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Kosten des Insolvenzverfahrens

Bekannt aus:

Kosten im Insolvenzverfahren

Im Insolvenzverfahren entstehen Verfahrenskosten und anwaltliche Gebühren der Vorbereitung und Begleitung des Insolvenzantrags.
Die Verfahrenskosten unterscheiden sich je nach Verfahrensart:

  • Privatinsolvenz
  • Regelinsolvenz

Andre Kraus ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und Gründer der KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwaltskanzlei. Seit 2012 ist er auf die Entschuldung und Beratung von Personen mit finanziellen Schwierigkeiten spezialisiert.

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Gerichtskosten im Privatinsolvenzverfahren

Im Privatinsolvenzverfahren betragen die durchschnittlichen Gerichtskosten 1.700 bis 2.500 Euro. Sie umfassen die Kosten des Insolvenzgerichtes und des Insolvenzverwalters. Der Gesetzgeber hat den Insolvenzschuldnern die Option eingeräumt, die erforderlichen Gerichtskosten erst nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode zu begleichen (§ 4a InsO – Stundung). Nach dem Eintritt Ihrer Entschuldung wird Ihnen zu diesem Zweck die Möglichkeit einer Zahlung in kleinen Raten eröffnet. Die Höhe der Raten wird von Ihrem Einkommen nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode abhängen. Sollten Sie nur ein geringes Einkommen haben oder erwerbslos sein, werden Sie nichts zahlen müssen (sogenannte Nullraten). Sollten die Raten klein angesetzt werden, werden Sie nach 48 Monaten nicht mehr weiterzahlen müssen, unabhängig davon, ob sie die Gerichtskosten vollständig getilgt haben (§ 4b InsO, §§ 115, 120 ZPO). Angenommen, Ihre Gerichtskosten betrugen 2.500 Euro. Sollten Ihre Monatsraten bei 30 Euro angesetzt sein, würden Sie nach 48 Monaten lediglich 1.440 Euro bezahlt haben. Dennoch müssen Sie nicht weiterzahlen.

Gebühren im Privatinsolvenzverfahren

Kostenfrei bei Beratungshilfe

Die Gebühren der Vorbereitung und Begleitung des Privatinsolvenzverfahrens decken die anwaltlichen Kosten. Wir begleiten Ihren Privatinsolvenzantrag kostenfrei, wenn Sie Beratungshilfe beantragen. Die besten Aussichten auf Beratungshilfe haben Sie, wenn Sie sich von einer öffentlichen Schuldenberatung schriftlich bestätigen lassen, dass Sie auf einen Beratungstermin länger als 6 Monate (je nach Wohnsitz) warten müssen. Die öffentlichen Schuldenberatungen freuen sich meistens darüber, Ihnen diese Bestätigung auszustellen, weil sie dadurch etwas entlastet werden. Sollte es wider Erwarten nicht klappen, bieten wir Ihnen grundsätzlich an, Ihre Entschuldung auf Raten zu finanzieren.

Gerichtskosten im Regelinsolvenzverfahren

Die Gerichtskosten im Regelinsolvenzverfahren hängen vom Wert der Insolvenzmasse ab. Weil sie sich im Einzelfall stark unterscheiden können, kann ein Durchschnittswert nicht pauschal angegeben werden. Auch sie können nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode und dem Eintritt Ihrer Entschuldung in kleinen Raten bezahlt werden (§ 4a InsO – Stundung).

Gebühren im Regelinsolvenzverfahren

Kostenfrei bei Auffanggesellschaft und Beratungshilfe

Unter Umständen begleiten wir Ihren Regelinsolvenzantrag kostenfrei. Dies wird möglich, wenn eine Auffanggesellschaft gegründet wird. Dann beantragen Sie Regelinsolvenz und können Beratungshilfe beantragen.

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2 Kommentare
  1. Avatar
    says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    im Dezember 2016 endete meine Privatinsolvenz und mir wurden abschließend über 1.800 € Gerichtskosten in Rechnung gestellt. Da ich den Betrag nicht aufbringen konnte, wurde mir eine Ratenzahlung von mtl. 10 € gewährt. Ein Betrag von ca. 1.400 € ist also aktuell noch offen.
    Im Internet konnte ich lesen, dass nach 3 Jahren diese Kosten erlassen werden können, wenn sich die Einkommensverhältnisse nicht mehr verändert haben (Hartz4). Das ist bei mir der Fall.
    Können in meinem Fall die Gerichtskosten erlassen werden oder habe ich da etwas missverstanden? Ich müsste dann einen Antrag beim Amtsgericht stellen?

    Sind die Einträge bei der Schufe mittlerweile gelöscht? Ich will nämlich ein neues Girokonto eröffnen. Evtl. wissen Sie auch hier Bescheid?

    Besten Dank für Ihre Hilfe!

    Sonnige Grüße
    Rolf

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      gemäß § 4b Abs. 2 InsO in Verbindung mit § 115 Abs. 2 S. 4 ZPO gilt eine Höchstzahl von 48 monatlichen Raten zur Zahlung der Gerichtskosten nach der Insolvenz. Es gilt also eine Dauer von vier Jahren, danach fallen keine weiteren Zahlungen mehr an. Dies müsste das Gericht selbst beschließen, wenn nicht, weisen Sie es darauf hin.

      Der Eröffnung eines neuen Kontos sollte nichts im Wege stehen, denn der Schufa-Eintrag ist bereits nach drei Jahren zu löschen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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