Bei einer Kontopfändung gilt es, schnellstmöglich mit Ihrer Bank zu sprechen und Ihr Konto in ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umzuwandeln. Sie sollten schnell handeln, weil nach einer Kontopfändung ohne einen Pfändungsschutz innerhalb von zwei Wochen die Auskehr des gesamten Kontoguthabens an den Gläubiger droht – So könnten Sie ohne ein monatliches Einkommen dastehen.

Falls Sie eine Einzelperson ohne Unterhaltsverpflichtung sind, steht Ihnen nach der Eröffnung des P-Kontos der Pfändungsfreibetrag monatlich zur Verfügung. Wenn Unterhaltsverpflichtungen bestehen, ist eine Bescheinigung nach § 850k ZPO erforderlich, um den Pfändungsfreibetrag zu erhöhen.

Diese Bescheinigungen werden von den folgenden Personen/Firmen ausgestellt:

  • Arbeitgeber – dieser ist hierzu aber nicht verpflichtet
  • Rechtsanwälte
  • Sozialleistungsträger – die Agentur für Arbeit
  • Familienkassen
  • Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen.

Wir raten unseren Mandanten, sich eine Bescheinigung beim Arbeitgeber bzw. dem Sozialleistungsträger ausstellen zu lassen. Sollte dies nicht möglich sein, können Sie diesbezüglich gerne auf uns zurückkommen.

Daneben empfehlen wir, parallel einen sogenannten Pfändungsschutzantrag („Freigabeantrag nach § 850 k ZPO“) zu stellen, womit auch gerichtlich eine Kontopfändung verhindert werden kann. Dies gilt vor allem dann, wenn weitere berechtigte Aufwendungen Ihrerseits bestehen, die den Pfändungsfreibetrag noch weiter erhöhen – Hier kann das Vollstreckungsgericht Abhilfe schaffen.

Achtung: Wenn Ihre eigene Bank gegen Sie im Wege einer Kontopfändung vollstreckt, nützt Ihnen eine Umstellung zum P-Konto nichts. Sie sollten dann erst recht den Pfändungsschutzantrag beim Vollstreckungsgericht – dem Amtsgericht an Ihrem Wohnort – stellen. Gleichzeitig eröffnen Sie ein neues Konto bei einer anderen Bank als derjenigen, bei der Sie Schulden haben.

Lesen Sie hier mehr zur Eröffnung des Pfändungsschutzkontos.

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2 Antworten zu “Mein Konto ist gepfändet, was kann ich tun?”

  1. Schenk Michael sagt:

    Guten Tag
    ich habe Privatinsolvenz beantragt.
    Mine Frage lautet.Ich besitze einen Wohnwagen der 26 Jahre alt ist und noch knapp 3000 wert ist.
    meine Gesamtschulden belaufen sich auch knapp 100000 Euro.kann mann den Wohnwagen pfänden?
    MFG
    Schenk

    • V. Ghendler sagt:

      Sehr geehrter Herr Schenk,

      vielen Dank für Ihre Frage. Grundsätzlich kann der Wohnwagen auch noch gepfändet werden, wenn er bereits 26 Jahre alt ist. Gerade wenn der Restwert noch mehrere tausend Euro beträgt ist es sehr wahrscheinlich, dass der Insolvenzverwalter den Wohnwagen pfändet. Doch es gibt die Möglichkeit, den Wohnwagen aus der Insolvenzmasse herauszukaufen. Alternativ kann der Wohnwagen auch von einer Ihnen nahe stehenden Person herausgekauft werden. Wichtig ist, dass der Kaufpreis nicht deutlich unter dem Marktwert des Wohnwagens liegt. Eine Bewertung bzw. ein Kaufangebot beispielsweise eines Kfz-Händlers dient gegenüber dem Treuhänder zum Nachweis über den Marktwert. Mehr können Sie in unserem Artikel über das Auto in der Insolvenz nachlesen.

      Mit freundlichen Grüßen

      V. Ghendler

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