Ein Bargeschäft ist ein von der Anfechtung nicht betroffenes Rechtsgeschäft – Es kann im Regelfall durchgeführt werden, ohne dass der Empfänger Ihrer Zuwendung eine Rückabwicklung befürchten muss.

Wenn ein Rechtsgeschäft als Bargeschäft vor der Stellung eines Insolvenzantrags durchgeführt wird, wird es nicht angefochten werden.Der Empfänger darf die Zahlung behalten und Sie können notwendige Ausgabentätigen, die der Aufrechterhaltung Ihrer Unternehmung und der Finanzierung Ihrer Entschuldung dienen(§ 142 InsO).

Das sogenannte Bargeschäft ist gegeben, wenn Sie eine Leistung unmittelbar nach deren Erbringung durch den Gläubiger bezahlen. So können Sie noch die dringlichsten Beschaffungen erledigen, obwohl sich Ihre Unternehmung in der Krise befindet, Sie diese aber im Regelinsolvenzverfahren weiterführen wollen.

Beachten Sie allerdings die rechtlichen Grenzen eines Bargeschäftes: Diese werden von der sog. „Vermögensverschwendung“ (§ 290 Abs. 1 Nr. 4 InsO) eingeschränkt. Demnach darf ein Bargeschäft nicht verschwenderischen – d. h. nicht notwendigen – Ausgaben dienen. Ansonsten droht Ihnen die Versagung der Restschuldbefreiung.

Eine Antwort zu “Was sind „Bargeschäfte“?”

  1. Aylin S. sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Handelt es sich bei einem Versicherungsvertrag um eine Bargeschäft im Sinne des § 142 InsO?
    Bei einem Versicherungsvertrag ist die rechtsgeschäftliche Verknüpfung von Leistung und Gegenleistung (Prämie/Gewährung von Versicherungsschutz) gegeben. Und auch die Leistungen werden im engen zeitlichen Zusammenhang ausgetauscht, da der Versicherungsschutz ab Vertragsabschluss oder Zahlung der Prämie erfolgt.
    Ebenfalls kann die Leistung des Anfechtungsgegners zur Fortführung des Unternehmens unentbehrlich sein (Pflichtversicherung) und den Gläubigern im Allgemeinen nutzen.

    Mit freundlichen Grüßen

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