Alles Wissenswerte zum Insolvenzplan oder der einjährigen Privatinsolvenz / Regelinsolvenz

Insolvenzplan erfolgreich – nun Vollstreckungsandrohung trotz Restschuldbefreiung

Sehr geehrter Herr Dr. Ghendler,

vielen, vielen Dank für die ausführlich und eigentlich beruhigende Antwort. Selbstverständlich habe ich Ihren Rat befolgt und mich entsprechend mit dem Inkasso-Unternehmen in Verbindung gesetzt. Soeben habe ich jedoch ein weiteres Schreiben, via Mail, erhalten mit folgendem Inhalt:

” Über den Insolvenzplan der xxxxxx GbR (AG xxxx, Az.: xx xx xx – Insolvenzverwalter xxxx) sind wir über den Insolvenzverwalter informiert. Jedoch besteht hier ein Vollstreckungsbescheid gegen Sie (persönlich). Sofern Sie als Gesellschafter persönlich auch ein Insolvenzverfahren „durchlaufen“ haben (was Herrn xxxx als Insolvenzverwalter der GbR nicht bekannt ist), bitten wir Sie um Angabe des Insolvenzgerichts, des Aktenzeichens und des Insolvenzverwalters und ob Ihnen im Rahmen dieses „eigenen“ Insolvenzverfahrens die Restschuldbefreiung erteilt wurde. Wenn dem so sein sollte, kann und wird Ihnen der Vollstreckungstitel entwertet übersendet werden.”

Vor Bestätigung des Insolvenzplans hatten natürlich auch weitere ehemalige Lieferanten, Banken sowie das Finanzamt versucht offene Beträge bei uns persönlich durchzusetzen, da es sich ja um eine GbR (sprich: persönlich haftend) handelte. Sogar das Finanzamt (Steuerschulden) hat den Haftungsbescheid in vollem Umfang zurüchgenommen, da aufgrund der Zustimmung und erfolgten Zahlungen im Rahemn des Insolvenzplans keine Haftungsgrundlage mehr besteht.

Bin gerade extrem verunsichert, ebenfalls aufgewühlt da ich eigentlich überzeugt davon war, dass mit dem erfolgreichem Insolvenzplan das Schrecken endlich ein Ende hatte und somit ein Neuanfang gestartet werden könne.

Wie muss ich hier nun vorgehen?

Vielen Dank im Voraus…..

Insolvenzplan erfolgreich – nun Vollstreckungsandrohung trotz Restschuldbefreiung

Sehr geehrte damen und Herren,
Ich habe heute (11.12.20) Post von einem Inkassobüro bekommen mit der Mitteilung das das Verfahren wieder eingeleitet wurde und somit die Gesamtforderung (ca. 1980,-EUR), germäß Titel , eigefordert wird. Da dieses Inkassobüro grundsätzlich an einer gütlichen & kostengünstigen Einigung interessiert ist, wird um eine Kontaktaufnahme (Ratenzahlungsvorschlag) bis zum 19.12.20 gebeten. Des Weiteren wird daruf hingewiesen, dass die Verjährung des Vollstreckungstitels erst nach 30 Jahren eintritt und sie mir somit garantieren, dass die Akte nur bei vollständiger Zahlung vorher abgeschlossen wird.

Bei der Forderung handelt es sich um einen ehemaligen Lieferanten-Gläubiger. Nach der Inslovenz meines Unternehmens (2014) wurde auf Anraten des damaligen Insolvenzverwalters jedoch ein Insolvenzplan erstellt. Zwischenzeitlich wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen bereits aufgehoben, nachdem die Bestätigung des INSOLVENZPLANS vom 03.03.2017 rechtskräftig geworden ist. Übrigens, der oben genannte Lieferanten-Gläubiger hatte seine Forderung damals zur Insolvenztabelle angemeldet.
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Muss ich diese Forderung nun trotzdem noch begleichen?
Wie muss ich hier nun vorgehen?

Mit freundlichen Grüßen

Erhöht der Zuschuss eines Dritten (Plangarant) die IV Vergütung?

Sehr geehrte Rechtsanwälte,
kann man den Insolvenzplan so gestalten, dass der Zuschuss eines Dritten / Plangaranten nicht zur Insolvenzmasse zählt und damit in erster Linie dem IV zugute kommt?
Beispiel:
Fiktiver Schuldner, hat einen Sponsor, der mit seinem Zuschuss (z.B. 15.000€) die Gläubiger in einem Insolvenzplan besser stellt. Der Plan wird angenommen, bestätigt. Nun möchte der IV, dass der Zuschuss in der Regelvergütung für Ihn berücksichtigt wird und kassiert damit 40% der 15.000€ schon mal ein. Kann er das? Falls ja, dann machen doch Insolvenzpläne keinen Sinn, oder?
Vielen Dank!

Insolvenz

Sehr geehrten Damen und Herren,

Ich war 5 Jahre in der Insolvens. Ich hatte mit meiner Tochter ein gemeinsames Konnte. Mein Insolvenzverwalter wollte unbedingt,dass Lehrlings Geld meiner Tochter. Sie wollte es aber nicht hergeben und bin schließlich aus der Insolvenz geflogen.
Wann kann ich wenn überhaupt noch einmal ein Insolvenzverfahren anstreben?

Ich würde mich über eine schnelle Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerlinde Kröger

Insolvenzplan

Ich habe mich durch die Übernahme eines kleinen Gastronomiebetriebes hoch verschuldet, außerdem gibt es noch ältere Schulden aus meiner Studienzeit.
Ich möchte nun die Insolvenz angehen und ziehe auch eine Lösung durch eine Planinsolvenz in Betracht.
Es gibt einen potenziellen “Sponsor”, der mir eine gewisse Summe bereitstellen würde, damit die Planinsolvenz durchgeführt werden kann. Einer der Hauptgläubiger ist positiv gestimmt und würde dem Plan in jedem Fall zustimmen. Allerdings wäre der Sponsor erst nach längerer Zeit in der Lage, das Geld zur Verfügung zu stellen.
Meine Überlegung ist nun, ob es möglich ist, den Insolvenzantrag erst einmal einzureichen, damit nicht mehr gepfändet wird und zuerst den Weg der Regelinsolvenz zu gehen, bis zu dem Zeitpunkt an dem der Sponsor über genügend finanzielle Mittel verfügt. Ist es grundsätzlich möglich, den Insolvenzplan im bereits fortgeschrittenen Regelinsolvenzverfahren vorzuschlagen?

Insolvenzplan

Wie sind meine Chancen auf eine erfolgreiche Plan-Insolvenz, wenn auch das Finanzamt auf der Liste meiner Gläubiger steht?

Insolvenzrecht

Wo gibt es Informationen zum Insolvenzrecht in Zypern (Privatinsolvenz)

Insolvenzplan

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Insolvenz als ehemalig selbständiger ist eröffnet. Meine festgestellten Verbindlichkeiten belaufen sich auf ca. Euro 54.000.

Nun suche ich einen Anwalt, der mich mit einem Insolvenzplan gegleitet.
Meine Eltern wären bereit mir einmalig und zweckgebunden zu helfen.

Ich lebe von Hartz IV, da ich schwer erkrankt bin (COPD und Multiple Sklerose).

Bitte machen Sie mir ein Angebot.

Insolvenzplan

Inwieweit ist der Ehepartner, wenn keine Gütertrennung vorliegt, von dem Verfahren betroffen?

Was passiert, wenn der Insolvenzplan scheitert?

Die Planinsolvenz eines Schuldners gilt als gescheitert, wenn

  • der Insolvenzplan durch die Gläubiger im Abstimmungstermin abgelehnt wird (§ 244 InsO) oder
  • durch das Gericht nicht bestätigt wird (§ 248 InsO).

In diesem Fall wird das zuvor eingeleitete Insolvenzverfahren durch den Insolvenzverwalter fortgeführt.

Planangebot verbleibt dem Zuwender Ihrer Planinsolvenz

In der Praxis befürchten viele von einem gescheiterten Insolvenzplan betroffene Schuldner, dass das vom Zuwender für den Insolvenzplan bereitgestellte Planangebt der Insolvenzmasse zufließt und verloren geht. Häufig besteht die Angst auch seitens der Dritten Person, die als Zuwender  auftritt. Unsere Mandanten sowie Ihre Geldgeber können wir in dieser Situation beruhigen. Das für Ihren Insolvenzplan bereitgestellte Geld verbleibt dem Zuwender Ihrer Planinsolvenz. Es stellt keine pfändbare Vermögensposition des Schuldners in der Insolvenz dar. Das Planangebot ist eine Vermögensposition des Zuwenders, der von der Insolvenz nicht betroffen ist. Der Insolvenzverwalter kann das Planangebot nicht pfänden und der Insolvenzmasse zuführen.

Was passiert, wenn der Insolvenzplan scheitert?

Ist der erste Insolvenzplan gescheitert, bleibt die Möglichkeit der Vorlage eines zweiten Insolvenzplans unberührt. In der Praxis entscheidet der zuständige Richter, ob ein zweiter Versuch unternommen werden darf. Dem Einreichen eines zweiten Insolvenzplans wird nur dann stattgegeben, wenn der Richter es für sinnvoll erachtet. Die Chancen können durch eine kluge Ausgestaltung des neuen Planangebots steigen. Es sollte deutlich höher ausfallen als das Angebot des ersten Insolvenzplans. In der Praxis berücksichtigen wir diese Option bereits bei der Erstellung der ersten Planangebote unserer Mandanten.

Fortführung einer regulären Insolvenz mit anschließender Restschuldbefreiung

Scheitert der Insolvenzplan eines Schuldners führt der Insolvenzverwalter das bereits eingeleitete Insolvenzverfahren fort. Unabhängig davon ob

  • eine Privatinsolvenz oder
  • eine Regelinsolvenz

eingeleitet wurde, steht am Ende des Insolvenzverfahrens das langersehnte Ziel – die sog. Restschuldbefreiung. Durch sie werden Sie grundsätzlich vollständig von Ihren Schulden befreit. Eine gescheiterte Planinsolvenz mit Insolvenzplan steht der Restschuldbefreiung nicht entgegen. Der Gesetzgeber hat sie derart stark ausgestaltet, dass nicht einmal ein freiwilliger Verzicht des Schuldners auf die Restschuldbefreiung möglich ist (BGH vom 25.06.2015, IX ZR 199/14).

Restschuldbefreiung als Ziel des Insolvenzverfahrens

 Die Restschuldbefreiung stellt das Hauptziel einer Privat- bzw. einer Regelinsolvenz dar. Durch sie werden im Regelfall

  • sämtliche Forderungsstände
  • all Ihrer Insolvenzgläubiger

umfasst (§ 301 Absatz 1 InsO). Die Höhe Ihrer Forderungen insgesamt sowie die Anzahl Ihrer Gläubiger zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung spielen keine Rolle. Mit umfasst werden u.a.

  • Forderungen von privaten Gläubigern (z.B.: Forderungen Ihrer Freunde, Bekannten oder Verwandten),
  • Forderungen von Unternehmen (z.B.: Banken, Telekommunikations- oder Onlineunternehmen) und auch
  • Forderungen von öffentlichen Institutionen (z.B.: Schulden gegenüber dem Finanzamt oder der Stadt / Gemeinde)

Allerdings bestehen auch einige Ausnahmen, die von der Restschuldbefreiung einer Insolvenz nicht bereinigt werden. Beispielsweise werden von der Restschuldbefreiung folgende Forderungen nicht berührt (§ 302 InsO):

  • Verbindlichkeiten aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung,
  • Verbindlichkeiten aus rückständigem gesetzlichen Unterhalt, der durch den Schuldner vorsätzlich nicht gewährt wurde,
  • Verbindlichkeiten aus Steuerschuldverhältnissen resultierend aus Steuerstraftaten sofern eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt,
  • Geldstrafen, Geldbußen, Ordnungsgelder, Zwangsgelder sowie Nebenfolgen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit, die den Schuldner zu einer Geldzahlung verpflichtet und
  • Verbindlichkeiten aus zinslosen Darlehen, die dem Schuldner zur Begleichung der Kosten des Insolvenzverfahrens gewährt wurden.

Erfahren Sie hier mehr über den Umfang der Restschuldbefreiung und nicht erfasste Forderungen.

Ebenso unberührt bleibt die Möglichkeit der Versagung der Restschuldbefreiung eines Schuldners. Erfahren Sie in diesem Beitragmehr über die Versagungsgründe in der Insolvenz.

Was passiert, wenn der Insolvenzplan scheitert?

Kommt es in der Praxis zum Scheitern eines Insolvenzplans, wird das bereits eingeleitete Insolvenzverfahren durch den Insolvenzverwalter fortgeführt mit dem Ziel der Schuldenbefreiung durch die Restschuldbefreiung. Losgelöst von der gescheiterten Planinsolvenz mit Insolvenzplan besteht die Möglichkeit das Insolvenzverfahren zu verkürzen. Die Restschuldbefreiung kann nach

  • 3 Jahren (soweit 35 % der Schuldensumme insgesamt getilgt und die Verfahrenskosten getragen werden),
  • 5 Jahren (soweit die Verfahrenskosten getragen werden) oder
  • spätestens nach 6 Jahren (völlig losgelöst von der individuellen Schuldentilgung)

nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens erteilt werden.