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Privatinsolvenz beantragen: Wer ist berechtigt?

Bekannt aus:
  • Bild Restschuldbefreiung

Antragsberechtigt sind alle Privatpersonen

Die Privatinsolvenz kann von allen Privatpersonen unabhängig von ihrer Erwerbstätigkeit beantragt werden: von Arbeitnehmern , Beamten, Arbeitslosen, Rentnern, Hausfrauen, ALG II Empfängern oder Kleinunternehmern.

Das im Jahr 2001 in Deutschland eingeführte Privatinsolvenzverfahren soll allen in finanzielle Schieflage geratenen Privatpersonen die Möglichkeit geben, einen neuen Lebensabschnitt ohne Schulden zu beginnen. Um allen Menschen eine Perspektive zu eröffnen, hat der Gesetzgeber dabei keinen Unterschied gemacht , ob Sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder nicht. Deshalb können beispielsweise Rentner, Arbeitslose, Hausfrauen oder ALG II Empfänger Privatinsolvenz beantragen.

Antrag unabhängig von der Staatsangehörigkeit:

Privatinsolvenz auch für ausländische Staatsbürger – Aus denselben Erwägungen können selbstverständlich auch ausländische Staatsbürger mit Wohnort in Deutschland Privatinsolvenz beantragen.

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Antrag auch als Kleinunternehmer: nur bei übersichtlichen Vermögensverhältnissen (bis 19 Gläubiger) bzw. ohne Schulden gegenüber früheren Angestellten

Auch für Kleinunternehmer kommt Privatinsolvenz in Betracht. Sie können Privatinsolvenz beantragen, wenn Sie Gewerbetreibender oder Freiberufler sind. Hauptvoraussetzung ist dabei, dass ihre Unternehmung als klein eingestuft werden kann (§ 304 Abs. 1 InsO). Nur dann kommen sie einer Privatperson gleich. Folgende Voraussetzungen bestehen für Selbstständige zur Beantragung der Privatinsolvenz:Sie sollten Ihre selbstständige Tätigkeit beendet haben, bevor sie den Insolvenzantrag gestellt haben, 19 oder weniger Gläubiger haben und keine Ihrer Schulden sollte aus einem Arbeitsverhältnis mit einem früheren Arbeitnehmer stammen.

Wiederaufnahme Ihrer selbstständigen Tätigkeit nach Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens

Falls Sie zum Zeitpunkt Ihres Privatinsolvenzantrags Ihre selbstständige Tätigkeit eingestellt haben um Privatinsolvenz beantragen zu können, können Sie diese mit Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens selbstverständlich wieder aufnehmen.

Privatinsolvenz kann auch von einem Ihrer Gläubiger beantragt werden – Reagieren Sie dann sofort!

Falls dies geschieht, wird er zumeist von einer Stelle mit öffentlichen Auftrag gestellt, z. B. dem Finanzamt, einer Berufsgenossenschaft oder einer Krankenkasse.

Falls ein Gläubigerantrag vorliegt, müssen Sie reagieren! Schätzen Sie schnell und nüchtern ab, ob Sie zahlungsunfähig sind oder den Antrag noch durch Zahlung abwenden können. Falls Sie Ihre Zahlungsunfähigkeit annehmen, müssen Sie schnell handeln und innerhalb der vom Gericht gesetzten Erklärungsfrist einen eigenen Insolvenzantrag stellen. Denn: nur so erhalten Sie die Restschuldbefreiung.

Nach Ihrem Antrag haben Sie 3 Monate Zeit (§ 305 Abs. 3 S. 3 InsO) zu prüfen, ob Sie Zahlungsunfähig sind und welches Insolvenzverfahren für Sie in Betracht kommt.

Nehmen Sie zur Beantwortung dieser Fragen qualifizierte Hilfe in Anspruch – unsere Beratungshotline steht Ihnen dafür kostenfrei und unverbindlich zur Verfügung.

Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „Privatinsolvenz beantragen: Wer ist berechtigt?“? Wir beantworten sie hier kostenlos!

2 Kommentare
  1. Avatar
    says:

    Hallo,

    ich habe eine Frage zu der Vermögensmasse beim Insolvenzverfahren.
    Wie läuft es ab, wenn man als Kleinunternehmer (Einzelkaufmann) einen Insolvenzantrag stellt? Und werden die Einnahmen von dem Ehegatten mit in die Insolvenzmasse berücksichtigt oder auch eine Eigentumswohnung?

    Mit freundlichen Grüßen
    Ece

    • Dr. V. Ghendler
      says:

      Sehr geehrter Fragesteller,

      auch Kleinunternehmer können sogar Privatinsolvenz anmelden, wenn Schulden bei weniger als 20 Gläubigern bestehen und keine ausstehenden Gehaltszahlungen vorliegen. Ansonsten muss die Regelinsolvenz beantragt werden, die allerdings der Privatinsolvenz in vielen Dingen ähnlich ist.
      Die Einnahmen des Ehegatten sind von der Insolvenz nicht betroffen.
      Bei der Eigentumswohnung kommt es darauf an, wem die Wohnung offiziell gehört, das heißt wer laut Grundbuch der Eigentümer ist.

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. V. Ghendler
      Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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