Unternehmer und Selbstständige sind juristisch gesehen natürliche Personen. Deshalb kann auch ihnen nach Durchführung eines Insolvenzverfahrens die Restschuldbefreiung erteilt werden (§ 286 InsO).

Sowohl im Privatinsolvenzverfahren als auch im Regelinsolvenzverfahren geschieht diesunabhängig von der Höhe Ihrer Verbindlichkeiten oder der Anzahl der Gläubiger. Natürlich werden dabei sowohl Ihre privaten als auch die geschäftlichen Verbindlichkeiten getilgt.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie auch als Unternehmer/Selbstständiger einen Verbraucherinsolvenzantrag stellen.Dies wird von uns oftmals empfohlen, da es für Sie einige Vorteile beinhaltet
Zum einen ist das Verfahren günstiger ist und die Wohlverhaltensperiode dürfte schneller eintreten.

Eine Anfechtung nur durch Gläubiger möglich, sodass anfechtbare beispielsweiseGeschäfte (beispielsweise mit nahestehenden Personen) weniger unter die Lupe geraten.

Insoweit empfehlen wir Unternehmern, die die Voraussetzungen einer Privatinsolvenz erfüllen, die Einstellung Ihrer Unternehmung und dieGewerbeabmeldung. Nach einer gewissen Wartezeit kann dann Privatinsolvenzantrag gestellt werden.

Etwas anderes gilt allerdings, wenn eine kurzzeitige Einstellung Ihrer Unternehmung nicht möglich ist. In solchen Fällen bedarf es einer genaueren Analyse bezüglich des weiteren Vorgehens.

2 Antworten zu “Erlange ich als Unternehmer oder Selbstständiger die Restschuldbefreiung?”

  1. Helferlein sagt:

    „Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie auch als Unternehmer/Selbstständiger einen Verbraucherinsolvenzantrag stellen.“

    Als die da wären?

    Meine Schuldnerberatung machte leider einen verwirrten und Arroganten Eindruck, weshalb ich die Insolvenz erst einmal abschrieb.

    Ich habe durch meine Selbständigkeit einen Umsatz von 20-1.200.- im Monat und einen Gewinn von Effektiv vielleicht 300.-/Monat auf das Jahr gerechnet. Meine Schuldnerberaterin hatte keine Ahnung (aber ne große Klappe). Habe aber auch mal was gehört von wegen Regelinsolvenz ab 1.000.- im Monat.

    Wichtig ist mir auch das mein Gewerbe Freigegeben bleibt, das meine Betriebsausrüstung nicht gepfändet wird.
    Meine Schulden von unter 20.000.- sind alle noch aus dem letzten Jahrtausend… das Gewerbe ist recht frisch, und wurde gegründet weil mich kein Arbeitnehmer will, ich aber Geld verdienen möchte und was kann.

    Aus Sicht der Schuldnerberatung ist die Regelinsolvenz vorzuziehen da sie „einfacher“ ist….

  2. Sehr geehrter Fragesteller,
    als Unternehmer, der noch selbstständig wirtschaftlich tätig ist, gehören Sie stets in das Regelinsolvenzverfahren. Sie haben keine Möglichkeit in ein Verbraucherinsolvenzverfahren zu gehen, da Sie derzeit selbstständig tätig sind.

    Auch wenn aus der Fortführung Ihres Betriebs keine ins Gewischt fallende Beiträge zur Insolvenzmasse erzielt werden können, kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, diesen im Interesse der Erhaltung der Erwerbstätigkeit aufrecht zu erhalten. Die Fortführung der selbstständigen Tätigkeit muss den Interessen der Insolvenzgläubiger entsprechen, was dann der Fall ist, wenn Sie dadurch Mittel zu der Befriedigung der Gläubiger erwirtschaften kann.

    Gerne können wir Sie im Rahmen eines kostenlosen telefonischen Erstberatungsgesprächs eingehender zu dieser Fragestellung beraten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andre Kraus
    Rechtsanwalt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.