Wohlverhaltensperiode: Die größten Erleichterungen

In diesem Video geht es um die Wohlverhaltensperiode und um die Erleichterungen, die sie Schuldnern im Insolvenzverfahren bietet. Die Insolvenz ist in zwei Phasen untergliedert. Zum einen in das Insolvenzverfahren im engeren Sinne und dem anschließend in die Wohlverhaltensperiode.
Das Insolvenzverfahren im engeren Sinne das dient dazu das Vermögen des Schuldners zu erfassen. Der Insolvenzverwalter übernimmt diese Tätigkeit. Wenn Vermögen vorhanden ist, wird dieses Vermögen verwertet und an die Gläubiger verteilt. Das ist für den Schuldner die Gegenleistung dafür, dass der Schuldner nach Ende des Insolvenzverfahrens die Restschuldbefreiung erfolgt und das während des Insolvenzverfahrens Vollstreckungsschutz gilt. Nachdem diese Phase mit dem Schlusstermin beendet ist, beginnt die Wohlverhaltensperiode.

Erster Vorteil: Kontakt mit Insolvenzverwalter reduziert sich drastisch

Die Phase hat nur Vorteile. Der Kontakt mit dem Insolvenzverwalters drastisch reduziert. Der Kontakt ist meistens schon sehr gering und beschränkt sich auf den ersten Termin, aber etwas anderes kann der Fall sein, wenn Vermögen tatsächlich vorhanden ist und dieses verwertet werden muss. In der Wohlverhaltensperiode beschränkt sich der Kontakt auf einen jährlichen Fragebogen, in dem der Schuldner positiv bestätigen muss, dass er seinen Obliegenheiten nachgekommen ist. Dies ist die einzige Kontaktpflicht, die Schuldner in der Wohlverhaltensperiode mit dem Insolvenzverwalter haben.

Zweite Erleichterung in der Wohlverhaltensphase: Sie dürfen sparen

Schuldner dürfen in der Wohlverhaltensphase Neuerwerb tätigen können. Neuerwerb bedeutet für Schuldner, dass das Vermögen gemehrt werden darf. Schuldner können daher in der Wohlverhaltensphase sparen und müssen keine Angaben über das Gesparte gegenüber dem Insolvenzgericht oder dem Insolvenzverwalter machen. Schuldner können auch Geschenke bekommen oder dürfen sogar im Lotto gewinnen und dürfen den Gewinn behalten. Ausgenommen hiervon sind Erbschaften, denn diese müssen Schuldner gegenüber dem Insolvenzverwalter angeben und die Erbschaft wird zur Hälfte an die Gläubiger verteilt.

Tipp zur Erbschaft in der Wohlverhaltensphase bzw. in der Insolvenz

Wenn Sie einen engen Familienkreis haben, können Sie die Erbschaft ausschlagen. Die Erbschaft geht dann auf den nächsten Angehörigen über. Dies ist nicht verboten und sie müssen dieses Vorgehen auch nicht rechtfertigen oder begründen. So werden die Gläubiger keine Kenntnis von der Erbschaft erlangen und die Erbschaft bleibt im Familienkreis.

Alles zum Thema Privatinsolvenz

Fanden Sie dieses Video hilfreich? Geben Sie eine Bewertung ab!

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (6 Stimmen, durchschnittlich: 4,33 aus 5)
Loading...