht zur Insolvenzmasse.

    Guthaben bei der Bank

    Wenn Guthaben bei der Bank vorhanden ist, bleibt es jeder Person freigestellt selbst zu entscheiden, wie es ausgegeben wird. Die Grenze bilden „verschwenderische“ Ausgaben wie ein unangemessen luxuriöser Lebensstil, Glücksspiel, Wetten, erfolglose Spekulationsgeschäfte oder auch eine Luxusreise unmittelbar vor dem Privatinsolvenzverfahren. Sie dürfen jetzt nicht plötzlich unvernünftige Ausgaben tätigen, weil sie von Ihren übrigen Schulden befreit werden. Der Treuhänder wird eine besonders hohe Abbuchung entdecken und unter Umständen Nachforschungen anstellen. Ebenso sollten Sie Zahlungen an einzelne Gläubiger in nennenswerter Höhe ohne einen zwingenden Grund und auch Geschenke ohne nachvollziehbaren Anlass vermeiden. Sie würden sich der Vermögensverschwendung verdächtig machen und möglicherweise Ihre Restschuldbefreiung gefährden (§ 290 Abs. 1 Nr. 4 InsO).

    Ihr Versicherungsguthaben: Besser kündigen und einen Differenzbetrag behalten

    Denkbar ist der Fall, dass Sie noch ein Versicherungsguthaben besitzen. Dieses kann z.B. bei einer Renten- oder Lebensversicherung bestehen und wird an Sie in Höhe des Rückkaufwerts ausgezahlt, wenn Sie den Versicherungsvertrag kündigen. Wenn Sie ein Privatinsolvenzantrag stellen wollen, macht es keinen Sinn, weiter die Versicherung zu bezahlen. Sie wird vom Treuhänder aufgelöst. Sie sollten deshalb die Versicherung kündigen und das Guthaben an sich auszahlen lassen. Dabei sollten Sie nur das behalten, was nachweislich zu Ihrem Lebensunterhalt erforderlich ist. Das ist der Betrag, der die Differenz zwischen Ihrem Einkommen und Ihrem Pfändungsfreibetrag bildet.

    Erbschaft im Insolvenzverfahren

    Wenn Sie etwas erben, sind zwei Fälle zu unterscheiden: Erben Sie vor dem Insolvenzverfahren, wird das Erbe zu Ihrem eigenen Vermögen über das Sie nach Ihrem Belieben verfügen dürfen. Sollten Sie nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens erben, müssen Sie die Hälfte abgeben (§ 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO). Wenn Sie das Erbe ausgeschlagen, wird es an die anderen Erben verteilt. Diese werden sich möglicherweise dankbar erweisen. Schenkungen während der Wohlverhaltensperiode kann der Schuldner komplett behalten.

    Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema “Die Insolvenzmasse – Was Sie im Privatinsolvenzverfahren behalten dürfen”? Wir beantworten sie hier kostenlos!

    7 Antworten
    1. Avatar
      says:

      Hallo
      Ich habe eine für mich sehr wichtige Frage: Wie sieht es bei der Insolvenz mit Tieren aus? In meinem Fall sind es 6 alte Pferde (Alter 23-29) und 3 Hunde aus dem Tierschutz (2,14,15 Jahre alt). Es steht eine Trennung von einem Mann an und der Hof ist jetzt abbezahlt. Dieser Hof gehört zur Hälfte mir.Mehr habe ich nicht und aus gesundheitlichen Gründen auch keine Arbeit. Ich bin 61Jahre alt und es ist mir nicht möglich einen Anwalt bezahlen. Selbst bei einer Scheidung wäre es mir dies nicht möglich. Ich möchte endlich die Schulden loswerden. Es belastet mich dermassen das ich krank geworden bin.

      Vielen Dank für die Antwort.

      MfG
      Angelika Wald-Gerstenberger

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Wald-Gerstenberger,

        vielen Dank für Ihre Frage. Bezüglich der Tiere kann ich Sie beruhigen, nur in äußerst seltenen Fällen werden Tiere gepfändet, etwa bei wertvollen Rassehunden mit Stammbaum kann dies im Einzelfall vorkommen. Aber bei dem Alter Ihrer Pferde halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass hier eine Pfändung durchgeführt wird.
        Allerdings möchte ich Ihnen, da bei Ihnen eine Immobilie vorhanden ist, dazu raten, einen Anwalt einzuschalten. Ich biete Ihnen an, bei unserem Sekretariat einen Termin für ein kostenloses Erstberatungsgespräch zu vereinbaren unter 0221 – 6777 00 55. Hier beantworten wir gerne alle weiteren offenen Fragen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    2. Avatar
      says:

      Guten Abend,

      ich befinde mich gerade im Verbraucherinsolvenzverfahren. Bei der Angabe meines Vermögens habe ich an einen seit mehreren Jahren beitragsruhenden Riestervertrag tatsächlich nicht mehr gedacht. Nach Auskunft des Versicherers beläuft sich der Rückkaufswert auf knapp 2.800€. Ich werde den Riestervertrag auch in Zukunft nicht weiterführen wollen. Wie kann ich bzw. muss ich das dem Treuhänder gegenüber angeben. Gefährde ich meine Restschuldbefreiung?
      Mit freundlichen Grüßen

    3. Avatar
      says:

      Guten Tag

      Am 29.07.16 wurde der Antrag zur Eröffnung der Insolvenzverfahren abgegeben

      Meine Frage ist mein Freund hat 2 Tage vorher ein Auto gekauft das aber auf mich zugelassen ist
      Was passiert nun oder ist es besser wenn ich das Auto auf ihn zulasse und es weiter auf mich versichert bleibt

    4. Avatar
      says:

      Guten Tag

      Am 29.07.16 wurde der Antrag zur Eröffnung deder Insolvenzverfahren abgegeben

      Meine Frage ist mein Freund hat 2 Tage vorher ein Auto gekauft das aber auf mich zugelassen ist
      Was passiert nun oder ist es besser wenn ich das Auto auf ihn zulasse und es weiter auf mich versichert bleibt

    5. Avatar
      says:

      Hallo habe da mal eine frage meine Insolvenz ist am 23.03.2016 eröffnet wurden da ich ein Autounfall hatte am 8.03.2016 nicht mein verschulden gewessen nun bekomme ich dem näckst Schadenersatz und Schmerzengeld was darf ich vom schmerzengeld behalten oder wird das alles komplett an den Gläubiger auf geteilt. Lg S. Erdmann

    6. Avatar
      says:

      Hallo,

      benötige Hilfe. Möchte gerne eine Pivatinsolvenz beantragen. Ich habe im Februar letzten Jahres ein kleines Häuschen von meiner Mutter geerbt. Wert laut Notar. Erbschein 40.000 Euro abzüglich der Kosten für beerdigung 3600 Euro. Belastung 35.000 Euro.
      Man sagte mi es wird auf jeden Fall verwertet. Steht dies nicht im gegensatz zum Artikel: Erbschaft im Insolvenzverfahren

      für Ihre freundliche Antwort danke ich Ihnen
      mit freundlichen Grüßen

      Joachim Geibel

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