Eine Insolvenz kann grundsätzlich von jeder Privatperson und jedem Unternehmen angemeldet werden

Die Insolvenz kann von Arbeitnehmern, Beamten, Arbeitslosen, Rentnern, Hausfrauen und ALG II Empfängern beantragt werden. Des Weiteren können auch selbstständig tätige Personen, Freiberufler und Kleinunternehmer Insolvenz anmelden.

Grundsätzlich dient das Insolvenzverfahren der Entschuldung des jeweiligen Antragstellers. Es soll eine neue, schuldenfreie Zukunftsperspektive geschaffen werden.

Die Staatsangehörigkeit ist für die Insolvenz unerheblich

Für die Anmeldung einer Insolvenz ist es nicht notwendig, die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen. Ausländische Staatsbürger mit Wohnort in Deutschland können ebenfalls die Insolvenz  beantragen.

Das richtige Insolvenzverfahren: Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz

Die Insolvenzordnung sieht zwei verschiedene Insolvenzverfahren vor: die Privatinsolvenz und die Regelinsolvenz.

Wenn Sie niemals selbständig waren, ist die Privatinsolvenz für Sie das richtige Verfahren. Das Gleiche gilt für ehemals Selbständige, falls diese nicht mehr als 19 Gläubiger und keine Schulden im Zusammenhang mit früheren Arbeitnehmern haben.

Auch für Kleinunternehmer kommt Privatinsolvenz in Betracht. Sie können Privatinsolvenz beantragen, wenn Sie Gewerbetreibender oder Freiberufler sind. Die wichtigste Voraussetzung hierbei ist, dass ihre Unternehmung als klein eingestuft werden kann (§ 304 Abs. 1 InsO). In diesem Fall kommen sie einer Privatperson gleich.

Sollten Sie Selbständig sein und Ihre Selbständigkeit behalten wollen, so ist das Regelinsolvenzverfahren für Sie das richtige Verfahren.

Wiederaufnahme Ihrer selbstständigen Tätigkeit nach Eröffnung der Insolvenz

Falls Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung Ihre selbstständige Tätigkeit eingestellt haben, können Sie diese mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens selbstverständlich wieder aufnehmen.

Die Insolvenz kann auch von einem Ihrer Gläubiger beantragt werden – Reagieren Sie dann sofort!

Unter Umständen kann auch einer Ihrer Gläubiger einen Insolvenzantrag für Sie stellen. In der Praxis tun dies häufig stellen, die einen quasi öffentlichen Auftrag bzw. Zweck verfolgen. Dies sind z. B. das Finanzamt, eine Berufsgenossenschaft oder eine Krankenkasse.

Falls ein Gläubigerantrag vorliegt, müssen Sie schnellstmöglich reagieren.

Überschlagen Sie, ob Sie zahlungsunfähig sind oder den Antrag noch durch Zahlung abwenden können. Falls Sie Ihre Zahlungsunfähigkeit annehmen, müssen Sie innerhalb der vom Gericht gesetzten Erklärungsfrist einen eigenen Insolvenzantrag stellen. Ansonsten erhalten Sie keine Restschuldbefreiung.

Nach Ihrem Antrag haben Sie 3 Monate Zeit (§ 305 Abs. 3 S. 3 InsO) genau zu prüfen, ob Sie Zahlungsunfähig sind und welches Insolvenzverfahren für Sie in Betracht kommt.

Nehmen Sie zur Beantwortung dieser Fragen qualifizierte Hilfe in Anspruch – unsere Beratungshotline steht Ihnen dafür kostenfrei und unverbindlich zur Verfügung.

Was sie für einen Insolvenzantrag benötigen

Wenn Sie sich entscheiden, Insolvenz zu beantragen, ist es zunächst unerlässlich, Ihre Unterlagen zu ordnen und zu vervollständigen. Folgende Dokumente sollten Sie als Voraussetzung für die Anmeldung eines Insolvenzverfahrens beibringen:

Gläubigerverzeichnis

Für die Anmeldung der Insolvenz benötigen wir die Übersicht über Ihre Gläubiger. Auf diese Weise können wir uns genauen Überblick über Ihre aktuelle Situation verschaffen. Wir übermitteln Ihnen hierzu eine Liste, in welche Sie Ihre Gläubiger eintragen. Sollten Sie nicht alle Gläubiger kennen bzw. welche vergessen haben, ermitteln wir diese für Sie. Wir suchen die sog. „vergessenen Gläubiger“ durch Auskünfte der Schufa, Infoscore und den Schuldnerregistern der Amtsgerichte. Im Anschluss führen wir direkte Abfragen bei den Gläubigern durch, um alle für den Antrag auf Insolvenz benötigten Angaben zu vervollständigen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass Ihr Antrag auf Insolvenz richtig und vollständig erstellt wird.

Angaben zu Einkommen und Vermögen

Für die Anmeldung der Insolvenz benötigen wir zudem detaillierte Angaben zu Ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Hierdurch stellen wir sicher, dass Sie wirklich zahlungsunfähig bzw. von einer unabkehrbaren Zahlungsunfähigkeit bedroht sind. Andernfalls überlegen wir gemeinsam eine andere Lösung für Ihre Entschuldung. Auch hier senden wir Ihnen einen speziell auf die Bedürfnisse eines Insolvenzantrages zugeschnittenen Fragebogen zu.

Bescheinigung über das Scheitern eines außergerichtlichen Einigungsversuches nach § 305 InsO

Sollten Sie selbstständig oder ehemals selbstständig sein, benötigen Sie als eine weitere Voraussetzung für einen Insolvenzantrag die Bescheinigung über einen gescheiterten außergerichtlichen Einigungsversuch nach § 305 InsO. Im Vorfeld des Antrags bieten wir Ihren Gläubigern einen Vergleich an, der meist abgelehnt wird. Da wir als zugelassene Anwaltskanzlei eine anerkannte Stelle nach § 305 InsO sind, dürfen wir Ihnen das Scheitern des Einigungsversuchs schriftlich bestätigen. Sie erhalten die benötigte Bescheinigung und somit die Grundlage für Ihren Insolvenzantrag direkt von uns.

Fanden Sie dieses FAQ hilfreich? Geben Sie eine Bewertung ab!

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 Stimmen, durchschnittlich: 5,00 aus 5)
Loading...

Jetzt kostenfreie anwaltliche Erstberatung nutzen:

Wir vertreten Sie anwaltlich bei Ihrer Entschuldung - BUNDESWEIT.

KOSTENFREIE ERSTBERATUNGJetzt kostenfreie anwaltliche Erstberatung nutzen:0221 – 6777 00 55(Mo. – So. von 9 – 22 Uhr / Bundesweit)Oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

2 Antworten zu “Insolvenz anmelden : Wer darf eine Insolvenz anmelden?”

  1. Harald Werner sagt:

    Guten Tag
    Ich habe ein problem
    ich kann das Finanzamt nicht zahlen
    und auch nicht das Gewerbe Amt
    habe auch schon versucht um eine Herabsetzung der
    Umsatzsteuer Vorauszahlung bei dem Finanzamt
    und Ratenzahlung
    Beide male wurde es Abgelehnt
    ich habe weniger Einnahmen als 2015
    finanziel geht es nicht mehr ich weis nicht mehr weiter
    ich bin mit meinem Latein am Ende

    • V. Ghendler V. Ghendler sagt:

      Sehr geehrter Herr Werner,

      in Ihrer Situation kommt eine Regelinsolvenz in Betracht.

      Gerne möchten wir Ihnen ein kostenfreies telefonisches Erstberatungsgespräch anbieten. In diesem Gespräch können wir Ihre Situation zunächst gemeinsam erörtern und im Anschluss besprechen, wie wir in Ihrem Fall am besten vorgehen können.

      Bitte rufen Sie uns dazu an unter: 0201 – 857 954 07

      Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

      Mit freundlichen Grüßen

      V. Ghendler
      Rechtsanwalt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.