In der Insolvenz bleibt Ihnen das Einkommen, das sich nach der gesetzlichen Pfändungstabelle ergibt. Maßgeblich ist dabei Ihr Nettoeinkommen.

Das Kindergeld oder der Kindesunterhalt wird nicht zum Nettoeinkommen gezählt und wirkt sich daher nicht auf die Pfändungsgrenze aus. Auch das Einkommen des Ehegatten zählt natürlich nicht zum eigenen Einkommen.

Schauen Sie sich die aktuelle Pfändungstabelle 2013 an, um Ihr pfändungsfreies Einkommen genau auszurechnen:

In der Insolvenz wird der Insolvenzverwalter ihr pfändbares Einkommen ausrechnen und auf ein Treuhänderkonto einziehen.

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2 Antworten zu “Wie viel darf man bei mir pfänden? Ist das anders in der Insolvenz?”

  1. Verena Kappler sagt:

    Sehr geehrter Herr Kraus,

    mein Mann befindet sich bereits seit 2013 in der Insolvenz und hat nun noch bis März 2019. Er hat sich in dieser Zeit beruflich wahnsinnig nach oben gearbeitet und hat mittlerweile ein Einkommen von ca. 65.000€ brutto jährlich (ca. 2.500€ netto bleiben uns monatl. nach Pfändungsabzug).
    Er hat aus erster Ehe zwei Kinder für die er außerdem Unterhalt zahlt (652€ zusätzlicher Abzug vom Nettoeinkommen monatl.). So bleiben uns als Ehepaar nur noch 1.800€.
    Nun bin ich selbständig seit September 2016, doch seit März 2017 schwanger und kann auf Grund meiner gesundheitlichen Situation (die Schwangerschaft verlief sehr schwierig bisher) keine Projekte mehr annehmen, sodass von meiner Seite aus kaum mehr Einkommen generiert wird. Meine hauptberufliche Selbständigkeit werde ich daher ab Ende diesen Monats auf nebenberuflich umstellen.
    Wir leben somit vom Einkommen meines Mannes und machen zurzeit 500€ minus, monatlich. Ich habe Panik vor einer weiteren Insolvenz.

    Gibt es daher irgendeine Möglichkeit sich an den Treuhänder zu wenden und den Pfändungsbetrag reduzieren zu lassen? Oder gar auf fünf Jahre zu verkürzen?

    Mein Mann hat eine sehr negative Einstellung zu dem ganzen Thema (er ist der Meinung das geht alles mit rechten Dingen zu und er hat keinerlei Rechte), deshalb nehme ich Kontakt zu Ihnen auf. In der Hoffnung einige Informationen zu erhalten, die ihn davon überzeugen, das er sowohl Rechte während der Zeit der Wohlverhaltensphase hat.

    Fragen:
    1. Kann die Pfändungsgrenze auf Grund unserer Lebenssituation überhaupt neu berechnet werden?
    2. Darf mein Mann eine Übersicht zur bereits geleisteten Pfändung einsehen bzw. verlangen?
    3. Bestünde für uns/ihn die Möglichkeit auf fünf Jahre zu verkürzen?
    4. Von einer Leistungszulage von zwei Mal 1.000€ konnte er nur jeweils weniger als 200€ einbehalten, ist das wirklich rechtens während der letzten 1,5 Jahre? Ich dachte man darf ab einer gewissen Zeit Bonuse zu 50% einbehalten?

    Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

  2. V. Ghendler V. Ghendler sagt:

    Sehr geehrte Frau Kappler,

    vielen Dank für Ihren Beitrag.
    1. Grundsätzlich ist eine „Neuberechnung“ der Pfändungsfreigrenze aufgrund Ihrer Lebensumstände oder höheren Ausgaben etc. nicht möglich. Jedoch sollte geprüft werden, ob auch alle unterhaltsberechtigten Personen Ihres Mannes berücksichtigt werden. Wie Sie in Ihren Ausführungen kundgetan haben, sind Sie seit März 2017 ohne eigenes Einkommen, dies sollte dem Insolvenzverwalter mitgeteilt werden, da Sie ggf. unterhaltsberechtigt sind und in der Berechnung der Pfändungsfreigrenze berücksichtigt werden müssten.
    2. Eine Übersicht kann in der Regel angefordert werden und sollte einfach mit Ihrem zuständigen Insolvenzverwalter besprochen werden.
    3. Es besteht die Möglichkeit das Insolvenzverfahren auf 5 Jahre zu verkürzen, wenn Sie innerhalb dieser Zeit die gesamten Verfahrens- und Gerichtskosten bezahlen können.
    4. Bei der Beurteilung inwiefern eine Leistungszulage pfändbar oder nur bedingt pfändbar ist, muss zunächst geprüft werden um was für eine Art der Vergütung es sich handelt. Dies ist leider pauschal nicht zu beantworten.

    Gerne können wir Ihnen zur Vertiefung Ihrer Fragen ein kostenfreies Erstberatungsgespräch anbieten.

    Mit freundlichen Grüßen
    V. Ghendler
    Rechtsanwalt

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