Schulden, die während des Insolvenzverfahrens entstehen, können weitreichende Auswirkungen haben. So wird zwischen den Schulden vor Beginn des Insolvenzverfahrens und den neu entstandenen Schulden während des Verfahrens getrennt. Dies hat zur Folge, dass die neuen Schulden nicht unter die Restschuldbefreiung fallen. Sie müssen diese unabhängig von Ihrem aktuellen Insolvenzverfahren tilgen. Im Hinblick auf die neuen Schulden sind Sie darüber hinaus nicht vor Vollstreckungen geschützt.

Allerdings stellen neue Schulden – entgegen eines weit verbreiteten Irrglaubens – keinen Versagungsgrund dar. So können Sie theoretisch ohne eine rechtliche Konsequenz neue Schulden machen. Allerdings werden diese eben nicht durch die Restschuldbefreiung getilgt.

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2 Antworten zu “Was passiert mit den Schulden, die im Insolvenzverfahren neu entstanden sind?”

  1. Sandra sagt:

    Guten Tag,

    Ich habe noch vor der Eröffnung meines Verbraucherinsolvenzverfahrens einen Kreditantrag gestellt weil ich damals der Ansicht war, ich könnte mit meinem neuen guten Verdienst so eine Umschuldung vornehmen und mich so von den Schulden befreien. Ich gab an nicht mehr in der Probezeit zu sein obwohl dies nicht der Wahrheit entsprach. Im Bewusstsein einen neuen unbefristeten Job zu bekommen der wesentlich besser bezahlt wird und den ich auch heute noch habe Kreuzte ich also diese Tatsache falsch an.
    Dummerweise war ich nach Beendigung dieses Jobs und vor Beginn meines jetzigen einen Monat arbeitslos gemeldet und hab Leistungen bezogen. Meine Hausbank prüfte die Unterlagen und stellte durch den Zahlungseingang fest, dass aufgrund meiner Angaben etwas nicht stimmte.Machte mein Konto mit ausgereiztem Dispo zu und stellte seine Forderung. Später folgte dann die Vorladung bei der Polizei. Das Verfahren wurde kurze Zeit später bei der STA nach 153 eingestellt. Einen Kredit bekam ich natürlich nicht.
    Ist meine Restschuldbefreiung in Gefahr? Der schlusstermin wurde angekündigt.
    Bislang hat niemand einen Antrag gestellt.
    Wenn doch die Bank einen Antrag stellt, kann ich mich dann mit dieser Bank einigen,dass ich nach den 3 Jahren (ich werde die 35% +kosten locker schaffen) die Restforderung verbindlich begleiche?

    Vielen Dank für eine Info.

  2. Andre Kraus Andre Kraus sagt:

    Sehr geehrte Fragestellerin,
    es könnte ein materieller Versagungsgrund vorliegen, wenn Sie in den letzten 3 Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag vorsätzlich oder grob fahrlässig schriftlich unrichtige oder unvollständige Angaben über Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gemacht haben um beispielsweise einen Kredit zu erhalten, § 290 Abs.1 Nr.2 InsO. Dies wird vermutlich hier der Fall sein.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andre Kraus
    Rechtsanwalt

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