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Verkürzung der Insolvenz

Bekannt aus:
  • Insolvenz verkürzen

    So verkürzen Sie die Privat- oder Regelinsolvenz

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    So können Sie die Dauer der Insolvenz verkürzen

    Die Insolvenz dauert nach der gesetzlichen Konzeption grundsätzlich sechs Jahre. Seit der am 01.07.2014 in Kraft getretenen Insolvenzrechtsreform besteht für Insolvenzschuldner die Möglichkeit, die Insolvenz zu verkürzen. Die Verkürzung der Insolvenz nach den neuen Regeln ist für all die Verfahren möglich, die nach dem 01.07.2014 beantragt wurden. Das Insolvenzverfahren kann seither auf fünf oder auf drei Jahre verkürzt werden. In diesem Artikel erfahren Sie, unter welchen Voraussetzungen Sie das Insolvenzverfahren verkürzen können.

    In bestimmten Fällen kann ein durchgeführter Insolvenzplan die Insolvenz sogar auf nur ein Jahr verkürzen.

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    Checkliste:
    Verkürzung auf 5 Jahre

    • Kontakt zum Treuhänder aufnehmen

      Im ersten Schritt sollten Sie Kontakt zum Insolvenzverwalter / Treuhänder aufnehmen und mit ihm die Möglichkeit der Verkürzung besprechen.

    • Verfahrenskosten ermitteln

      Ermitteln Sie die exakte Höhe der Verfahrenskosten.

    • Zahlung der Verfahrenskosten

      Zahlen Sie die Verfahrenskosten (falls Sie diese noch nicht gezahlt haben).

    • Antrag beim Insolvenzgericht

      Nach Zahlung der Verfahrenskosten können Sie einen schriftlichen Antrag beim Insolvenzgericht stellen.

    • Frist: 5 Jahre

      Sie können eine Verkürzung nur erreichen, wenn Sie den Antrag innerhalb von 5 Jahren nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.

    Checkliste:
    Verkürzung auf 3 Jahre

    • Kontakt zum Treuhänder aufnehmen

      Im ersten Schritt sollten Sie Kontakt zum Insolvenzverwalter / Treuhänder aufnehmen und mit ihm die Möglichkeit der Verkürzung besprechen.

    • Schuldenhöhe und Verfahrenskosten ermitteln

      Ermitteln Sie die exakte Höhe der Schuldensumme und der Verfahrenskosten.

    • Zahlung der Verfahrenskosten + 35 % der Schuldsumme

      Zahlen Sie die Verfahrenskosten und 35 % Schuldsumme (falls Sie diese noch nicht gezahlt haben).

    • Antrag beim Insolvenzgericht

      Nach Zahlung der Verfahrenskosten und 35 % der Schuldsumme können Sie einen schriftlichen Antrag beim Insolvenzgericht stellen.

    • Frist: 3 Jahre

      Sie können eine Verkürzung nur erreichen, wenn Sie den Antrag innerhalb von 3 Jahren nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.

    Länge der Insolvenz

    Die Insolvenz beginnt mit dem Antrag des Schuldners auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das Ziel der Insolvenz ist für den Schuldner die Befreiung von den Schulden. Daher wird der Insolvenzantrag in der Regel mit einem Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung verbunden, § 287 Abs.1 S.1 InsO.

    Diesem Antrag ist eine Erklärung beizufügen, in welcher der Schuldner erklärt, dass er seine pfändbaren Forderungen auf Bezüge aus einem Dienstverhältnis oder an deren Stelle tretende laufende Bezüge für die Zeit von sechs Jahren nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens an einen vom Gericht zu bestimmenden Treuhänder abtritt, § 287 Abs.2 InsO. Diese Zeit nennt man auch Abtretungsfrist.

    Nach § 300 Abs.1 S.1 InsO entscheidet das Gericht nach Ablauf dieser Frist durch Beschluss über die Erteilung der Restschuldbefreiung. Die Restschuldbefreiung kann demnach nach Ablauf der Abtretungsfrist erlangt werden. Unter der Länge der Insolvenz versteht man demnach die Länge der Abtretungsfrist.

    Diese grundsätzliche Insolvenzlänge von 6 Jahren kann der Insolvenzschuldner verkürzen. Voraussetzung ist zunächst, dass das Insolvenzverfahren nach dem 01.07.2014 beantragt wurde. Die Möglichkeit der Verkürzung nach der aktuellen Gesetzeslage ist nicht möglich, wenn das Verfahren vor In-Kraft-Treten der Insolvenzrechtsreform eröffnet wurde.

    Ein Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung kommt sowohl für die Antragsart der Privatinsolvenz, als auch bei der Regelinsolvenz in Frage. Es muss sich um einen „natürliche Person“ handeln. Dieser Begriff wird in Abgrenzung zur „juristischen Person“ (UG, GmbH, AG). Somit hat grundsätzlich jeder Bürger die Möglichkeit, die Restschuldbefreiung zu erlangen.

    Ein Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung (Verkürzung der Insolvenz)  kann

    • nach 5 Jahren oder
    • nach 3 Jahren

    gestellt werden. Es müssen jedoch zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein, damit das Gericht dem Antrag statt gibt und dem Insolvenzschuldner die Restschuldbefreiung erteilt.

    Voraussetzungen für die Verkürzung auf 5 Jahre

    Die wohl in der Praxis am häufigsten beantrage Verkürzung der Insolvenz ist die Verkürzung auf 5 Jahre. Nach § 300 Abs.1 S.2 Nr.3 InsO kann der Insolvenzschuldner die Insolvenz auf 5 Jahre verkürzen, wenn er „die Kosten des Verfahrens“ berichtigt hat.

    Zu den Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens gehören die in § 54 InsO aufgeführten Gebühren und Auslagen des Gerichts sowie die Vergütungs- und Auslagenerstattungsansprüche des (vorläufigen) Insolvenzverwalters und der Mitglieder des Gläubigerausschusses. Die Verfahrenskosten in der Privatinsolvenz betragen durchschnittlich 1.700 bis 2.500 Euro. In der Regelinsolvenz sind die Verfahrenskosten in der Regel etwas höher. In diesem Video erfahren Sie mehr zu den Kosten des Insolvenzverfahrens.

    Sehr häufig wird zu Beginn der Insolvenz ein Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten nach § 4a InsO gestellt. Die Verfahrenskosten werden gestundet und es muss kein Vorschuss zu Beginn des Verfahrens gezahlt werden. Um eine vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung zu erhalten, müssen demnach die Verfahrenskosten an die Insolvenzmasse abgeführt werden. Dies geschieht in der Regel automatisch, wenn der Insolvenzschuldner pfändbare Vermögensgegenstände oder pfändbares Einkommen hat. Die Verfahrenskosten werden immer zuerst aus der Insolvenzmasse beglichen, erst dann fließt der restliche Betrag an die Gläubiger. Wenn beim Insolvenzschuldner in der Höhe der Verfahrenskosten bereits Vermögen verwertet (beispielsweise ein Auto zur Insolvenzmasse gezogen und verkauft) oder Arbeitslohn eingezogen wurde, dann werden aus diesen Mitteln zunächst die Verfahrenskosten bezahlt. Dieser Umstand führt dazu, dass eine Vielzahl der Insolvenzschuldner die Insolvenz auf 5 Jahre verkürzen können.

    Um das Insolvenzverfahren auf 5 Jahre zu verkürzen, müssen Sie demnach

    • die Verfahrenskosten
    • innerhalb von 5 Jahren

    bezahlt haben. Zudem müssen Sie selbst den Antrag stellen, die Verkürzung erfolgt nicht “automatisch”.

    Fünf-Jahres-Rechner:

    5-Jahres Insolvenz Rechner

    Praxistipp: Die Verfahrenskosten müssen nicht vom Schuldner selbst aufgebracht werden. Demnach können auch Freunde, Bekannte oder Verwandte für die Verfahrenskosten aufkommen und diese an den Insolvenzverwalter/Treuhänder abführen. Die Berechtigung kann demnach auch in einer Einmalzahlung erfolgen, wenn Dritte das Geld zur Verfügung stellen.

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    Video zur Verkürzung auf fünf Jahre:

    Voraussetzungen für die Verkürzung auf 3 Jahre

    Neben der Möglichkeit der Verkürzung der Insolvenz auf 5 Jahre, besteht die Möglichkeit, die Restschuldbefreiung schon nach 3 Jahren erlangen zu können. Nach § 300 Abs.1 S.2 Nr.2 InsO muss der Insolvenzschuldner die Verfahrenskosten (wie bei der Verkürzung auf 5 Jahre) und zusätzlich 35 % der Schuldenhöhe abgeführt haben. Die Höhe der Schuldsumme bezieht sich auf die Höhe der zur Insolvenztabelle angemeldeten Insolvenzforderungen.

    Der Verwalter bekommt ab einer bestimmten Höhe der Insolvenzmasse eine anteilige Vergütung an dieser. Die Vergütung des Insolvenzverwalters ist demnach gestaffelt. Je höher die Insolvenzmasse ist, desto höher ist auch die Vergütung. In der Regel betragen daher die Verfahrenskosten zuzüglich der 35 % der Schuldsumme zusammen ca. 50 % der Schuldsumme. Um eine Verkürzung zu erreichen müssen daher nicht nur 35 % abgeführt werden, sondern ca. 50 %.

    Die Vergütung des Insolvenzverwalters vor Beginn der Wohlverhaltensperiode ist darüber hinaus auch noch höher als sie es nach Beginn der Wohlverhaltensperiode ist. Somit kommt es auch noch darauf an, zu welchem Zeitpunkt man welche Beträge zurückzahlt und wie lange es überhaupt dauert, bis die Wohlverhaltensperiode beginnt.

    Der Betrag von 50 % der Schuldensumme ist daher nur eine Faustformel und kann im Einzelfall noch deutlich höher sein. Eine Verkürzung auf drei Jahre gestaltet sich in der Praxis also durchaus schwierig.

    Zusammengefasst: Um das Verfahren auf 3 Jahre zu verkürzen müssen Sie

    • die Verfahrenskosten und
    • 35 % der Schuldsumme
    • innerhalb von 3 Jahren

    bezahlt haben. Um einen ungefähren Überblick über die abzuführende Summe für die Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre zu erhalten, empfehlen wir Ihnen die Nutzung unseres 3 Jahres Rechners:

    3-Jahres Insolvenz Rechner

    Bitte geben Sie Ihre geschätzte Schuldensumme ein.

    Diesen Betrag benötigen Sie zur Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre.

    Bitte beachten Sie, dass es sich dabei um einen Schätzwert handelt.

    Praxistipp: Die Höhe der Schuldsumme richtet sich nach den angemeldeten Forderungen. Wenn demnach eine Forderung nicht (ordnungsgemäß) angemeldet wurde, ist sie bei der Berechnung der 35 % nicht mitzurechnen.

    Video zur Verkürzung der Insolvenz auf drei Jahre:

    Antrag des Insolvenzschuldners – Keine automatische Verkürzung

    Eine zusätzliche Voraussetzung ist, dass der Schuldner einen Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung beim Insolvenzgericht stellt. Die Verfahrensverkürzung tritt nicht automatisch ein, wenn die Zahlungen erfolgt sind. Insolvenzschuldner müssen selbst einen Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung stellen. Der Antrag wird beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt. Im Antrag muss der Insolvenzschuldner die Voraussetzungen für die vorzeitige Entscheidung glaubhaft machen. Dazu gehört vor allem der Umstand, dass die entsprechende Summe abgeführt wurde.

    Bei einem Antrag auf Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre, hat der Insolvenzschuldner auch Angaben über die Herkunft der Mittel zu geben, die über die Beträge hinausgehen, die durch die Abtretungserklärung hinausgehen. Gemeint sind damit Beträge, die von Dritten zur Verfügung gestellt wurden. Keine Angabe über die Herkunft der Mittel ist daher notwendig, wenn die Beträge durch den Insolvenzschuldner selbst aufgebracht wurden, beispielsweise durch den monatlich pfändbaren Teil des Arbeitseinkommens.

    Richtiger Zeitpunkt für Antrag auf Verkürzung

    Der Zeitpunkt für die Antragstellung auf Erteilung der Restschuldbefreiung spielt eine wichtige Rolle. Sowohl bei der Verkürzung auf 5 Jahre, als auch bei der Verkürzung auf 3 Jahre, muss die volle Summe bereits an die Insolvenzmasse (Insolvenzverwalter/Treuhänder) abgeführt worden sein. Erst danach hat ein Antrag Aussicht auf Erfolg. Es ist daher nicht möglich, einen Antrag zu stellen, mit dem Hinweis, dass in naher Zukunft entsprechende Summe abführt sein wird. Dies ergibt sich aus der Formulierung des § 300 Abs.1 S.2 InsO („Hat der Schuldner die Kosten des Verfahrens berichtigt“).

    Anhörung der Beteiligten

    Nach § 300 Abs.1 S.1 InsO entscheidet das Gericht nach Anhörung der Insolvenzgläubiger, des Insolvenzverwalters oder Treuhänders und des Schuldners. Die Anhörung der Insolvenzgläubiger erfolgt durch öffentliche Bekanntmachung der anstehenden Entscheidung.

    Entscheidung über die (vorzeitige) Restschuldbefreiung

    Funktionell entscheidet bei der (vorzeitigen) Restschuldbefreiung bzw. der Verkürzung der Insolvenz nicht der Insolvenzrichter, sondern der Rechtspfleger. Das ergibt sich aus § 3 Nr.2 Buchst. E) RPflG. Nur wenn ein Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung vorliegt, wir die Sache dem Richter übergeben.

    Verkürzung der Insolvenz durch Vergleich in der Insolvenz

    Daneben besteht die Möglichkeit das Insolvenzverfahren durch eine Einigung mit den Gläubigern vorzeitig zu beenden. Nach erfolgreichem Abschluss der Vergleichsverhandlung in der Insolvenz kann zu jeder Zeit ein Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung gestellt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zur vorzeitigen Entschuldung durch Vergleich in der Insolvenz.

    Insolvenzplan: Restschuldbefreiung in 12 Monaten

    Mit einem erfolgreich durchgeführten Insolvenzplan kann die Insolvenz ebenfalls stark verkürzt werden. Grundsätzlich ist der Insolvenzplan jederzeit möglich, idealerweise wird er gleich zu Beginn des Insolvenzverfahrens durchgeführt.

    Beim Insolvenzplan kommt es auf die Mitwirkung der Gläubiger an. Mit der richtigen Taktik können ablehnende Gläubiger jedoch überstimmt werden. Viele Schuldnerberater lassen den Insolvenzplan “links liegen”, da er kompliziert ist und gute Planung benötigt. Als spezialisierte Anwaltskanzlei haben wir jedoch bereits gute Erfahrungen mit diesem Mittel zur Verkürzung der Insolvenz gemacht.

    Wir bereiten den Insolvenzplan gezielt vor, so dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein wird. Gerne beraten wir Sie zu dieser Möglichkeit.

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    22 Antworten
    1. Avatar
      says:

      Hallo,

      ich befinde mich aktuell im Insolvenzverfahren (noch nicht in der Wohlverhaltensphase).
      Ich bin auf die Möglichkeit gestoßen, das Verfahren auf 3 Jahre zu verkürzen.
      1. Ab wann zählen die 3 Jahre? Ab Eröffnung, oder ab Abschluss und damit Wohlverhaltensphase?
      2. Um auf 3 Jahre zu verkürzen, müssen die Kosten + 35% bis zum Ablauf des 3. Jahres bezahlt sein oder kann ich nach z.B. 3,5 Jahren den Antrag auf Verkürzung stellen? Oder kann ich nach Ablauf der 3 Jahre nur noch auf die 5 Jahre gehen?
      Ich weiß nicht, ob ich es in 3 Jahren schaffe, aber die Möglichkeit besteht, es in 3,5-4 Jahren zu erledigen. Dazu würde ich zu dem pfändbaren Lohn noch weiteres Geld (“freiwillig”) abtreten.

      Mit freundlichen Grüßen
      Florian

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        die drei Jahre beginnen mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Summe muss genau bis zum Stichtag gezahlt sein. Da man jedoch die Kosten nicht auf den Euro genau einschätzen kann, ist es schwierig, die Summe durch Sonderzahlungen zu erreichen, da man ja gar nicht weiß, wie hoch die Zahlung sein muss. Hier ist man auf Auskünfte des Insolvenzverwalters angewiesen.
        Hat man zum Stichtag die Summe nicht vollständig eingezahlt, bleibt nur die Verkürzung auf fünf Jahre.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    2. Avatar
      says:

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      Anfang April 2020 könnte ich meine Privatinsolvenz auf 5 Jahre verkürzen.
      Die Verfahrenskosten sind bis auch bis heute bereits beglichen.
      Muss ich nun einen formlosen Antrag beim Gericht stellen oder gibt es dafür eine Vorlage?

      Vielen Dank für Ihre Bemühungen im Voraus

      • Andre Kraus
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        der Antrag ist grundsätzlich formlos möglich, sollte aber einen bestimmten Inhalt haben:

        – das Aktenzeichen
        – Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung nach fünf Jahren gemäß § 300 InsO
        – Datum der Insolvenzeröffnung
        – Nachweis über die Erledigung der Verfahrenskosten
        – Bitte um entsprechende MItteilung, falls noch weitere Nachweise erforderlich sein sollten

        Mit freundlichen Grüßen

        Andre Kraus
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    3. Avatar
      says:

      Sehr geehrter Herr Dr. Ghendler,

      am 13.03.2020 kann ich meine Insolvenz vorzeitig nach 5 Jahren beenden. Mein IV hat mir bestätigt, dass die Verfahrenskosten gedeckt und die Voraussetzungen erfüllt sind. Jetzt wollte ich den Antrag bereits im Dezember 2019 stellen, damit ich dann auch zeitnah (nach dem 13.03.2020) eine Entscheidung vom Gericht habe. Nun schreibt mir mein IV, dass der Antrag erst nach dem 13.03.2020 gestellt werden darf. Er würde mir den Antrag fertigmachen, so dass ich diesen dann nur unterschreiben muss. Das mit dem schon fertigen Antrag finde ich ja sehr nett aber ich habe bisher keine Information gefunden, die besagt, dass ich – auch wenn alle Voraussetzungen bereits erfüllt sind – den Antrag erst nach Ende der 5 Jahre stellen darf. Können Sie mir da weiterhelfen?
      Vielen Dank im Voraus!

      Mit freundlichen Grüßen
      Daniela

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        vielen Dank für Ihren Hinweis. Mir war bekannt, dass der Antrag in manchen Fällen als verfrüht zurückgewiesen wurde, wenn er beispielsweise schon sechs Monate vor Ablauf der fünf Jahre gestellt wurde. Bislang war mir aber kein Fall bekannt, in dem der Antrag grundsätzlich gar nicht vor Ablauf der fünf Jahre gestellt werden durfte. Der Antrag wird beim zuständigen Gericht gestellt, so dass der Insolvenzverwalter nicht darüber zu entscheiden hat, wann Sie den Antrag stellen.
        Grundsätzlich kommt es nur darauf an, dass die Voraussetzungen rechtzeitig zum Stichtag erfüllt sind, nicht darauf, wann der Antrag gestellt wird. Alle pfändbaren Beträge, die nach Ablauf des Stichtags noch gepfändet werden, können Sie zurückfordern.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    4. Avatar
      says:

      Hallo Herr Ghendler,
      Bin Seit 02/15 in der Insolvenz, würde gerne die Verkürzung auf 5 Jahre in Anspruch nehmen.
      Das Geld dafür könnte ich mir von Freunden leihen. Muss ich das dem Insolvenzberater ankündigen, oder kann ich den Antrag direkt am Gericht stellen ?
      Noch eine Frage ist es richtig das ich eine Lohnpfändung SOWIE eine Kontopfändung bekomme ?

      MfG Birgit

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        für die Verkürzung auf fünf Jahre ist es gemäß § 300 InsO nicht erforderlich, Angaben zu machen, woher der Betrag stammt. Vor der Einmalzahlung sollten Sie sich beim Treuhänder evtl. nach der richtigen Kontoverbindung erkundigen, ansonsten ist eine Ankündigung zwar nicht erforderlich, dennoch ist generell eine Kontaktaufnahme zu empfehlen.

        in der Insolvenz gehen Pfändungen ins Leere, generell ist es aber die Regel, dass sowohl Konto- als auch Lohnpfändung parallel betrieben werden.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    5. Avatar
      says:

      Hallo, ich habe im Januar einen Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung (nach 5 Jahren) gestellt. Ablauf der 5 Jahre war am 15.08.2019. Aufgrund des wohl hohen Krankenstandes beim Amtsgericht (habe mehrfach nachgefragt und erstmals im Oktober schriftlich etwas zu meinem Antrag gehört) wurde der Antrag nunmehr im Oktober soweit positiv beschieden gefolgt von der üblichen 4-wöchigen Einspruchsfrist. Wird hier eine Abrechnung zum Stichtag 15.08. erfolgen? Viele Grüße und vielen Dank im Voraus!

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        in diesem Fall ist die Regelung des § 299 InsO analog anzuwenden. Das bedeutet, dass Sie die ab dem Stichtag gepfändeten Beträge zurückfordern können.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    6. Avatar
      says:

      Guten Tag Herr Ghendler,
      Ich befinde mich seit Juli 2017 und Privatinsolvenz.
      Laut meines Treuhänders sind sämtliche Verfahrenskosten beglichen und 62% der Forderungen verteilt. (Stand Februar 2019)
      Ich habe von meinem Treuhänder ein Schreiben bekommen, wie der Stand auf dem Anderkonto aussieht. Der erforderliche Betrag (komplette Schuldsumme) ist bereits überschritten. Ich habe den Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung beim Insolvenzgericht gestellt. Mir wurde daraufhin mitgeteilt, dass die vorzeitige Restschuldbefreiung erst 2020 möglich ist. Das verstehe ich nicht, ich habe alle Forderungen und Verfahrenskosten an den Treuhänder beglichen. Warum bekomme ich nicht die sofortige Restschuldbefreiung?
      Vielen Dank für Ihre Hilfe.

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        leider ist es tatsächlich nur möglich, die Insolvenz auf drei Jahre zu verkürzen. Eine weitere Verkürzung auf weniger als drei Jahre ist aktuell nicht möglich. In Ihrer Situation, bei einer derart hohen Rückzahlungsquote, wäre vermutlich ein außergerichtlicher Vergleich die beste Entschuldungsalternative gewesen. Ein Vergleich ist auch in der Insolvenz noch möglich, allerdings vermutlich in Ihrem Fall nicht mehr zielführend. Gerne können wir Sie trotzdem diesbezüglich kostenlos beraten.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht.

    7. Avatar
      says:

      ich habe jetzt 2 jahre schon rum und vom gericht schon eine Rechtschuldbefreiung erhalten wollte verkürzen auf 3 jahre musd ich das mit dem verwalter nochmal klären er wris das ich verkürzen möchte oder soll ich bei Gericht nochmal nachfragen

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Frau Betz,

        zur Verkürzung der Insolvenz auf drei Jahre müssen Sie einen Antrag beim zuständigen Gericht stellen. Der Insolvenzverwalter kann Ihnen die Bestätigung geben, dass die notwendigen Beträge mittlerweile zurückgezahlt worden sind.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

    8. Avatar
      says:

      Hallo Herr Dr. Ghendler,
      Ich habe über meine Insolvenzschulden HINAUS abgetreten. Die vorzeitige Restschuldbefreiung (ohne REST da ÜBER 100% abbezahlt und Verfahrenskosten und Vergütung des Insolvenzverwalters auch) Jetzt müsste ich, nachdem das Urteil rechtskräftig ist, noch xxx Euro von meinem Insolvenzverwalter zurückbekommen…. und das weiß er auch… aber jetzt rührt er sich nicht mehr. Ich habe noch nicht einmal den Abschlussbericht bekommen!

      Mit freundlichem Grüßen

      Hanna L

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrte Fragestellerin,

        in diesem Falle sollten Sie sich unbedingt an das Insolvenzgericht wenden. Erst wenn dies ergebnislos bleibt, sollten Sie mit anwaltlicher Hilfe Regressansprüche gegen den Verwalter in Erwägung ziehen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    9. Avatar
      says:

      Wir sind Schwerbehinder 100 % Kann verkürzer Privatinsolvenz ?
      Danke !

      Grüßen lars -oliver

    10. Avatar
      says:

      Sehr geehrte Damen und Herren

      ich befinde mich seit Aug. 2014 in Regelinsolvenz. Nach Aussage meines IV sind die Voraussetzungen für ein vorzeitige Beendigung nach 5 Jahren gegeben. ist es besser diesen Antrag bei Gericht von einem Anwalt stellen zu lassen?

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Fragesteller,

        den Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung können Sie auch selbst beim zuständigen Insolvenzgericht stellen. Es ist keine anwaltliche Vertretung erforderlich.
        Im Antrag muss laut Gesetz (§ 300 ABs. 2 Satz 3 InsO) glaubhaft gemacht werden, dass die Voraussetzungen für die Verkürzung vorliegen. Hierzu ist nicht unbedingt ein Nachweis durch Bestätigung des Insolvenzverwalters / Treuhänders erforderlich, es wäre aber empfehlenswert.

        Mit freundlichen Grüßen,

        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

    11. Avatar
      says:

      Moin
      Ich befinde mich in der Privatinsolvenz,im Februar 2020 sind fünf Jahre verstrichen alle erforderlichen Kosten seitens Gericht und Insolvenzverwalter wären abgedeckt,sowie die erforderlichen 35%.
      Nun habe ich eine Frage,da mir mein Insolvenzverwalter die Auskunft verweigert oder besser gesagt mich an einen Fachanwalt verweist,könnte ein Gläubiger mir die Schuldbefreiung verwehren?In der Insolvenzverordnung finde ich immer die “oder” Möglichkeit.
      Vielen Dank für ihre Auskunft im voraus.

      Mit freundlichen Grüßen

      Mario Palm

      • Dr. V. Ghendler
        says:

        Sehr geehrter Herr Palm,

        Sie können beim zuständigen Gericht den Antrag auf eine Verkürzung der Insolvenz auf fünf Jahre stellen. Ein Gläubiger kann beantragen, dass Ihnen die Restschuldbefreiung verwehrt wird, wenn dafür ein Grund vorliegt. Die möglichen Gründe können Sie in unserem Betrag zum Thema Versagung der Restschuldbefreiung nachlesen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. V. Ghendler
        Rechtsanwalt

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