Das Insolvenzverfahren ist für Sie eine gute Wahl, wenn Sie nach Zahlung der Raten Ihrer Verbindlichkeiten weniger Geld zur Verfügung haben, als Ihr unpfändbares Einkommen gemäß der Pfändungstabelle betragen würde und keine oder nur geringe Aussicht besteht, dass sich dieser Zustand in absehbarer Zeit ändern wird. Eine bestimmte Mindesthöhe für die Schulden besteht nicht. Es steht also in Ihrem eigenen Ermessen, ob Sie das Insolvenzverfahren beginnen möchten.

Keine Möglichkeit, ein Insolvenzverfahren zu beginnen, besteht lediglich dann, wenn

  • der Schuldner zahlungsunwillig ist, das heißt die Verbindlichkeiten zurückzahlen könnte, aber es lediglich nicht möchte
  • ein vorübergehender oder geringfügiger Liquiditätsengpass besteht, der in absehbarer Zeit beendet sein wird.

Bei keinem oder nur geringem Einkommen gilt als Richtwert ein Betrag von 2000 €. Ab diesem Betrag wird ein Insolvenzgrund angenommen, wenn erkennbar ist, dass die Person in absehbarer Zeit ihre Schulden nicht tilgen kann. Bei höherem monatlichen Einkommen kommt es neben der Schuldenhöhe auch auf die monatlichen Raten an, die die Person zu zahlen hat. Zudem kommt es darauf an, ob Unterhaltspflichten gegenüber Ehepartner und Kindern vorliegen.

Um die Entscheidung für oder gegen einen Insolvenzantrag zu treffen, muss eine angemessene Prognose darüber getroffen werden, ob die Schulden in den nächsten Jahren abbezahlt werden können. Wir helfen Ihnen gerne eine richtige Einschätzung – unter der Berücksichtigung möglicher Risiken – zu treffen. Wir beraten Sie zu der Möglichkeit, einen außergerichtlichen Vergleich mit Ihren Gläubigern durchzuführen oder eine Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz zu beantragen.

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