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Zinswende in Europa? Leitzinserhöhung ausgeblieben

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  • Bild einer Stadt, rechts eine Statur, links ein Fluss

Zinswende in Europa? Leitzinserhöhung ausgeblieben

Mit Spannung wurde die Entscheidung der Europäischen Zentralbank erwartet. Nachdem die Federal Reserve Bank (Fed) Mitte Dezember 2016 mit dem Ende ihres zweitägigen US-Notenbanktreffens die Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte bekanntgab, waren alle Blicke auf Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), gerichtet.

Dass die Zinsentwicklungen in den USA großen Einfluss auf die in Europa haben, liegt aufgrund der zunehmenden Globalisierung auf der Hand. Es wäre deshalb nur folgerichtig, wenn auch Europa langfristig Abstand von der Niedrigzinspolitik nehme und Anpassungen zu erwarten seien. Doch der Leitzins bleibt auch weiterhin bei null Prozent. Steht ein Ende der Niedrigzinspolitik an? Wird die lange angekündigte Zinswende trotzdem kommen? Womit müssen Anleger nun rechnen?

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Die Entwicklungen in den USA

Dass den USA eine Zinserhöhung bevorsteht, war abzusehen. An den US-Börsen wurde die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Zins im Dezember auf 100 % festgelegt. „Der Zinsschritt ist eingepreist.“, hieß es in der Sprache der Märkte und man sollte Recht behalten. Schon vor der Erhöhung hatte der Dollar von der Aussicht auf höhere Zinsen profitiert. Der US-Dollar gilt als die wichtigste Währung. Die niedrigen US-Zinsen haben Unternehmen aus aller Welt dazu ermutigt, sich in der US-Währung zu verschulden. Eine Erhöhung des Zinssatzes stärkt die amerikanische Währung und führt dazu, dass den Unternehmen der Schuldenabbau erschwert wird. Zeitgleich sorgt eine steigende Verzinsung für Probleme bei der Anschlussfinanzierung.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich schätzt die ausstehenden Firmenverbindlichkeiten außerhalb der USA auf 10 Billionen Euro. Die Straffung der Geldpolitik ist vor dem Hintergrund der US-Präsidentschaftswahlen keine große Überraschung. Donald Trump kündigte ein schuldenfinanziertes Ausgabenprogramm an. Dem Risiko einer möglichen Inflationsratensteigerung soll eine Erhöhung der Zinsen entgegenwirken. Zwar kann dies für ausländische Unternehmen mit Schulden in Fremdwährung gravierende Folgen haben, dies spielt allerdings im Hinblick auf Trumps „America first“-Einstellung nur eine untergeordnete Rolle. Damit ist der Dollar-Schuldner der erste Leidtragende der Zinserhöhung in den USA. Die Fed geht für das kommende Jahr von zwei weiteren Zinserhöhungen aus.

Zinsentwicklung in Europa

Experten hatten vergangenes Jahr auch für den Euroraum mit einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank gerechnet. Diese blieb jedoch bisher aus. Trotz anziehender Inflation ließ sich der Währungshüter der Union nicht von seinem Niedrigzinskurs abbringen. Ende 2016 hatte die Zentralbank ihr Anleihenkaufprogramm um ein Jahr verlängert, selbst wenn ab April 20 Milliarden weniger investiert werden sollen. Die Zurückhaltung, die sich zeigte, wurde von einigen als Symbol für eine drohende Abkehr von der Niedrigzinspolitik interpretiert. Aktuell sieht es aber nicht danach aus. Selbst wenn Yves Mersch, Mitglied des EZB-Direktoriums, sich äußerte, dass eine langsame Abkehr von der lockeren Geldpolitik abzusehen sei, stellt Mario Draghi klar, dass dies aktuell nicht geplant sei.

Er betonte, die Reduktion der Anleihekäufe stelle nicht den Anfang eines schrittweisen Ausstiegs aus der jetzigen Politik (sog. Tapering) dar. Er zieht sogar in Erwägung, das Programm ein weiteres Mal zu verlängern. Deswegen wurden auch die Regeln geändert, sodass es künftig auch möglich ist, Anleihen zu kaufen, die unterhalb des EZB-Einlagezinses liegen. Langfristig müssen die Finanzmärkte sich wohl auf steigende Zinsen einstellen. Unter Händlern gilt der Wandel der Zinspolitik bereits als „The Big Rethink“. Wann das große Umdenken in Europa allerdings stattfindet, steht in den Sternen.

Inflation im Euroraum und in Deutschland steigt

Zwar wurde durch die Absenkung des Leitzinses eine Stabilisierung der Wirtschaft erreicht, allerdings ist zeitgleich ein Anziehen der Inflationsrate zu verzeichnen. Mit 1,1 % im Euroraum im Dezember 2016 befindet sie sich auf dem höchsten Stand seit 2,5 Jahren. Das ifo-Institut prognostiziert einen Anstieg auf 1,6% bis Jahresende. In Deutschland ist sogar eine Preissteigerungsrate von 1,7 % zu verzeichnen. Immer mehr Stimmen, die einen Wandel fordern, werden laut. Währenddessen ist EZB-Präsident Draghi bestrebt, die Niedrigzinspolitik so lange wie möglich fortzusetzen, um die hochverschuldeten Länder im Süden der Währungsunion zu unterstützen.

Anleger sind verunsichert

Trotz der ausgebliebenen Zinsanhebung nimmt die Sorglosigkeit der Akteure auf dem Finanzmarkt zunehmend ab. Investoren die wegen Niedrigzinsen hohe Risiken eingingen, sind beunruhigt, gerade weil sie nicht wissen, wann der Leitzins angehoben wird. Anleger investieren schon seit der Senkung des Leitzinses vermehrt in Sachwerte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zinsanhebung kommen wird, aber nicht so schnell wie befürchtet. Anleger sollten hierauf eingestellt sein.

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