Viele Mandanten fragen uns, wo liegt der Unterschied zwischen der Pfändungstabelle und dem Pfändungsfreibetrag beim P-Konto liegt. Denn es kommt in der Praxis häufig vor, dass der Schutz des P-Kontos mit dem Schutz der Pfändungstabelle nicht übereinstimmt.

Pfändungstabelle berücksichtigt Unterhaltspflichten und Einkommen

Hierbei sollte man Folgendes wissen: Die Pfändungstabelle berücksichtigt die Anzahl der Unterhaltspflichten und auch die Höhe des Einkommens. Der Gesetzgeber möchte Leistung belohnen und hat festgelegt hat, dass jeder 3. Euro über dem Grundbetrag zusätzlich unpfändbar ist.

Das P-Konto soll dagegen einen schnellen Schutz vor Kontopfändung ermöglichen. Im Gegensatz zur Pfändungstabelle, legen starre Grenzen den unpfändbaren Betrag beim P-Konto fest. Diese Grenzen können schnell berechnet werden. Auf diese Weise wird ein effektiver Mindestschutz ermöglicht. Denn die Bank – die das P-Konto führt – kann die Höhe des Einkommens oder unpfändbare Bestandteile wie beispielsweise Zuschläge nicht monatlich überprüfen.

Ich möchte Ihnen dies an einem Beispiel erläutern: Herr Müller verdient 2400 Euro netto, hat keine Unterhaltspflichten und befürchtet eine Pfändung auf seinem Konto. Würde er sich eine P-Konto Bescheinigung holen, würden wir nach einem Blick in die Bescheinigung feststellen, dass danach 1.133,80 Euro unpfändbar wären. Dabei handelt es sich um einen sog. unpfändbaren Grundbetrag. Genau dieser Betrag würde dann auch die Bank im Rahmen des P-Kontos freigeben.

Banken wenden starre Pfändungsgrenzen an

Schauen wir dagegen in die Pfändungstabelle, sehen wir fest, dass 1.513,66 Euro unpfändbar sind – also fast 400 Euro mehr. Hat die Bank hier einen Fehler gemacht? Nein. Die Bank wendet nämlich starre Grenzen an und kann nicht prüfen, ob Sie beispielsweise in einem Monat mehr oder weniger verdienen. Die Bank ist auf vereinfachte P-Konto Bescheinigung angewiesen.

Anders sieht es zum Beispiel bei einer Pfändung bei Ihrem Arbeitgeber aus. Dieser muss und kann genau prüfen, wie hoch der pfändbare Betrag ist. Er kennt ihr monatliches Einkommen und Ihre Unterhaltspflichten und kann sich nicht auf starre Grenzen berufen. Um die Grenze beim P-Konto anzuheben besteht die Möglichkeit einen entsprechenden Antrag beim Vollstreckungsgericht zu stellen. Dann würde Ihnen in Ihrem Fall monatlich wesentlich mehr zur Verfügung stehen – in unserem Beispiel satte 400 Euro monatlich.

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