Der außergerichtliche Schuldenvergleich ist ein zivilrechtlicher Erlassvertrag, der zwischen dem Schuldner und seinen Gläubigern geschlossen wird. Es bestehen keine gesetzlichen Vorgaben, wie dieser vorgenommen werden muss. Aufgrund der Privatautonomie, steht es den Parteien gleich, wie diese sich einigen, solange nicht gegen gesetzliche Verbote verstoßen wird.

Vertragsgegenstand ist die Einigung zwischen dem Schuldner und seinen Gläubigern über deutlich reduzierte Bedingungen der ursprünglichen Forderung. Geschickt geführte Vergleichsverhandlungen können viele Gläubiger dazu bewegen, auf 70 % bis 80 % der ursprünglichen Forderung zu verzichten.

Der außergerichtliche Vergleich wird bei Schuldnern durchgeführt, die durch finanzielle Engpässe und insolvente Lagen ihren Zahlungen nicht mehr nachkommen können.

Die Schuldner empfinden den außergerichtlichen Schuldenvergleich meist als erleichternd. Zurückzuführen ist dies darauf, dass eine außergerichtliche Einigung aus Sicht der Schuldner, nicht selten eine angenehmere Lösungsalternative zu einer zeit- und kostenintensiven Insolvenz darstellt.

Der Vergleich läuft diskreter ab als ein Insolvenzverfahren. Die Schuldensituation wird nicht offenbart. Des Weiteren spart der Schuldner Gerichtskosten und die Kosten für den Insolvenzverwalter. Die Schuldner können zudem durch eine Einigung schneller von ihren Schulden befreit werden.

Der außergerichtliche Schuldenvergleich ist oftmals auch für die Gläubiger von Vorteil. Diese können höhere Beträge als in einer Insolvenz erlangen und haben keinen weiteren Zeitaufwand mit dem Gericht und dem Insolvenzverwalter.

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