Beginn des Insolvenzverfahrens: Besteht Mindesthöhe der Schulden?

Das Insolvenzverfahren ist für Sie eine gute Wahl, wenn Sie nach Zahlung der Raten Ihrer Verbindlichkeiten weniger Geld zur Verfügung haben, als Ihr unpfändbares Einkommen gemäß der Pfändungstabelle betragen würde und keine oder nur geringe Aussicht besteht, dass sich dieser Zustand in absehbarer Zeit ändern wird. Eine bestimmte Mindesthöhe für die Schulden besteht nicht. Es steht also in Ihrem eigenen Ermessen, ob Sie das Insolvenzverfahren beginnen möchten.

In diesen Fällen ist der Beginn eines Insolvenzverfahrens nicht möglich

Keine Möglichkeit, ein Insolvenzverfahren zu beginnen, besteht lediglich dann, wenn

  • der Schuldner zahlungsunwillig ist, das heißt die Verbindlichkeiten zurückzahlen könnte, aber es lediglich nicht möchte
  • ein vorübergehender oder geringfügiger Liquiditätsengpass besteht, der in absehbarer Zeit beendet sein wird.

Darauf kommt es bei der Entscheidung an

Bei keinem oder nur geringem Einkommen gilt als Richtwert ein Betrag von 2000 €. Ab diesem Betrag wird ein Insolvenzgrund angenommen, wenn erkennbar ist, dass die Person in absehbarer Zeit ihre Schulden nicht tilgen kann. Bei höherem monatlichen Einkommen kommt es neben der Schuldenhöhe auch auf die monatlichen Raten an, die die Person zu zahlen hat. Zudem kommt es darauf an, ob Unterhaltspflichten gegenüber Ehepartner und Kindern vorliegen.

Um die Entscheidung für oder gegen einen Insolvenzantrag zu treffen, muss eine angemessene Prognose darüber getroffen werden, ob die Schulden in den nächsten Jahren abbezahlt werden können. Wir helfen Ihnen gerne eine richtige Einschätzung – unter der Berücksichtigung möglicher Risiken – zu treffen. Wir beraten Sie zu der Möglichkeit, einen außergerichtlichen Vergleich mit Ihren Gläubigern durchzuführen oder eine Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz zu beantragen.

  1. Avatar
    Katharina Hergert sagt:

    Guten Tag

    Ich hab da eine verzwickteSituation.
    Ein Bekannter von mir ist hoch verschuldet es laufen auch schon Pfändungs- und Vollstreckungsverfahren gegen ihn.
    Er kümmert sich aber nicht.
    Hab es auch diese Tage es herausgefunden das es so schlimm ist.
    Nun wollte ich fragen ob ich als aussenstehende Person für ihn ein Insolvenzverfahren aufgeben kann?oder nur er das selbst machen kann
    Mit freundlichen grüßen

    Antworten
    • Dr. V. Ghendler
      Dr. V. Ghendler sagt:

      Sehr geehrte Frau Hergert,

      vielen Dank für Ihre Frage und Ihre Sorge um Ihren Bekannten. Den Insolvenzantrag müsste Ihr Bekannter selbst unterschreiben, ansonsten ist es nicht möglich, das Insolvenzverfahren zu beginnen. Alternativ müsste er eine Vollmacht erteilen und auch diese selbst unterschreiben.
      Als Gläubiger ist es ebenfalls möglich, den Insolvenzantrag für einen Schuldner zu stellen, allerdings hätte dies negative Konsequenzen für Ihren Bekannten.
      Sie könnten ihn also höchstens davon überzeugen, beispielsweise mit uns Kontakt aufzunehmen und seine Schuldensituation so zu lösen. Beispielsweise könnten Sie ihm auch sagen, dass durch die Insolvenz die Pfändungen beendet sind und er sämtliches Einkommen bis zum Pfändungsfreibetrag behalten kann.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

      Antworten
  2. Avatar
    Louisa sagt:

    Guten Tag, mein Vater strebt scheinbar ein Insolvenzverfahren an. Ich habe ein Auto besitze auch den Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein welches aber auf seinen Namen versichert/angemeldet ist. Muss ich befürchten dass dieses Auto (bereits vollständig bezahlt) gepfändet wird?
    Liebe Grüße

    Antworten
    • Dr. V. Ghendler
      Dr. V. Ghendler sagt:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      in diesem Fall kann es passieren, dass der Insolvenzverwalter annimmt, dass das Fahrzeug Ihrem Vater gehört, da es auf ihn angemeldet ist. In diesem Fall wird er das Fahrzeug pfänden. Sie können dann eine sogenannte Drittwiderspruchsklage erheben. Dann wird das Gericht prüfen, wer der tatsächliche Eigentümer des Autos ist.
      Sie sollten daher in Erwägung ziehen, das Auto umzumelden. Im Falle einer Privatinsolvenz sollten Sie dem Insolvenzverwalter daher sofort mitteilen, dass Sie Eigentümerin des Autos sind und dies mittels Kaufvertrag, Fahrzeugbrief und idealerweise Rechnungen / Kontoauszügen belegen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

      Antworten
    • Dr. V. Ghendler
      Dr. V. Ghendler sagt:

      Sehr geehrte Fragestellerin,

      eine kostenlose Einschätzung Ihrer Situation und ob eine Privatinsolvenz oder eine andere Entschuldungsalternative für Sie die richtige Strategie ist, um sich von den Schulden zu befreien, geben wir Ihnen im Rahmen unserer telefonischen Erstberatung. Sie können uns dafür unter 0221 – 6777 0055 oder info@anwalt-kg.de kontaktieren.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

      Antworten
  3. Avatar
    Heiner Nill sagt:

    Ich habe die Absicht eine GmbH & Co. KG zu schließen, auf deren Aktivseite ca. 600.000 € als Forderungen gegen Gesellschafter stehen. Einzige Gesellschafter sind die Komplementär – GmbH und ich. Die GmbH gehört auch mir. Laut meiner Steuerberaterin entsteht durch die Schließung ein steuerpflichtiger Gewinn in 6 stelliger Höhe. Die Steuer kann ich nicht bezahlen und trage mich deshalb mit dem Gedanken einer Privatinsolvenz. Weitere Gläubiger existieren nicht, außer ich würde die Kreditlinien meiner Kreditkarten voll ausschöpfen. Meine einzigen Einnahmen sind ca. 517,- € Rente. Darüber hinaus verfüge ich mit meiner Frau über ein Wohnrecht auf Lebenszeit. Meine Frau und ich haben Gütertrennung. Kann ich im Rahmen Ihrer Erstberatung einen Rat für die richtige Vorgehensweise erwarten?

    Antworten
    • Dr. V. Ghendler
      Dr. V. Ghendler sagt:

      Sehr geehrter Herr Nill,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Im Rahmen der kostenlosen Erstberatung werden wir Ihre Situation bestmöglich einschätzen und Ihnen mitteilen, welche Vorgehensweise die richtige wäre, auch wenn es sich anhand Ihrer Angaben durchaus um einen komplexen Sachverhalt handelt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt

      Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Fanden Sie dieses FAQ hilfreich? Geben Sie eine Bewertung ab!

(21 Stimmen, 4,05 Durchschnitt)
Loading...

Sie wollen endgültig schuldenfrei werden?

Sicher schuldenfrei in 3, 5 oder 6 Jahren – BUNDESWEIT vom Fachanwalt

KOSTENFREIE ERSTBERATUNGJetzt kostenfreie anwaltliche Erstberatung vereinbaren:0221 – 6777 00 55(Mo. – So. von 9 – 22 Uhr / Bundesweit)Oder nutzen Sie unser Kontaktformular..
Gerne können Sie die Unterlagen auch hier herunterladen und uns direkt beauftragen.Dokumenten-Download